Beschluss für Hallenbau
CMC-Mitglieder diskutierten über Finanzierbarkeit einer Veranstaltungshalle

Die Skizze des Planungsbüros Ochs gab einen ersten Einblick, wie die „Halle für Viele“ des CMC aussehen könnte und war Grundlage der Kalkulation.

 


Marienthal. (mg) – Nachdem der Versuch gescheitert ist, das Pfarrzentrum als Veranstaltungsort für die Marienthaler Bevölkerung zu erhalten, haben die Pläne des Clubs Marienthaler Carnevalisten für den Bau einer eigenen Veranstaltungsstätte nun konkreter Formen angenommen. Unter dem Titel „Halle für Viele“ hatte der Vorstand in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend die ersten Pläne für einen Anbau an das Clubheim in der Danziger Straße präsentiert. Am Ende der Diskussion gab es für den Vorstand durch die Abstimmung der Mitglieder einstimmig bei drei Enthaltungen grünes Licht für das Projekt, für das der Verein nach ersten Kalkulationen bis zu 200.000 Euro stemmen muss.

Vorsitzender Thorsten Sandtner und sein Stellvertreter Dietmar Schleiffer präsentierten den Mitgliedern erste Skizzen und Zeichnungen eines Planungsbüros, die zum einen als Grundlage für die Kostenkalkulation dienten, aber auch für die anstehende Änderung des Bebauungsplans nötig sind.
Der Plan sieht nicht wie zunächst angedacht einfach eine Verlängerung des bestehenden Clubheims vor, sondern einen eigenständigen Saalbau, dessen Grundlinie sich an dem Straßenverlauf orientiert und über einen flachen Zwischenbau an das bestehende Gebäude gekoppelt wird. Der neue Saal soll Platz für rund 180 Zuschauer und Bühne bieten, wobei lediglich die Versorgungsleitungen für Strom und Heizung verlängert werden müssen. Denn die sanitären Einrichtungen sollen im bestehenden Gebäude erweitert werden, wodurch Kosten gespart werden.
Insgesamt rechnet man mit Baukosten in Höhe von etwa 160.000 Euro. Dazu kommen noch die Kosten die Ausstattung und Möblierung des Saales und die Herstellung der Parkplätze und Außenanlage.
Über einen entsprechenden Kreditrahmen wurde mit der Rheingauer Volksbank verhandelt, wobei der Verein als Sicherheit den Beschluss der Stadtverordneten einbringen konnte, die sich für die Sicherung eines Belegungsrechts ausgesprochen hatten und dafür monatliche eine Pauschale in Höhe von 800 Euro für die nächsten 15 Jahre beschlossen haben.
Der CMC müsste monatlich 1.100 Euro aufbringen. Mehrkosten des Projekts, über den Kreditrahmen hinaus sollen über Spendenmittel aufgebracht werden. Dazu wurde bereits eigens ein Spendenkonto eingerichtet (DE 37 5109 1500 0000 1463 31), auf das auch schon 4.000 Euro eingezahlt worden sind. Dietmar Schleiffer machte diesbezüglich auch auf die Möglichkeit aufmerksam, dass der CMC als gemeinnütziger Verein Spendenquittungen ausstellen kann und somit die Spender auch Steuern sparen können. Um Geld in die Kasse zu bekommen, will man zudem vor Weihnachten mit einem „lebendigen Adventskalender“ in Marienthal Spenden für den Bau einsammeln.
Da es innerhalb der Mitgliedschaft zunächst auch skeptische Stimmen zu dem Projekt gab, warben die beiden Vorsitzenden um das Vertrauen in ihre Arbeit und erläuterten auch dank guter Konditionen die geringen Risiken für den Verein, der damit aber ein gewaltiges Zukunftsprojekt für die eigenen Mitglieder, aber auch für andere anstoße. Denn schließlich fehlt in Marienthal im Gegensatz zu allen anderen Geisenheimer Ortsteilen eine Veranstaltungsstätte. Und die Probleme, die im Zusammenhang mit dem Ausweichen mit den Fastnachtssitzungen auf das Domzentrum in Geisenheim zu Tage traten, könnte man in Zukunft vermeiden und durch den Festeinbau von Bühne, Licht und Tonanlage viel Arbeitszeit bei den Vorbereitungen sparen, was die Mitglieder und en Vorstand entlaste.
„Hätte die Mitgliedschaft zögerlich gehandelt, als es um den ersten Clubheimbau ging, den der Gründungsvorsitzende Christoph Homp – damals auch gegen Widerstände im Verein - durchgesetzt hatte, hätten all die Tanzgruppen heute kein Dach über dem Kopf zum Proben und die Mitglieder keinen Treffpunkt“, erklärte Thorsten Sandtner. Jugendarbeit als Carnevalverein könne man nur leisten, wenn man der Jugend und dem Nachwuchs auch Raum und eine Bühne biete.
Natürlich wisse niemand, wie lange es die Fastnacht in dieser Form noch geben werde und wie sich der Verein entwickele, räumte Sandtner ein, warnte aber davor zu verzagen. Wichtig sei es, künftigen Generationen eine ordentliche Basis mitzugeben.
Der CMC hat sein Gelände damals in Erbpacht auf 99 Jahre erhalten. Sandtner machte deutlich, dass es immerhin noch 61 Jahre bis zum Ablauf der Vereinbarung sind, das neue Gebäude bereits in 15 Jahren abbezahlt sein soll und damit noch lange Zeit verbleibe für die Nutzung der Gebäude. Er verwies auch darauf, dass der Finanzierungsplan solide ausgearbeitet sei, der Verein stark genug sei, die Mehrkosten dauerhaft zu verkraften und in dieser Kalkulation noch nicht einmal andere Vermietungsoptionen für das Objekt berücksichtigt seien. Diesbezüglich sei man auf der sicheren Seite und könne sich auch auswählen, für welche weiteren Veranstaltungen man den Saal hergebe. Insbesondere Familienfeiern sollten dort aber stattfinden können.
Nach lebhafter Diskussion zeigten sich in Wortbeiträgen aber auch zunächst skeptische Mitglieder überzeugt, dass der Neubau den Verein nicht über Gebühr belaste und sprachen sich in geheimer Abstimmung für das Projekt aus.
 

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