Rosenparterre im historischen Stil

Rosenparterre im historischen Stil
Offene Gartenpforte Hessen: Gäste erkundeten den Garten am Landhaus Rheinblick

Die alten Rosensorten des historischen Landhausgartens erfreuten auch in diesem Jahr das Publikum der „Offenen Gartenpforte“.

Eltville. (chk) – Der Landhausgarten der Familie Kahmann in der Wallufer Straße war auch in diesem Jahr für Besucher der „Offenen Gartenpforte Hessen“ geöffnet, zu der der Landesverband Hessen der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur einmal jährlich im Juni einlädt. Schon seit einigen Jahren lassen Hans-Henning und Clärchen Kahmann das Publikum an der wiedererweckten Schönheit der historischen Gartenanlage teilhaben. Als sie das Landhaus Rheinblick 2005 kauften, war der gepflegte Park der 1920er und 1930er Jahre nur noch ansatzweise erkennbar.

2006 wurde die Anlage mit Genehmigung des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege restrukturiert; das Parkpflegewerk hatten die Landschaftsarchitekten Sommerlad, Haase und Kuhli in Gießen erstellt.

Das Ehepaar Kahmann hat große Anstrengungen unternommen, um auf dem mit Bäumen und Büschen zugewachsenen Grundstück den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Der besondere Reiz des Gartens ist das in Terrassen zum Rhein hin abfallende Gelände, wo die Kahmanns das Rosenparterre hergerichtet haben wie es auf den alten Fotos zu sehen ist. Der Rosengarten entspricht somit wieder dem historischen Stil und die Kletterrosen wachsen von Jahr zu Jahr üppiger an den Mauern empor. Den Weinberg zum Rhein hin, auf den man von der Terrasse einen sehr schönen Blick hat, haben sie inzwischen an einen Winzer verpachtet.

Im Sinne eines Gesamtkunstwerkes galt der Garten als Erweiterung des Hauses und wurde nach architektonischen Prinzipien gestaltet. Dazu hatte Hans-Henning Kahmann einige Fotos zusammengestellt, die den Besuchern einen Eindruck vom ursprünglichen Zustand des Hauses und des Gartens vermittelten. Das Haus hat Architekt Herrmann Muthesius entworfen; der Garten wurde 1920 von Gartenarchitekt Fritz Encke angelegt. Gestaltung und Formensprache folgten den von Muthesius und Encke seinerzeit gegen große Widerstände vertretenen formal-architektonischen Prinzipien, die sich auch in den bevorzugten Elementen der Grün-Architektur mit Alleen, Hecken, Spalieren und Reihenpflanzungen darstellen. Frei stehende Solitärbäume, die Üppigkeit der Pflanzen- und Blütenfülle in den Rosen- und Steingärten, ebenso wie die kultivierte Schönheit der Obst- und Gemüsepflanzungen, sorgten für den notwendigen Ausgleich zur klaren Ordnung der Gartenstrukturen. Kommerzienrat Steffens, der das Landhaus einige Jahre besaß und bewohnte, prägte den Namen „Villa Steffens“, den manche ältere Eltviller heute noch verwenden. 1936 fiel das Haus an die NSDAP, war nach dem Krieg ein Quartier für amerikanische Soldaten und kam danach in den Besitz des Landes Hessen, das 2005 das Anwesen zum Verkauf anbot.

In diesem Jahr hatte Familie Kahmann die Wallufer Malerin Christel Langanke eingeladen, ihre Aquarelle am Wochenende der „Offenen Gartenpforte“ auszustellen. Das passte gut, denn die Künstlerin, die bevorzugt Landschaftsbilder malt, präsentierte auch viele Motive von der Rheinlandschaft und vom Leinpfad. Auch Clärchen Kahmann präsentierte ihre Kunst. Porzellanmalerei ist ihr Hobby, das sie mit großer Perfektion betreibt.

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