Blaue Lagune und eine Achterbahn im Pfarrhof
Männergesangverein Cäcilia Johannisberg hatte zum zweitägigen Lampionfest eingeladen

Rolf Schmidt wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Johannisberg. (sf) – In einen „Freizeitpark“ hatte sich am vergangenen Wochenende der Hof des katholischen Pfarrzentrums in Johannisberg verwandelt: Die Wedel der Palmen wiegten sich sanft im Wind und die blühenden Oleander dufteten zart nach Frische und Sommer, Lampions hingen von den Decken der Zelte und leuchteten als Mond, Sonne und Sterne, aus der „Blauen Lagune“ schimmerte wirklich blaues Licht und die bambusverkleideten Wände lockten die Gäste zu Cocktails wie Hugo, Aperol Spritz und Pina Colada.

Dazu gab es an der Tanzfläche eine echte „Achterbahn“: Denn DJ Michael schoss hier den Vogel ab, als er zu dem mehrfach gewünschten Lied „Achterbahn der Gefühle“ tatsächlich eine Achterbahn mit ganzem Körpereinsatz fahren ließ. Wunderschön war das Lampionfest des Johannisberger Männergesangvereines, das seit so vielen Jahren Tradition hat. Bereits zum 27. Mal luden die Sänger zu ihrem beliebten Sommerfest ein.

Der Verein entwickelte vor einigen Jahren ein neues Konzept, sprach mit der Familie Kleinöder und nutzte seitdem das Gelände der ehemaligen Schlossgärtnerei. Und auch der neue Inhaber der „Rheingau Gärten“, Eckhard Schubert, folgte dieser Tradition und hieß den Chor auf seinem Gelände willkommen. Doch in diesem Jahr liegt das Ganze im Umbruch: Die Schlossgärtnerei ist mitten im Umzug, das ehemalige Gelände bereits eine Baustelle. Wo also sollte das Lampionfest stattfinden, fragte man sich. Die Lösung war ganz einfach und entpuppte sich geradezu als Idealfall: Im Hof des Pfarrzentrums baute man zwei Pavillons auf, richtete mit viel Mühe und Liebe zum Detail eine „Blaue Lagune“ ein und bekam von der Schlossgärtnerei mehr als ein Dutzend mediterraner Kübelpflanzen, die mit rosa Flamingos geschmückt wurden und den „Freizeitpark“ perfekt machten. Dass in diesem Ambiente bei besten Wetterbedingungen bereits am Samstag die Gäste dicht gedrängt auf allen Plätzen saßen und feierten, ist klar.

„Immer wieder verstehen es die Gastgeber, mit hervorragendem Ambiente das Lampionfest zu etwas ganz Besonderem zu machen“, lobten die Gäste.

In der Tat fühlte man sich beim Sommerfest der Cäcilia wie im Urlaub: Mitten im Blumenmeer saß man beisammen, hielt ein „Schwätzchen“, genoss den Wein und allerlei Leckereien, die die Mitglieder des Gastgebervereines selbst organisiert und vorbereitet hatten. Dazu gab es ein buntes Festprogramm, bei dem die Musik im Mittelpunkt stand. Vor allem am Samstagabend sorgte DJ Michael, der Hausmusiker der Cäcilia Johannisberg, für Feststimmung und ließ fast ein Gefühl aufkommen, als sei man auf Mallorca. Denn der gestandene Finanzbeamte konnte nicht nur jedes Lied auswendig, das er auflegte, und sang lauthals mit, er machte auch die passenden pantomimischen Bewegungen dazu und forderte das Publikum auf, kräftig mit zu machen, worum man sich zu fortgeschrittener Stunde nicht lange bitten ließ und wo schon bald auch das Tanzbein geschwungen wurde. Für riesigen Spaß sorgte die „T-Shirt-Parade“ von DJ Michael: Immer wieder ließ er eine Hülle nach der anderen fallen, wie viele T-Shirts er übereinander anhatte, auf denen lustige Sprüche wie „Ich bin nicht dick, ich bin zu klein“ stand, ließ sich kaum erahnen.

Dem standen die Gastgeber in nichts nach: Die Johannisberger Sänger begrüßten ihre Festgäste mit einem Ständchen an beiden Festtagen. Und nicht nur die Sänger der Cäcilia sangen unter der Leitung von Karl-Ernst Eschborn: Eschborn hatte auch die Kirchenchorgemeinschaft Winkel-Johannisberg mitgebracht, die für die Gäste sang. Und der Sangesreigen war auch der richtige Rahmen für besondere Ehrungen. Der Vorsitzende des Rheingauer Chorverbandes, Rudi Dormann, hatte die Aufgabe übernommen, mit Guido Schmidt für 25 Jahre aktives Singen und Günther Habicht für 50 Jahre im Gesangverein Cäcilia zwei verdiente Sänger auszuzeichnen. Die höchste Auszeichnung des Abends ging jedoch an den langjährigen Vorsitzenden der Cäcilia: Rolf Schmidt wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „23 Jahre hatte er den Vorsitz inne und war immer mit vollem Herzblut bei der Sache. In all den Jahren hat er maßgebend die Geschicke der Cäcilia geprägt“, sagte der Vorsitzende Kalmbach in seiner Laudatio und überreichte als eine „größten und einschneidenden Amtshandlungen in 57-jähriger Vereinszugehörigkeit“ die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden an seinen Vorgänger Rolf Schmidt. „Dies ist ja eigentlich nur ein Stück Papier, doch diese Auszeichnung wird nur an ganz besonders verdiente Mitglieder der Cäcilia überreicht“, so Kalmbach und dankte Rolf Schmidt für all sein Tun für die Cäcilia. Schmidt selbst ließ durch seinen Sohn Guido seinen Dank ausdrücken und ließ erkennen, wie gerührt er über die Ernennung ist: „Fast genauso wichtig wie Eure Anerkennung und Ehrung ist es mir aber, dass sich engagierte Sänger bereit erklären, unsere ehrenamtliche Arbeit erfolgreich weiter zu führen. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass der Verein weiterhin in guten Händen ist“.

Und dann war Lebensfreude pur in lauer Sommernacht angesagt und vor allem am Samstag Trumpf: Bis tief in die Nacht hinein wurde gefeiert.

Nur wenige Stunden später ging es am Sonntag mit einem zünftigen Frühschoppen weiter, den die Gastgeber und nochmal der bestens gelaunte DJ Michael „Mr. Achterbahn“ musikalisch gestalteten.

Dazu schien auch diesmal die Sonne vom blauen Himmel, so dass man den Frühschoppen gerne in den Nachmittag hinein ausdehnte. Die Festgäste ließen sich zu Wein, Bier, alkoholfreien Getränken und den guten Sachen von Metzger Phillipsen einladen. Die süßen Leckermäulchen freuten sich vor allem auf Kaffee und Kuchen, denn nach dem Frühschoppen ging das Lampionfest in einen Kaffeeklatsch über. Die selbstgemachten Kuchen- und Tortenträume der Sängerfrauen genoss man in einem Meer von Blumen, Pflanzen, Pflanzgefäßen und herrlichen Accessoires.

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