Auf dem besten Weg zur Kultveranstaltung

Auf dem besten Weg zur Kultveranstaltung
„Soul am Dom“ in seiner dritten Auflage / Große Musik zum kleinen Preis dank RVB

Eine der besten Stimmen Deutschlands: Cosmo Klein erinnerte an die Soul-Legende Marvin Gaye.

Geisenheim. (hhs) — Vor zwei Jahren stellte die Rheingauer Volksbank ihr Sponsoringkonzept für das Rheingau Musik Festival um: Ein Konzert am Stammsitz in Geisenheim sollte es sein, für das die Bank einen Großteil der Kosten übernahm, damit die Tickets zum kleinen Preis von zehn Euro angeboten werden konnten. Das Konzept ging auf, im nunmehr dritten Jahr war der Platz rund um den Rheingauer Dom wieder voll von – vorwiegend Rheingauer – Musikfreunden. Mit 2.000 Besuchern war das Konzert restlos ausverkauft.

 

Das seinerzeit als „einmalige Aktion“ geplante Open Air-Konzert hat sich nach drei Jahren fest etabliert und scheint auf dem Weg zur „Kultveranstaltung“. Bei Volksbank-Vorstandschef Andreas Zeiselmaier gibt es keine Zweifel, dass es auch im nächsten Jahr wieder „Soul am Dom“ geben wird. „Wenn ich die Leute sehe, wie viel Spaß sie hier haben, weiß ich, dass unsere Unterstützung gut angelegt ist. Dieses Konzert ist ein Angebot für den Rheingau und seine Menschen – und das sind unsere Kunden“, freute er sich über den Erfolg der Veranstaltung. „Das ist heute Abend ein Fest für und mit der Region – und für uns als regionale Bank“.

Offenkundig scheint auch der Wettergott zu den Kunden der RVB zu gehören, denn erneut herrschten beste äußere Bedingungen. Als das Konzert begann, schien die Sonne zwar noch auf den Bischof-Blum-Platz, doch bald lag das Gelände im Schatten – nur die Bühne neben dem Dom wurde noch voll ausgeleuchtet.

Revival

Dort ließen Cosmo Klein und seine sechsköpfige Band Marvin Gaye wieder aufleben – jenen Musiker, der vielen als einer der größten Soulsänger aller Zeiten gilt. 1976 gab Marvin Gaye im London Palladium eines der spektakulärsten Live-Konzerte der Zeit – „The London Palladium Marvin Gaye Show“. Cosmo Klein, der als eine der besten Stimmen Deutschlands gilt, brachte am letzten Donnerstag Auszüge des unvergessenen Konzertes aus London live auf die Bühne am Rheingauer Dom, dabei orientierte er sich an Marvin Gayes berühmtem Doppelalbum, auf dem das Livekonzert im Jahr 1977 veröffentlicht wurde.

Zusammen mit seiner hochkarätig besetzten Band wurde der Abend zu einer Hommage an den Großmeister des Motown Sounds, der viel zu früh starb: 1984 wurde er im Alter von 45 Jahren im Streit vom eigenen Vater erschossen.

Cosmo Klein führte die Zuschauer durch das bewegte Leben der Soul-Legende, die mit Hits wie „Ain’t no mountain high enough“, „Let’s get it on“, „I heard it through the grapevine“ und „Sexual Healing“, aber auch mit ihren gesellschaftskritischen Songs wie „What’s going on“, „Mercy, Mercy Me“ oder „Right on“ unvergessen ist.

Im Publikum herrschte eine entspannte Atmosphäre. Wer wollte, suchte sich einen Platz direkt vor der Bühne – einige hatten sogar Liegestühle mitgebracht. Wer es klassischer haben wollte, setzte sich an Biertische und Bänke, die im südlichen Teil aufgestellt waren oder ließ sich gleich in der Patisserie Pretzel bewirten.

Fein abgestimmt

Erfreulich war, dass die Musik fein abgestimmt war – klangvoll, aber nicht Ohren betäubend, so dass zumindest in einigem Abstand von der Bühne auch Gespräche möglich waren. War der erste Teil noch vergleichsweise beschaulich, wurde die zweite Konzerthälfte zur Party mit einem Medley aus Gayes bekanntesten Hits – ganz so, wie es Cosmo Klein versprochen hatte. Selbst als die Glocken von den Domtürmen herab 9 Uhr schlugen, brachte das die Musiker nicht aus dem Takt. Cosmo Klein rief die Zuhörer auf, stimmlich dagegen zu halten – ein eher harmonischer Wettstreit, den letztlich die Konzertgäste mit ihrem längeren Atem gewannen.

Für den kulinarischen Background sorgte einmal mehr Marcus Pretzel mit seinem Café am Dom. Der rührige Vorsitzende des Geisenheimer Gewerbevereins hatte Imbiss- und Getränkestände vorbereitet, die sehr gut frequentiert waren. Positiv aufgenommen wurde, dass Pretzel bei den Weinen ausschließlich Produkte von Geisenheimer Winzern anbot.

Für die Hochschulstadt entwickelt sich „Soul am Dom“ immer mehr zum Imageträger: Während viele Einheimische fast schon „betriebsblind“ sind und die Schönheiten der Lindenstadt gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, zeigten sich die Auswärtigen positiv überrascht von der schmucken Innenstadt, an der sie sonst einfach nur vorbeifahren.

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