„Kinder als wahre Experten für nachhaltiges Leben“

Malwettbewerb des Vereins Umweltzukunft Rheingau: 13 Werke wurden ausgezeichnet

Emilie Keul, Luisa Gabriel und Raphael Kleinschmidt vom Gymnasium Eltville freuten sich, dass ihre Bilder von der Jury prämiert worden waren.

Wildblühende Wiesen, bunte Gärten, begrünte Dächer oder Solardächer, Windräder, Fahrräder, keine Autos, mehr Tierschutz, Unverpackt-Läden und weniger Müll – das waren einige der Themen, die auf 13 Bildern auf dem Platz der Deutschen Einheit künstlerisch dargestellt waren. Präsentiert wurden die Werke von Schülerinnen und Schülern der dritten bis fünften Klassen auf Staffeleien unter der großen Platane, die auch dem kleinen Publikum Sitzplätze und Schatten an dem extrem heißen Nachmittag bot.

„Wir sind beeindruckt von den zahlreichen Ideen und den teils bewegenden Texten der Kinder und freuen uns über die tolle Resonanz zum ersten Projekt unseres jungen Vereins“, sagte Vorsitzender Norbert Wolter. Der Verein Umweltzukunft Rheingau (UZR) hatte zu dem Malwettbewerb aufgerufen, um ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der jüngeren Generation zu schaffen. Teilgenommen haben drei Grundschulen – die Freiherr-vom-Stein-Schule, die Sonnenblumenschule und die Waldbachschule – und zwei Klassen des Gymnasiums Eltville.

„Wie sollte unsere Umgebung in Dorf und Stadt aussehen, wie wollen wir künftig leben, wenn wir Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen möchten?“, zitierte Norbert Wolter die zentralen Fragestellungen des Malwettbewerbs. „Eine riesige Herausforderung für die Kinder – das wussten wir, seit die Idee im Vorstand reifte. Die Ergebnisse zeigen aber überdeutlich, was unsere Jüngsten bewegt.“ Er empfahl, dass sich die Entscheidungsträger der Kommune sich die Vorstellungen der Kinder zu Herzen nehmen sollten: Energieversorgung, Mobilität, gesunde Ernährung, Müllvermeidung, der Umgang und der Umgang mit der Ressource Wasser. „Sehr dominant ist die Begrünung des öffentlichen Raums mit Bäumen und Blühpflanzen“, betonte Wolter. „Die Kinder haben sich als wahre Experten für nachhaltiges Leben entpuppt.“ Ein entsprechendes Bewusstsein sei aber sicherlich auch den Eltern und den ambitionierten Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken. So wurde auch jede teilnehmende Klasse mit 50 Euro für die Klassenkasse belohnt.

Aus 200 eingesandten Werken 13 Bilder auszuwählen war ein schwieriger Akt für Jury. Alle 200 Bilder sollen auf der Homepage von www.umweltzukunft-rheingau.de gezeigt werden. Die 13 prämierten Bilder werden im zweiten Obergeschoss der Mediathek bis zum 2. September zu sehen sein. Wolter dankte der Mediathek für die Unterstützung. Mit den Fotos der Gewinnerbilder will der Verein einen Kalender für 2023 herausgeben, der über die Eltviller Gewerbetreibenden zum Kauf angeboten werden soll.

Norbert Wolter und Vorstandsmitglied Helmut Fell stellten die Gewinnerbilder und die begleitenden Texte vor und hatten für die Kinder – überwiegend Mädchen – attraktive Preise vorgesehen, die aber an die zehn Grundschulkinder nicht ausgehändigt werden konnten, weil sie nicht anwesend waren, was vermutlich auf die sehr hohen Temperaturen zurückzuführen war. Ausgezeichnet werden konnten zwei Schülerinnen und ein Schüler des Gymnasiums. Raphael Kleinschmidt belegte den ersten Platz mit seinem Blumenbild, das zugleich ein Appell war für mehr Grün und sich gegen die Zerstörung der Umwelt richtete. „Der Mensch war das größte Glück der Erde, aber auch bestimmt das größte Pech“, hieß es in seinem Begleittext. Er erhielt ein Fernglas. Aus der 5b kommt auch seine Mitschülerin Luisa Gabriel, die mit ihrem farbenfrohen Garten mit „Umweltkasse“ auf den zweiten Platz kam und einen Windenergie-Bausatz überreicht bekam. Ein Balance-Board als Sonderpreis erhielt Emilie Keul, die in der 7a des Gymnasiums ist – eine Klasse, die sich „außer Konkurrenz“ beteiligt hatte.

Norbert Wolter und die Mitstreiterinnen des Vereins bedankten sich bei den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, deren finanzielle Unterstützung die Vergabe der hochwertigen Sachpreise an die Gewinnerinnen und Gewinner ermöglicht hatten. Wolter wies darauf hin, dass der vor einem dreiviertel Jahr gegründete Verein Räume für eine Begegnungsstätte in der Eltviller Innenstadt sucht, wo Bürgerinnen und Bürger rund um das Thema Nachhaltigkeit Beratung und Austausch finden. Auch zum Apfelkelterfest am 25. September auf dem Grundstück des Steinheimer Hofs lud er die Anwesenden ein, die noch bei gekühlten Getränken und angeregten Gesprächen im Schatten der Platane verweilten.

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