Der Zahnarzt, der ins Haus kommt

Der Zahnarzt, der ins Haus kommt

Mobile Behandlungseinheit kommt nicht nur in Pflegeeinrichtungen zum Einsatz

Auf kleinstem Raum befindet sich das zahnärztliche Equipment.

Eltville. (jh) – Keine denkt gerne an die Möglichkeit, im Alter pflegebedürftig zu werden und eventuell darüber hinaus noch in einer Pflegeeinrichtung seinen Lebensabend verbringen zu müssen. Leider geht dieser Wunsch nicht immer in Erfüllung, auch aufgrund der Tatsache, dass wir Menschen immer älter werden (dürfen).

Die Betreuung durch Hausärzte und die Umsetzung der notwendigen und angeordneten medizinischen Maßnahmen ist in der Regel gesichert.

Doch wie sieht es bei der Mundhygiene aus?

Gesunde Zähne und optimaler Zahnersatz tragen ganz erheblich zum Wohlbefinden und zu hoher Lebensqualität bei. Oft ist eine optimale zahnärztliche Betreuung für Heimbewohner und Menschen in häuslich lebender Pflege schwierig. Kosten sind in Betreuungseinrichtungen ein Faktor, muss der Patient doch mit einer Begleitperson in die Praxis kommen. Auch jemand, der in der häuslicher Pflege betreut wird, muss als Patient in Begleitung erscheinen. Und dann ist da noch ein Problem: Die Überwindung von Treppen u.ä. in vielen zahnärztlichen Praxen.

Hausärzte – wie der Name impliziert – kommen ins Haus. Und warum sollte das als Zahnarzt nicht in Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege ebenfalls umsetzbar sein.

Das hat sich Zahnarzt Markus Tischler gefragt, der aus familiärer Erfahrung das Dilemma erlebte. Er beschäftigte sich mit der Problematik besonders älterer und auch immobiler Menschen bezüglich der Zahnmedizin. Er machte eine Fortbildung und ist nun Spezialist für Senioren- Zahnmedizin. Die Ausübung in der Praxis reichte ihm jedoch nicht. Er schaffte sich eine mobile Einheit für die meisten auftretenden zahnmedizinischen Probleme wie Zahnfüllungen, Wurzelbehandlungen, Reparatur von Zahnersatz sowie Prophylaxe an. „Mit unserer mobilen Behandlungseinheit sind wir in der Lage, auch außerhalb unserer Praxisräume zahlreiche Behandlungen durchführen zu können“, sagt Markus Tischler. Eine Helferin steht ihm bei den Besuchen assistierend zur Seite. Seit gut mehr als drei Jahren ist er nun mit der rollenden Zahnarztpraxis regelmäßig in sechs Alten- und Pflegeeinrichtungen unterwegs. Im Rheingau sind das Haus St. Hildegard in Eltville, das Marienheim in Geisenheim und das Haus am Weinberg in Oestrich Winkel. Die Teilnahme an diesem Konzept ist freiwillig und, so betont der Zahnarzt, das Prinzip der freien Wahl des Zahnarztes bleibe grundsätzlich unberührt. Wer sich jedoch für dieses Konzept entscheidet, tut seiner Zahngesundheit Gutes. In gewohnter Umgebung (ältere Patienten mit Pflegestufen auch in ihrem Zuhause) zahnmedizinisch behandelt zu werden, verringert Stress und spart letztendlich auch Kosten: Kostenintensive Taxifahrten oder Krankentransporte entfallen und für den Patienten werden keine zusätzlichen Kosten für den Hausbesuch berechnet.

Auch in der aktuellen Situation (Covid 19) werden bei pflegebedürftigen Menschen Hausbesuche nach Abwägung durchgeführt. Das strikte Besuchsverbot in den Alten-und Pflegeheimen gilt natürlich für die mobile Behandlung ebenfalls.

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