Familientag zur Einweihung des Kunstrasenplatz

Familientag zur Einweihung des Kunstrasenplatz
SV Johannisberg feierte großes Fest mit vier Generationen und vielen Ehrengästen zur Platzeinweihung am Hansenberg

Der langjährige ehemalige Vorsitzende Helmut Worm, der sich engagiert für einen Kunstrasen eingesetzt hatte, durfte die Ehrenaufgabe übernehmen, das Band zur neuen Anlage zu durchschneiden.

Johannisberg. (sf) – Mit einem programmreichen Familientag feierte der SV 1919 Johannisberg e.V. am vergangenen Samstag die Einweihung seines neuen Kunstrasenplatzes auf der Sportanlage am Hansenberg. Mit vier Generationen und vielen Ehrengästen wurde der sportliche Familientag gebührend gefeiert. Im Mittelpunkt des Programmes standen die Kinder und Jugendlichen des Fußballvereines und so startete der Festtag denn auch schon am frühen Morgen mit einem Freundschaftsspiel der Bambini-Mannschaft.

Den kleinsten Kickern im SV Johannisberg folgten die Mannschaften der F-, E- und D-Jugendlichen, die nacheinander mit Freundschaftsspielen gegen Rheingauer Vereine den neuen Kunstrasenplatz sportlich einweihten.

Und natürlich gab es auch einen offiziellen Festakt mit Ansprachen des Vorstandes und der Ehrengäste. Die CDU-Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper, Bürgermeister Christian Aßmann, Manfred Schmidt, der Vorsitzende des Sportkreis Rheingau-Taunus, und der Johannisberger Ortsvorsteher Rudi Edinger gratulierten dem Verein zum gelungenen Kunstrasenprojekt und hatten alle eine Überraschung für den Verein mitgebracht.

„Heute beginnt eine neue Ära für den SV 1919 Johannisberg. Das grüne Zeitalter. Der Kunstrasenplatz ist gelungen. Es ist ein großes Werk. Und es ist heute ein Tag der Freude für die Bevölkerung von Johannisberg und ein Tag des Glücks für die Mitglieder des SV 1919. Vom staubigen Hartplatz zum leuchtend grünen Fußball-Rasen war es ein steiniger Weg. Es ist ein Traum wahr geworden, ein Herzenswunsch des SV 1919 Johannisberg in Erfüllung gegangen: der Kunstrasenplatz. Endlich gute, zeitgemäße Bedingungen für den Trainings- und Spielbetrieb“, gratulierte Petra Müller-Klepper zu der neuen Sportanlage.

Es sei ein historischer Tag und der Verein könne glücklich und stolz sein auf das Werk, das ein Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement sei. Sie erinnerte daran, dass das Land Hessen den Kunstrasenplatz mit 50.000 Euro unterstützte und erklärte, dass beim SV Johannisberg das Geld gut angelegt sei: „Es stärkt den Verein, den Sport, den Standort, die Gemeinschaft hier am Ort“. Der neue Kunstrasenplatz sei eine rundum gute Sache und er sei sinnvoll.

Rasenpatin Müller-Klepper wünschte ein reges, vielfältiges Vereinsleben und überreichte noch eine Spende für den neuen Platz. Schließlich feiert der SV Johannisberg auch im kommenden Jahr den 100. Geburtstag „dieser lebendigen, großen Fußballfamilie“. Das war auch Grund genug für die Rheingauer Volksbank, die den letzten „heißen Tropfen“ von 2.500 Euro zum Kunstrasenprojekt hinzugesteuert hatte, wofür der Vorstand dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Zeiselmaier herzlich dankte. Bürgermeister Christian Aßmann hatte gleich einen ganzen Traktor mit im Gepäck: die Stadt stellt dem SV Johannisberg für die Pflegearbeiten der neu gestalteten Anlage einen ausgemusterten Kleintraktor des Bauhofes zur Verfügung. „Wir wollen Geisenheim ja grüner machen. Hier ist das schon mal gelungen“, erklärte der Rathauschef scherzhaft.

