„Bewusstsein wird in die Familien getragen“

St. Ursula-Schule rief zur St. Martins-Aktion für Rheingauer Tische und Tafeln auf

Schulseelsorger Klemens Rasche, Initiator der Aktion, freute sich, dass noch eine zweite Ladung für die Tische und Tafeln zusammengekommen war.

Geisenheim. (chk) – „Wir denken in diesem Jahr besonders an die Menschen, die durch die Corona-Maßnahmen ihre Arbeit verloren haben, die in Armut und Schulden geraten sind und in eine unsichere Zukunft blicken“, heißt es in einem Gebet, das Schulseelsorger Klemens Rasche seinen Kolleginnen und Kollegen der St. Ursula-Schule für den Martinstag vorgeschlagen hatte. Konkret bat er sie in dem Schreiben um Unterstützung für die Tafeln der Caritas im Rheingau und für den Eltviller Tisch.

 

„Ich bin von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob wir vor diesem Hintergrund die Rheingauer Caritas-Tafeln und den Eltviller Tisch unterstützen können“, schreibt er in seiner Mitteilung. „Diese ehrenamtlich organisierten Hilfsprojekte unterstützen wöchentlich etwa 500 Familien im Rheingau – Tendenz steigend.“ Mit Bezug zu St. Martin schlug er für alle Jahrgänge eine Sammelaktion vor, die am vergangenen Freitag ihren Abschluss fand. In einem Brief an die Eltern schrieb er: „Ganz im Sinne des heiligen Martin wollen wir Licht und Hoffnung verbreiten, indem wir die bedürftigen Menschen in unserer Nähe unterstützen.“ In der Schule wurden Spendenkisten aufgestellt für abgepackte haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel, wie Nudeln, Mehl, Zucker, Konserven, H-Milch, Reis, Zahnpasta, Deo und Seife.

Den Aufruf zur St. Martins-Aktion hatte Schulleiterin Brigitte Lorenz mitunterzeichnet „Und das erste Echo aus der Kollegenschaft war sehr positiv“, berichtete Klemens Rasche. „Viele Klassenlehrerinnen und -lehrer haben sich, wie ich hörte, Zeit genommen mit ihren Schülern das Thema ‚Armut in unserer Region‘ zu thematisieren“. Auch von Seiten der Eltern hätten ihn positive Rückmeldungen erreicht. „Eltern brachten ihre Wertschätzung dafür zum Ausdruck, dass wir mit dieser Aktion etwas für die Menschen ‚bei uns‘ tun.“ Vor allem aber beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler begeistert an der Aktion – besonders die jüngeren Jahrgänge. Sie wollten unbedingt mithelfen, als FSJler Moritz Eikenbusch den Initiator der Aktion, Klemens Rasche, tatkräftig dabei unterstützten, die Kartons und Taschen einzusammeln, um noch die zweite Lieferung für den Transport ins Auto zu packen. Beim Einsammeln der Waren in den Klassenräumen und im Lehrerzimmer hatten Mitglieder der Solidaritäts-AG eifrig mitgewirkt.

„Eine Kollegin der St. Ursula Schule hat entscheidenden Anteil daran, dass wir mit dem Eltviller Tisch Kontakt aufgenommen haben“, hebt Klemens Rasche hervor. „Maike Weiler ist Französisch-Lehrerin und eine ehemalige Schülerin unserer Schule, die uns auf den Eltviller Tisch hingewiesen hat.“

In Eltville, wo dank umfangreicher Schutzmaßnahmen in und um die Ausgabestelle gewährleistet ist, an zwei Tagen pro Woche, die Lebensmittel-Ausgabe aufrechtzuerhalten, war die Freude groß. „Auch wenn die Märkte und Bäckereien momentan ausreichend frische Ware abgeben, mangelt es oft an haltbaren Lebensmitteln, die wir regelmäßig aus Spendengeldern zukaufen müssen“, erklärte Manfred Edelmann, Vorsitzender des Eltviller Tischs. „Dank der großartigen St. Martins-Aktion der St. Ursula-Schule kamen große Mengen an haltbaren Lebensmitteln zusammen, die wir nun in unsere Ausgabe der nächsten Wochen übernehmen können.“ Gerade in der Vorweihnachtszeit sei der Bedarf an diesen Artikeln sehr hoch. Edelmann fügte hinzu: „Unser Dank gilt den Schülern, den Lehrern und den Eltern, die diese Spendenaktion ermöglicht haben.“ „Die Tafel Rheingau/Caritas ist sehr erfreut über die großzügige und reiche Spende“, betont der für die Gemeindecaritas und Ehrenamtskoordination zuständige Diakon Gregor Mathey. „Wir waren völlig überrascht, als wir die Menge der gespendeten Lebensmittel sahen.“ Ein großes Dankeschön spricht er allen Schülerinnen und Schülern und der Soli-AG mit Klemens Rasche aus, die diese großartige Aktion möglich gemacht haben. Besonders die haltbaren Lebensmittel seien für das Alltagsgeschäft sehr nützlich, da sie gut gelagert werden könnten. „Mich hat besonders berührt, dass die Hilfe für notleidende Menschen auf diese Weise in die Familien getragen wurde und so ein gutes Bewusstsein für die Hilfsbereitschaft entwickelt wurde“, erklärt Mathey. Klemens Rasche war angetan von der Freude, die diese Aktion ausgelöst hat. „Wir denken gerade über die Idee nach, eine Weihnachtstüte zusammenzustellen für die Kinder, die von den Tafeln versorgt werden.“

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