„Wir pflügen und wir streuen ...“

„Wir pflügen und wir streuen ...“
Triangelis-Gemeinde feierte Erntedankfest / Konfirmanden backten 55 Brote

Pfarrerin Bianca Schamp und Bäckermeister Stefan Dries (im Hintergrund) freuten sich mit den Konfirmanden über die gelungene Brotback-Aktion, deren Erlös drei sozialen Projekten zugute kommt.

Erbach. (chk) – „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.“ Dieses Lied von Paul Gerhardt wurde im Gottesdienst zum Erntedankfest der Triangelis-Gemeinde in der Johanneskirche gesungen und es war auch der Tenor der Predigt von Pfarrer Lothar Breidenstein, der für die reiche Ernte dankte, die symbolisch den Altarraum schmückte: Früchte, Gemüse, Blumen und Wein.

„Ohne unsere Mühe und ohne unsere Kraft ist das nicht denkbar, aber möglich ist es nur, durch Gottes Segen – weil er uns mit dem segnet, was wir brauchen.“ Der Refrain des Liedes wurde im Verlauf des Erntedankfestes noch mehr mehrmals gesungen. Er lautet „Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn“. Der Refrain musste auch herhalten, um die „Umbaupausen“ zu überbrücken, den die Kinder der Kita Triangels brauchten, um sich als Reben zu „verkleiden“. Helle Trauben und dunkle Trauben, alle Traubensorten und -farben kamen ans Licht. So bunt „wie alle Kinder auf der Welt und wie es uns und Gott gefällt“, hieß es in der kleinen Aufführung der Kinder.

Doch die Kinder hatten auch gelernt, wie die Traubensorten heißen, denn mit ihren Erzieherinnen hatten sie während der Weinlese einen Weinberg des Weinguts Belz der Familie Ries besucht. Madeleine Ries, die drei Kinder in der Kita Triangelis hat und den Gottesdienst mitgestaltete, hatte ihnen im Weinberg erklärt, wie eine Lesemaschine funktioniert. Im Dialog mit den Kindern über Bilder, die auf der Leinwand gezeigt wurden, berichtete Pfarrer Breidenstein, was sie bei ihrem Ausflug erlebt hatten. „Die Lesemaschine fährt durch die Rebzeilen und rüttelt die Trauben ab, die dann herabfallen wie im Schlaraffenland“, fasste der Pfarrer die Wortmeldungen der Kinder zusammen. „Aber ihr habt auch viele Trauben mit euren eigenen Händen gelesen und später den Saft aus diesen Trauben getrunken.“ Dies bezeichnete er als wichtige Erfahrung für die Kinder, um Herkunft und Ursprung der Lebensmittel zu kennen und um zu verstehen: „Das was wir essen und trinken ist etwas wert; es ist kostbar.“

Die Konfirmanden trugen ebenfalls zur Gestaltung des Gottesdienstes bei. Auch wenn gerade Herbstferien sind, waren 16 „Konfis“ und drei Teamer mit Pfarrerin Bianca Schamp am Tag zuvor in Rüdesheim, um eigenhändig 55 Brote zu backen. „Keine Sorge, wir haben die Brote natürlich nicht ganz alleine gebacken, sondern unter fachkundiger Anleitung“, sagte Konfirmandin Luna. „Gestern waren wir in der Bäckerei Dries in Rüdesheim und da wurde uns alles ganz genau erklärt.“ Auch dazu wurden Bilder aus der Backstube gezeigt und die Jugendlichen berichteten, was sie dabei gelernt haben und worauf es beim Backen ankommt. Die Backaktion war Teil der Aktion „5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt.“ Das bedeute natürlich nicht, dass die Brote in die Länder geschickt würden, wo Hilfe gebraucht werde, sondern dass sie im Anschluss verkauft würden, um den Erlös an drei Projekte in Äthiopien, Indien und El Salvador zu spenden.

Pfarrerin Bianca Schamp nutzte die Gelegenheit, dem Backhaus Dries zu danken, das schon zum dritten Mal als Partner der Triangelis-Gemeinde und der Konfi-Arbeit diese Aktion unterstützt habe. „Ihnen lieber Stefan Dries, ganz herzlichen Dank, dass Sie uns Ihre Backstube, Ihr Personal, Ihr Know-how und auch alle Zutaten für die Brote unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben und in diesem Jahr sogar selbst mit am Start waren“, sagte die Pfarrerin. „Wie viel Spaß das allen Beteiligten gemacht hat, können wir auch auf den Fotos sehen.“ Die 55 Brote, die nach dem Gottesdienst gegen eine Spende „verkauft“ wurden, erbrachten 460 Euro Erlös . „Also über 8 Euro pro Brot im Durchschnitt“, freute sich Bianca Schamp.

Im Gemeindehaus fanden sich die Gemeindemitglieder zum gemeinsamen Essen zusammen und lobten die leckere Kürbissuppe und die deftige Erbsensuppe. Hille Rahlfs verkaufte zudem Waren aus fairem Handel, damit auch in anderen Teilen der Welt Bauern ihre Ernte zu gerechten Preisen verkaufen können.

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