Ausleihen, zurückbringen, behalten, tauschen oder abgeben

Ausleihen, zurückbringen, behalten, tauschen oder abgeben
Telefonzelle ist Bücherhäuschen ist Bücherschrank für alle

Susanne Göttel-Spaniol und Bürgermeister Christian Aßmann bei der Eröffnung des Bücherhäuschens.

Geisenheim. (ak) – „Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt, das kann lebensverändernde Wirkung haben. Das ist mir später klar geworden. Und allen Mitgliedern des Fördervereins Kulturtreff e.V. „Die Scheune“ teilen dieses Empfinden und engagieren sich genau aus diesem Grund“, erklärte Susanne Göttel-Spaniol, die Vorsitzende des Fördervereins anlässlich der Eröffnung des Bücherhäuschens am Burggraben.

„Durch Bücher vergewissern wir uns ständig auf's Neue, dass das Gute siegt und das Böse bestraft wird.

Wir stärken dadurch unseren Gerechtigkeitssinn und unsere Moralvorstellungen. Auch Toleranz wird dank Literatur gefördert. Das besagt eine Studie aus Italien und England. Sie hält fest: Das Lesen von Harry Potter-Romanen verbessert die Haltung der untersuchten Versuchsgruppen gegenüber stigmatisierten Randgruppen wie Ausländern, Homosexuellen oder Flüchtlingen. Und zwar, weil Harry Potter sich um Charaktere aus solchen Randgruppen kümmere und versuche, ihre Leiden zu verstehen“, so Göttel-Spaniol.

Dann kam sie auf die rundum positive Wirkung des Lesens zu sprechen, denn beim Lesen erwirbt man sich die wichtige Kompetenz durchschauen zu können, wie etwas erzählt wird. Dadurch lernt man Erzählungen richtig einzuschätzen und sich gegen Propaganda zu immunisieren. So lernt man Fake News von Fakten zu unterscheiden und Verschwörungstheorien von Reportagen.

„Endlich hat Geisenheim seine erste Bücherzelle, um all diese Fähigkeiten rund um die Uhr auszubilden und zu vertiefen“, freute sich die Vorsitzende.

Der Bücherschrank steht nun jeder Bürgerin und jedem Bürger und auch allen Besuchern kostenlos zur Verfügung. Ohne Formalitäten kann man nun Bücher, die einen interessieren mitnehmen und nach dem Lesen wieder zurückgeben oder auch behalten. Gerne kann man auch eigene Bücher, die man nicht mehr benötigt ins Regal stellen, aber bitte nicht kistenweise.

„Es war ein aufregendes, anregendes Unterfangen, das uns auch in seiner zeitlichen Umsetzung in besonderer Erinnerung bleiben wird“, verriet Susanne Göttel-Spaniol.

Bereits im Jahr 2016 hatte der Vorstand des Fördervereins Kulturtreff „Die Scheune“ e.V. beschlossen, eine Telefonzelle zu kaufen und als Bücherhäuschen umzubauen. Am Anfang des Jahres 2017 wurde diese Idee vom Magistrat genehmigt, allerdings mit der Auflage, dass der Stadt keinerlei Kosten entstehen dürfen.

„Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis ich die richtige Telefonnummer vom Ansprechpartner bei der Telekom hatte. Die alten Telefonzellen werden in Brandenburg gelagert. Dann wurde erstmal geschaut, ob es noch etwas gibt. Eine gelbe Telefonzelle wäre natürlich schön gewesen, aber die gab es nicht mehr. Diese hat um die 750 Euro netto gekostet. Eine rote, englische Telefonzelle hätte uns auch gut gefallen, aber die kosten ein paar tausend Euro“, erzählte Peter Kesseler und ergänzte: „Dass das Bücherhäuschen nun hier steht, war eine Gemeinschaftsarbeit: Herr Falker hat die Bücher ausgesucht, Andreas Jakobi hat die Holzregale gebaut und ich selbst habe die Telefonzelle lackiert.“ Die Gesamtkosten für das Bücherhäuschen liegen bei 2.000 Euro.

Dann bedankte sich die Vorsitzende bei allen Förderern, die es ermöglicht haben, dass in Geisenheim nun ein Bücherhäuschen steht: Bei der Rheingauer Volksbank, vertreten durch Bernd Konrad und bei dem Lions Club vertreten durch Tobias Pauly. Herr Großmann, Herr Wengel und Herr Schwinn waren die Planer und Verantwortlichen in der Stadt und beim Kreis. Sie bedankte sich auch bei Andreas Jacobi von Geigenbau Jakobi, beim Initiator Peter Kesseler von Kesseler Garten-&Landschaftsbau, beim Weingut Sohns und schloss mit den Worten von Albert Einstein: „Das einzige, was man unbedingt wissen muß, ist der Standort der Bibliothek.“

Die Schlußworte sprach Bürgermeister Christian Aßmann, der sich freute, dass so viele Bürger gekommen waren: „Herzlich willkommen, beim ersten Bücherhäuschen in Geisenheim. Was lange währt wird endlich gut. Viel Erfolg!“ Er hofft, dass die Anwohner in Zukunft einen Blick auf das Bücherhäuschen haben werden, auch um es vor Vandalismus zu schützen

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