Ebenfalls ein Gefährt mit vier Rädern hatten die Fußballfreunde aus Rüdesheim mitgebracht: der Vorsitzende der Rüdesheimer Germania, Thomas Dallwig, übergab den Streuwagen, den die Johannisberger ihrem Kooperationsverein in Sachen Jugendarbeit vor einiger Zeit geliehen hatten. Da dieser jetzt aber mit Sicherheit nicht mehr gebraucht wird, hatten die Rüdesheimer Kicker den Wagen in den Vereinsfarben als Dekorationsstück gestaltet, der mit Blumen bepflanzt einen Ehrenplatz in den Grünanlagen erhalten soll.

Und schließlich brachte Manfred Schmidt, der das Projekt auch mit vielen Förderbescheiden begleitet hatte, noch das wichtigste mit: einen hochwertigen Fußball. „Hochwertig deshalb, weil dort ein Chip eingebaut ist, der den Ball immer ins Tor des Gegners rollen lässt“, so der Sportkreisvorsitzende, der vor allem auch die erfolgreiche Jugendarbeit des SV Johannisberg hervor hob.

Die Feierstunde war natürlich auch Anlass, den Weg zum grünen Platz noch einmal Revue passieren zu lassen. Der neue Vorsitzende Philip Joly erinnerte daran, dass es bereits 15 Jahre her sei, dass der SV Johannisberg die ersten aussichtsreichen Hoffnungen auf einen Kunstrasenplatz hegen durfte: „Damals befand sich der Umbau von Schloss Hansenberg im vollen Gange und wir hofften durch eine Kooperation mit der Internatsschule unseren Hartplatz loszuwerden. Später gab es verschiedene Ansätze und Anläufe, den Umbau mit der Stadt Geisenheim umzusetzen. Neben komplettem Neubau an anderer Stelle oder Umzug in die Kellersgrube wurden viele Möglichkeiten erörtert und diskutiert. Nach Höhen und Tiefen und leider manchmal viel Geplänkel erreichte das Projekt seinen Tiefpunkt, als es nicht mal mehr mit einem Euro symbolisch im Haushalt weitergeführt wurde, und so scheinbar vor dem endgültigen Aus stand“. Dennoch habe man nicht aufgegeben und versucht, durch verschiedene Veranstaltungen und Aktionen das Thema öffentlich präsent und am Leben zu halten. „Ich erinnere an den Abend im Gewölbekeller mit dem Gastbesuch von Sportreporter Töpperwien oder auch die Aktionen am Morschbergfest und in der Strandperle, wo wir stets Rasenpatenschaften verkauften.“

Mitte 2015 habe „die Sache“ durch Initiative der SPD-Fraktion um Uli Berghof und Rudi Edinger wieder Fahrt aufgenommen: „Der Antrag auf Verpachtung des Geländes über 25 Jahre an den SVJ, und den Bau des Kunstrasenplatzes in Eigenregie mit der Unterstützung der Hochschulstadt Geisenheim, fand seine Zustimmung“. Joly hob die hervorragende Arbeit der Arbeitsgruppe „Sportfeld Johannisberg“ um den damaligen Bürgermeister Frank Kilian und Vertreter aller Parteien sowie Abgesandten vom SV Johannisberg hervor: „Sie schafften es, in nur fünf Sitzungen einen für alle Beteiligten am Ende tragfähigen Nutzungsvertrag auszuarbeiten, der die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Kunstrasenprojektes bildete und auch Sicherheit für die Zukunft des SVJ auf dem wunderschönen Gelände am Hansenberg bedeutet“. Als dann Ende 2016 im Dorfgemeinschaftshaus in Stephanshausen die finale Versammlung ihr Okay gab, sei es „erst mal irgendwie unwirklich“ gewesen: „Wir sind damals hier ins Vereinsheim gefahren und haben darauf angestoßen. Unser damaliger, langjähriger Vorsitzende Helmut Worm umarmte mich mit leicht feuchten Augen und sagte, glaube ich, – „Hmh, jetzt müssen wir das wohl durchziehen!“

