„Wahlkampfversprechen einlösen“

Bürger-Energie-Genossenschaft sucht Gründungsmitglieder / Gewinn für die Region

Nina Prokosch und Klaus Seifert hoffen auf viele Interessenten für ihre Idee einer „Bürger-Energie-Genossenschaft.“

Im jüngsten Kommunalwahlkampf hatten fast alle Parteien das Thema Klimaschutz in ihren Programmen. Nun, nachdem sich der Pulverdampf der Wahlkampfschlachten gelegt hat und sich das Stadtparlament und die Ortsbeiräte konstituiert haben, wollen die beiden SPD-Parlamentarier Nina Prokosch und Klaus Seifert das Thema „umweltfreundliche Energiegewinnung“ wieder aufgreifen.

Ihre Idee: Wir gründen eine Bürger-Energie-Genossenschaft. „Wir gehen davon aus, dass durch den parteiübergreifenden Konsens das Vorhaben auf ein breites Interesse in der Bürgerschaft stößt“, gaben sich Prokosch und Seifert bei der Vorstellung ihrer Idee optimistisch.

Rund um den Szerencsplatz in Marienthal – wo beide Parlamentarier zuhause sind und auch im Ortsbeirat sitzen – gibt es am Beispiel der dortigen Reihenhäuser genügend Anschauungsmaterial, wie viele Dächer schon für Solaranlagen genutzt werden – aber auch, was bislang an Potenzial ungenutzt bleibt.

„Die Siedlung Im Hähnchen war seinerzeit schon als Vorzeigeprojekt für grünes und Energie sparendes Bauen konzipiert, die Dachausrichtung bewusst solarfreundlich nach Süden vorgegeben“, weiß Klaus Seifert, der in der letzten Wahlperiode noch Ortsvorsteher in Marienthal war.

Leider fehlten in der Bau- bzw. Kaufphase der Häuser und Wohnungen Vielen die nötigen Mittel, um Solaranlagen auf den Dächern zu platzieren. „Das wird jetzt Stück für Stück nachgeholt“, weiß Seifert. „Vorrangig aber im Zug von Besitzerwechseln, wenn neue Eigentümer ihr Haus energetisch auf den neuesten Stand bringen.“

Gewinn bleibt vor Ort

Seiferts und Prokoschs Idee ist nun, dass sich Bürger zu einer Genossenschaft zusammentun und geeignete Dachflächen mieten, auf denen dann Solaranlagen installiert werden können. Das sei sowohl zur Gewinnung von Strom als Photovoltaik-Anlage als auch zur umweltfreundlichen Erwärmung von Wasser in Kombination von thermischen Solaranlagen mit neuen Heizungen möglich.

Klaus Seifert: „Es geht bei einer Bürger-Energie-Genossenschaft nicht nur um die Eigentümer von Einfamilienhäusern. Es geht auch um Mieter, die im Rahmen von Mieterstromprojekten die Nebenkosten senken können.“ In diesem Fall errichtet und betreibt die Energiegenossenschaft eine Photovoltaikanlage, und verkauft den erzeugten Solarstrom gemeinsam mit Reststrom aus dem Stromnetz an Mieter, berichtet Klaus Seifert von positiven Erfahrungen in anderen Kommunen. „Der große Vorteil: Auch Mieter ohne eigenes Dach können von günstigem Solarstrom profitieren.“

Generell kann jeder Bürger auch ohne eigene Immobilie investieren; erzielte Gewinne gehen nicht an irgendwelche fernen Investoren, sondern bleiben vor Ort. Prokosch und Seifert wollen noch vor den Sommerferien zu einer Informationsveranstaltung einladen. Für das Gründungsteam der geplanten Genossenschaft suchen sie „fachlich versierte Mitstreiter*Innen. Vor allem energiewirtschaftliches und elektrotechnisches Know-How“ werde gesucht. Das Gründungsteam soll das Geschäftskonzept für die Genossenschaft vorbereiten. Interessenten möchten sich an Klaus Seifert werden, per Mail an klaus.seifert[at]gmx[dot]de oder telefonisch unter 06722-7109312.

Eines ist Klaus Seifert und Nina Prokosch wichtig: „Die Bürgerenergiegenossenschaft wird keine ehrenamtliche Freizeitveranstaltung werden, sondern eine professionelle Organisation, die preisgünstig Energie aus erneuerbaren Quellen bereitstellt und die dafür notwendigen Investitionen übernimmt.“

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