Kommunalwahl: SPD legt Mobilitätskonzept vor

Radwege sollen sicherer und durchgängiger werden / Barrierefreiheit verbessern

„Ich glaub‘ ich steh im Wald“: Bei ihrer Tour von Geisenheim nach Stephanshausen suchten Magistratsmitglied Bettina Berthold und Stadtverordneter Philipp Kreis nach einer sicheren Rad-Route.

Geisenheim. (hhs) — Für den kommenden Wahlkampf zur Kommunalwahl am 14. März nächsten Jahres bringen sich die Geisenheimer Sozialdemokraten weiter in Stellung. Ihre Wahlkampfstrategie soll die drei Schwerpunkte Mobilität, Wohnen und Wasser umfassen.

Nachdem die SPD bereits Anfang Oktober Ideen und Anregungen für eine zukunftssichere Wasserversorgung in der Hochschulstadt Geisenheim präsentiert hatte, legt die Arbeitsgruppe „Mobilität“ nun ihr Konzept zu Radwegen und einer barrierefreien Stadt vor. In diesem Konzept heißt es, dass es verschiedener Veränderungen bedürfe, um Geisenheim radfahrerfreundlicher und barrierefreier zu machen.

Dazu sollten einerseits bestehende Radwege sicherer gemacht und eine Durchgängigkeit der Radwege hergestellt werden. Gefährliche Kreuzungsbereiche, die SPD spricht von „Gefahrenschwerpunkten“, seien neu zu gestalten. Dabei denkt die SPD insbesondere an die Kreuzungsbereiche an der St. Ursula-Schule, an der Aral-Tankstelle und bei Möbel Henrich. Fernziel sollten nach Ansicht der SPD Kreisel sein.

SPD-Chef Ulrich Berghof: „Zu einer Stadt für uns ALLE gehört auch eine weitestmögliche Barrierefreiheit. Das gilt insbesondere für Kreuzungen und Einmündungen.“ In der Vergangenheit sei die Verkehrsführung nur auf Autos ausgerichtet gewesen. „Radfahrende und Fußgänger spielten keine Rolle“. Auch heute sei die Gesamtsituation unbefriedigend. „Trotz vieler einzelner Aktionen fehlt ein Gesamtkonzept“, bedauert die Arbeitsgruppe.

Neue Radwege

Unter anderem moniert sie, dass es in Geisenheim nicht genügend Fahrradständer gebe. Radwege zu den Ortsteilen seien z.T. gefährlich oder nicht vorhanden. Besonders betroffen davon sei Stephanshausen. „Die rasante Zunahme der eBike-Fahrer führt dazu, dass der Weg in die Höhengemeinden viel öfter gesucht wird. Gerade in Richtung Stephanshausen stellt die L3272 ab Johannisberg Schlossheide eine große Gefährdung für Radfahrer dar.“

Hier sieht die SPD schnellen Handlungsbedarf – und unterbreitet auch konkrete Vorschläge: Schon für die nächste Stadtverordnetenversammlung hat sie den Antrag gestellt, Planungen für einen neuen Radweg aufzunehmen. Er soll von Stephanshausen nach Marienthal führen. Von Marienthal aus soll ein zusätzlicher Radweg in die Talstadt gebaut werden. Dazu könnten bereits bestehende Wege durch Wald und Flur „ertüchtigt“ werden, wie es im Konzept heißt.

Beginnen soll der Radweg in Stephanshausen am Dorfgemeinschaftshaus in der Verlängerung der Brühlstraße. Die ersten 300 m sind befestigt. Der weitere Weg führt entlang des Elsterbaches durch den Wald bis zum Brunnen Marienthal I an der Mündung des Grundscheidbaches. Diese Strecke ist 1.360 m lang, hat ein Radfahrertrio der SPD ausgemessen. Von der Mündung des Grundscheidbaches bis zum Kloster Marienthal sind weitere 1.000 m Wegstrecke bereits jetzt Fahrrad tauglich.

Von Marienthal nach Geisenheim gibt es derzeit schon einen Radweg entlang des Holzweges – wenngleich auch bei diesem die Straße zwei Mal gekreuzt werden muss. Das birgt insbesondere für ältere Radfahrer und Kinder ein Gefahrenpotenzial.

Die SPD möchte einen weiteren Weg ins Zentrum der Talstadt erschließen, beginnend im Eckergrubenweg. Während im unteren Teil die Wegstrecke mit Wirtschaftswegen durch Gärten und Weinberge gut erschlossen ist, müsste das Teilstück von Marienthal ab der Filiale der Rheingauer Volksbank auf einer Länge von 620 m ausgebaut werden. Für beide neu zu bauenden Wege schlägt die SPD ein Ausbauverfahren analog der Erschließung des Mauerackerweges vor.

In ihrem Antrag erbittet die SPD die Unterstützung des Magistrats bzgl. Kostenschätzung und eventueller Fördermöglichkeiten. Die Sozialdemokraten erhoffen sich die Entwicklung eines Konzeptes und würden dabei gerne auf professionelle Unterstützung bauen.

Barrierefreie Fußwege

Auch bei Fußgängern sieht die SPD Verbesserungspotenzial. „In der Vergangenheit fanden Menschen mit einem Handicap und Familien mit Kinderwagen keine ausreichende Berücksichtigung für ihre Bedürfnisse“, moniert SPD-Chef Ulrich Berghof. Zwar sei in den letzten Jahren viel unternommen worden. Aber auch hier sei „die Gesamtsituation immer noch unbefriedigend“ und es fehle ein abgestimmtes Gesamtkonzept. Beispielsweise habe der Fußweg vom Seniorenwohnheim Rheingau-Residenz in der Rüdesheimer Straße zur Innenstadt immer noch sehr hohe Bordsteinkanten, was für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren problematisch ist. Gefährlich sei auch der Weg über die Brücke über die B42 vom Monrepos-Kreisel zum Rhein mit hohen Bordsteinkanten und zweimaliger Überquerung der Ab- bzw. Zufahrten zur B42.

Die SPD, so Ulrich Berghof, ist sich bewusst, dass es für ihr Konzept noch viele Hindernisse gibt – angefangen von der Tatsache, dass sie derzeit keine Mehrheit im Parlament hat bis hin zu den Kosten für eventuelle Baumaßnahmen. Auch sei man von den Grundstücksbesitzern im Wald abhängig. Dennoch sehen es die Sozialdemokraten als ihre Aufgabe an, Probleme hinsichtlich der Mobilität aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten vorzustellen.

Mit ihren Vorschlägen wollen sie ihrem Ziel näher kommen, den „Verkehr in der Innenstadt zu entschleunigen“ und barrierefreie Wege soweit wie möglich und so schnell wie möglich herzustellen. Und zuletzt soll in Geisenheim „Radfahren auf sicheren Wegen“ möglich sein.

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