Urkunde für Engagement und Zivilcourage

Philipp-Kraft-Stiftung wurde für den „Jugendpark der Kulturen“ ausgezeichnet

Ein Bild von 2018: Rüdiger Schwenk von der Schmiede-Werkstatt in Aarbergen lädt mit Jugendlichen aus dem Eltviller Jugendzentrum und den jungen „Rosenschmieden“ aus unterschiedlichen Kulturen ein, durch das neue Tor in den Jugendpark zu treten.

„Das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt verleiht im Rahmen des Wettbewerbs ‚Aktiv für Demokratie und Toleranz 2019‘ der Philipp-Kraft-Stiftung für das Projekt ‚Jugendpark der Kulturen in Eltville‘ einen Preis für ideenreiches und wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements.“ So lautet der Text auf der „Urkunde für Engagement und Zivilcourage“, die die Philipp-Kraft-Stiftung vorab per Post erhalten hat. In einer Online-Übertragung hielten Stiftungsgründer Rolf Lang und Geschäftsführerin Gaby Roncarati die Urkunde in die Kamera, während Dr. Alexandra Kurth, Beiratsmitglied im Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) das Projekt würdigte. „Es hat mich beeindruckt, wie Jugendliche sich einen solchen Ort ‚angeeignet‘ haben“, betonte sie. Als beispielhaftes Projekt der Demokratie- und Toleranzförderung war der Jugendpark bereits 2019 für diesen Preis ausgewählt worden.

Die Preisverleihung sollte 2020 stattfinden, was dann wegen Corona nicht möglich war. Nun wurden alle Projekte, denen diese Auszeichnung 2019 und 2020 zuerkannt wurde, in Live-Übertragungen über YouTube und Facebook ausgezeichnet. Die Veranstaltungen wurden regional aufgeteilt. Mit dem Jugendpark der Kulturen wurden noch zwölf weitere Projekte aus Hessen und Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Rolf Lang und Gaby Roncarati hatten die Gelegenheit, in der Übertragung aus ihrem Büro in Eltville über den Jugendpark als demokratisches und interkulturelles Projekt zu berichten und die positive Entwicklung darzustellen. In der Corona-Zeit stelle man den Jugendpark nach Absprache auch Migrantenfamilien zur Verfügung, um sich außerhalb ihrer Wohnung treffen zu können, berichtet Gaby Roncarati. Geplant seien zukünftig donnerstags auch regelmäßige Lesungen und kleine Konzerte.

Rolf Lang betonte die Verantwortung, die Jugendliche aus dem Rheingau gemeinsam mit jungen Geflüchteten übernommen hätten, um den Ort zu gestalten, was auch anfängliche Skeptiker von der Idee überzeugt habe. Als besonders symbolträchtiges Beispiel für die Interkulturalität nannte er das Tor zum Jugendpark. Das Tor ist in der Schmiede-Werkstatt von Rüdiger Schwenk in Aarbergen entstanden. Er hat dafür eine alte Werktechnik angewandt, die dem Stil der ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammenden Mauer angepasst ist. Schwenk hat außerdem mit Jugendlichen aus fünf Nationen – Afghanistan, Eritrea, dem Irak, Syrien und Eltville, darunter drei Mädchen – die Rosen für das neue Tor geschmiedet. Damals habe er den Jugendlichen erläutert, dass sie damit etwas geschaffen hätten, was sie vielleicht noch in 50 Jahren ihren Enkeln zeigen könnten. Einem Jugendlichen aus Afghanistan hatte er erklärt: „Du kannst dann sagen: Schau, das hat dein Opa geschmiedet, als er damals nach Deutschland kam.“ Ganz nebenbei hätten die Jugendlichen damit auch der Rosenstadt Eltville ein schönes und dauerhaftes Gastgeschenk bereitet, war die Meinung des Stiftungsgründers.

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