Einblicke in die Lebensweise von Spinnen und Insekten

Einblicke in die Lebensweise von Spinnen und Insekten
Gut besuchte Ausstellung exotischer Lebewesen aus aller Welt in den Rheingau Gärten

Evamaria Schubert ließ sich von Daniel Mitchell völlig angstfrei eine Vogelspinne in die Hand setzen und Stefan Kleinöder (rechts) schaute zu.

Johannisberg. (mh) – Mit der Präsentation der größten lebenden Vogelspinnen der Welt und einem “Streichelzoo“ mit Insekten und weiteren Spinnen in der Rheingau Gärten am vergangenen Sonntag fand erstmals eine Premiere statt. Dabei erfreute sich die Wanderausstellung in der Erlebnisgärtnerei am Erntebringer eines sehr regen Besuchs.

Wie Stefan Kleinöder von den Rheingau Gärten zur Begründung ausführte, „hatten wir bereits schon in der Vergangenheit Ausstellungen auf unserem Betriebsgelände“. Zielsetzung der neuerlichen Ausstellung sei es auch, Kunden und die es noch werden wollen, nach dem Umzug der Gärtnerei an den Erntebringer 11a als neuen Standort mit einer Vielzahl an Exponaten der Öffentlichkeit zu präsentieren, „denn Herbstzeit ist auch Pflanzzeit“.

Veranstalter Renaldo Neigert freute sich über die Ausstellungshalle, „die uns ideale Bedingungen für unsere lebenden Tiere bietet“. Wie er sagte, habe er mit 16 Jahren eine brasilianische Riesenvogelspinne geschenkt bekommen. Nach dem Besuch einer Messe in Salzburg habe er sein Hobby, das Halten von Spinnen und Insekten, zu seinem Beruf gemacht.

Zielsetzung der Ausstellung sei es, die Besucher auf eine Reise in das faszinierende Reich diese „Ureinwohner“, ihre Angst oder ihren Ekel vor diesen Tieren zu nehmen und Wissen zu vermitteln. Spinnen seien Lauerjäger, haben kein Jagdrevier und seien relativ unproblematisch zu halten.

Vogelspinnen können, wie Neigert erklärte, sogar bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Ihre Namensgebung gehe zurück auf das Jahr 1705. Die Malerin Sybilla Merian habe im Jahr 1699 Surinam bereist und dort eine große behaarte Spinne beobachtet, als sie einen Vogel fraß. So war der Name „Vogelspinne“ geboren.

Zu bewundern waren rund 100 Spinnen vor allem aus Ländern Südamerikas, wie Venezuela, Brasilien und Chile. Wie unschwer zu erkennen war, galt das besondere Interesse der kleinen und großen Besucher insbesondere den Vogelspinnen, die in Glasbehausungen gut geschützt immer wieder Eye-Catcher waren.

Darunter auch eine imposante, weiß behaarte Vogelspinne namens Lasiodora difficilis aus der Familie „Arachnida“. Diese lebt, wie zu lesen war, nördlich von Rio de Janeiro, wird bis zu neun Zentimeter groß und ernährt sich von Heimchen, Grillen und Schaben. Während diese an Flüssen beheimatet ist, lebt die sechs Zentimeter große gestreifte Guatemala-Vogelspinne aus der Familie „Theraphosinae“ in Höhlen.

Wer einer Spinne, auch einer Giftspinne begegne, sollte, so Neigert, nicht in Panik geraten. Bleibe man ruhig, werde diese dem Menschen aus dem Weg gehen. Nur wer versuche, die Spinne zu provozieren oder gar zu töten, setze sich der Gefahr eines Bisses aus.

Besucher, die keine Angst vor Vogelspinnen hatten, konnten sich mit einem dieser samtigen Tiere zur Erinnerung für kleines Geld ablichten lassen. Eine Möglichkeit, die sehr zahlreich genutzt wurde. Darunter auch Ursula Deutsch aus Oestrich-Winkel. Sie habe die Gelegenheit, eine Vogelspinne in die Hand zu nehmen, „richtig gut gefunden“. Gleichzeitig räumte sie ein, dass sie um die Kreuzspinne in ihrem Haus lieber einen großen Bogen macht.

Auch die zehnjährige Amy aus Geisenheim ließ sich, ohne zu zögern, eine Vogelspinne in die Hand setzen. Diese habe sich, erklärte sie, „ganz weich und samtig angefühlt“. Befinde sich eine Spinne in ihrem Haus, fange der Papa diese und entlasse sie ins Freie.

Viel Aufmerksamkeit fanden aber auch die rund 100 lebenden Insekten, darunter Skorpione, Hundert- und Tausendfüßler sowie präparierte farbenprächtige Schmetterlinge, wie beispielsweise der Papilio ulysses, auch bekannt unter der Bezeichnung „Bergschwalbenschwanz“. Sein Verbreitungsgebiet liegt, wie zu lesen war, im Norden Australiens sowie auf Neuguinea. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 120 bis 140 Millimeter.

Wie die Besucher unter anderem auch erfuhren, gibt es weltweit schätzungsweise 8.000 Arten von Tausendfüßlern, von denen bisher 3.000 Arten beschrieben wurden. Diese haben eine breite geografische Reichweite, die über den Polarkreis reicht. Hundertfüßer lebten unter anderem in tropischen Regenwäldern und Wüsten.

Bestandteil der Ausstellung waren auch Hirschkäfer, die man in heimischen Wäldern nur noch ganz selten sehen kann. Die männlichen Käfer werden 25 bis 75 Millimeter lang, die Weibchen sind mit bis zu 40 Millimeter deutlich kleiner. Damit sind sie die größten europäischen Käfer, wurde auf den Tafeln erklärt.

Da der Veranstalter für reichlich Information und detaillierten Beschreibungen von Lebensräumen, Lebensgewohnheiten und Beute der Tiere gesorgt und darüber hinaus eine filmische Dokumentation erstellte hatte, erwies sich die Ausstellung auch als eine kleine Bildungsreise in das Reich der Gliederfüßler.

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