Tatsächlich sei dann auch viel Arbeit auf den Vorstand und die Helfer zugekommen: Anträge, Formulare, Angebote, Terminplanungen, E-Mails über E-Mails, Sitzungen, Gespräche, und immer wieder Organisatorisches habe man stemmen müssen. Ab Februar 2018 musste dann der Umbau begleitet und rund 1.000 Stunden Eigenleistungen parallel zum Umbau erbracht werden. „Im Endeffekt hat sich die Mühe gelohnt, wie man sieht“, resümierte der Vorsitzende. Er dankte allen, die geholfen hatten, ein so großes Vorhaben mit relativ bescheidenen Mitteln durchzuziehen, ob auf finanzielle Art, durch Sachleistungen, Materialspenden, Beratungen oder Manpower. Vor allem auch seinem langjährigen Vorgänger Helmut Worm dankte er herzlich und übergab ihm die Schere mit der der um den Kunstrasenplatz so verdiente Vereinsfunktionär offiziell das Band zur neuen Anlage durchschnitt.

Philip Joly ließ auch nicht unerwähnt, dass es nicht nur Befürworter für den Kunstrasen gibt. „Wir beim SVJ sind uns der Verantwortung und der Bürde bewusst. Wir werden auch weiterhin alles dafür tun, dass die Hochschulstadt Geisenheim, die öffentliche Gemeinschaft und alle, die gerne daran teilhaben möchten, hier oben auf dem Hansenberg einen nachhaltigen Gegenwert erhalten. Und zwar in Form einer zeitgemäßen und gepflegten Fußballsportanlage, auf der Fußball als verbindende und gewinnbringende Freizeitaktivität von jung bis alt ausgeübt wird, in einem familienfreundlichen Umfeld, in dem Bürger an einem intakten Vereinsleben teilhaben und profitieren“, sagte er. Mit dem wunderschönen neuen Platz sei der Grundstein gelegt, die erfolgreiche Vereinsarbeit vielleicht noch ein bisschen besser weiterzuführen.

„Aber es gilt auf dem Boden zu bleiben, solide und langfristig denkend zu arbeiten, weiterhin die Werte zu verfolgen und weiterzugeben die uns schon immer wichtig waren und die den SV Johannisberg für uns so besonders machen. Und wir müssen umsichtig mit den vorhandenen oder uns zur Verfügung gestellten Ressourcen umgehen und haushalten, dass dieser tolle Verein auf diesem wunderschönen Gelände noch lange Bestand hat“, so der Vorsitzende.

Nach der rührigen Feierstunde präsentierten sich dann die Jugendmannschaften der C- und B-Jugendlichen auf dem Großfeld, bevor der Tag am Abend einen sehr gemütlichen Ausklang fand, denn natürlich war für das Wohl der zahlreichen Gäste bestens gesorgt. Bei hochsommerlichen Temperaturen und kühlen Getränken feierte man mit der gesamten SVJ-Familie das neu gestaltete Sportfeld und genoss die familiäre Atmosphäre auf dem Hansenberg.

Weitere Artikelbilder:

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Neueste Kommentare

Betrieb im Kindergarten Ranselberg geht weiter
19 Wochen 1 Stunde
60 Menschen verlieren ihren Job
40 Wochen 9 Stunden
Dem Opernsänger Peter Parsch zum Gedenken
49 Wochen 4 Tage
Kathrin Palmen spielt jetzt im Hauptorchester
50 Wochen 6 Tage
Doro rockt – Rüdesheim schwitzt
1 Jahr 15 Wochen


X