Neues Domizil in der „Villa Erika“

Eltviller Tisch wechselt von der Weinhohle in die Rohrbergstraße

Der Vorsitzende des Eltviller Tischs, Gerd Hartmann, seine Stellvertreterin Barbara Heitmüller und Schatzmeisterin Brigitte Siegmund fühlen sich in den neuen Räumen im ehemaligen "Holzwurm" wohl.
Der Vorsitzende des Eltviller Tischs, Gerd Hartmann, seine Stellvertreterin Barbara Heitmüller und Schatzmeisterin Brigitte Siegmund fühlen sich in den neuen Räumen im ehemaligen "Holzwurm" wohl.

Der Name Erika Wagenführ ist eng mit dem Eltviller Tisch verbunden. Die frühere Mitarbeiterin der Stadt war es, die den entscheidenden Impuls für die Gründung des Vereins gab, der als Gegenstück zur Caritas-Tafel Bedürftige aus Eltville, Walluf und Kiedrich mit Lebensmitteln unterstützt. Da lag es nahe, das neue Domizil des Eltviller Tischs augenzwinkernd „Villa Erika“ zu nennen.

Seit 20 Jahren gibt es den Eltviller Tisch, anfangs noch unter Regie der Stadt in der Rheingauhalle, später in einer Doppelgarage und schließlich in den bekannten Containern auf dem Parkplatz Weinhohle. Die Diskussion um den Verkauf dieses Parkplatzes, an dessen hinterem Ende bis zum vergangenen Wochenende auch die Container des Eltviller Tischs standen, gab schließlich den entscheidenden Anstoß für den Umzug. Denn optimal waren die Bedingungen dort schon lange nicht mehr. Zum Lager musste man sich durch eine Hecke kämpfen, und die rund 70 Quadratmeter, die für Sortierung und Ausgabe zur Verfügung standen, reichten längst nicht mehr aus. Die Container waren einst nach ihrem Spender als „Villa Weisel“ getauft worden. Schon seit geraumer Zeit suchte der Verein deshalb nach einem neuen Standort und wurde nun in der Rohrbergstraße fündig. Im früheren Restaurant „Holzwurm“ stehen dem Eltviller Tisch rund 300 Quadratmeter in hellen, freundlichen Räumen zur Verfügung. Damit gibt es jetzt genügend Platz, um Lagerung, Sortierung und Ausgabe voneinander zu trennen.

„Wir könnten uns hier auch weitere Angebote über die Lebensmittelverteilung hinaus vorstellen, allerdings dann mit zusätzlichem Personal“, deutet der Vereinsvorsitzende Gerd Hartmann weiteres Potenzial an. Zusammen mit der Zweiten Vorsitzenden Barbara Heitmüller und Schatzmeisterin Brigitte Siegmund schildert er, wie der Umzug bei laufendem Betrieb organisiert wurde. Alles, was zunächst nicht benötigt wurde, wanderte nach und nach in die Rohrbergstraße. Der eigentliche Umzug wurde schließlich am vorvergangenen Wochenende mit einer Mannschaft aus den Reihen des Vereins gestemmt. Hartmann lobt dabei nicht nur das große Engagement der eigenen Mitglieder, sondern auch die Unterstützung von außerhalb. So habe beispielsweise das Männerballett der Kiedricher Sprudelfunken bereits tatkräftig mit angepackt.

Auch wenn der Umzug nach außen hin reibungslos verlief, mussten einige Herausforderungen bewältigt werden. So war in den neuen Räumen der Einbau einer Kühlzelle erforderlich. Zwar konnte die Technik vom alten Standort übernommen werden, dennoch entstanden dafür Kosten von rund 15.000 Euro. Zur Finanzierung sollen unter anderem Zuwendungen des Lions Clubs und aus dem Wyld Charity Run beitragen.

Für den Verein bedeutet der Umzug vor allem langfristige Planungssicherheit. Er hat die Zusage, mindestens 15 Jahre in der Rohrbergstraße bleiben zu können. Die Miete für das Gebäude übernehmen die drei Kommunen Eltville, Walluf und Kiedrich gemeinschaftlich. Auch der Vermieter ist dem Eltviller Tisch verbunden. Damit verfügt der Verein nun über einen Standort, an dem er seine Unterstützung für bedürftige Menschen nicht nur fortsetzen, sondern möglicherweise künftig noch ausweiten kann. Wer dabei mithelfen will, sei es als Fahrer, in der Sortierung oder bei der Ausgabe, ist immer willkommen.

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