25 Jahre Freundschaft mit Herz und Verstand
Silbernes Partnerschaftstreffen der Kolpingfamilie aus Erfurt und Kiedrich mit einem attraktiven Rahmenprogramm

Die Mitglieder beider Kolpingfamilien auf der Treppe des St. Valentinushauses.

Kiedrich. (mh) – Nachdem die damaligen Vorsitzenden Peter Maulhardt und Egon Aumüller wenige Tage nach dem Mauerfall den Kontakt zwischen ihren Kolpingfamilien geknüpft hatten, treffen sich ihre Mitglieder wechselweise regelmäßig einmal jedes Jahr. Zum 25. Partnerschaftstreffen waren 22 Mitglieder vom 3. bis 5 Oktober nach Kiedrich gekommen, um dieses Silberne Jubiläum gebührend zu feiern.

Hildegard Aumüller, die ein erlebnisreiches und attraktives Rahmenprogramm für die drei Besuchstage ausgearbeitet hatte, erinnert sich noch gerne und lebhaft an die erste Begegnung mit Peter Maulhardt und ihrem inzwischen verstorbenen Mann Egon im Jahr 1990. Dabei habe man auf Anhieb festgestellt, „dass die Chemie zwischen uns beiden stimmt“. Deshalb sei auch schnell vereinbart worden, eine Partnerschaft zu knüpfen, die sich inzwischen als beständig erwiesen hat.

Bereits im April 1991 haben, so Hildegard Aumüller rückblickend, 36 Mitglieder der Kolpingfamilie aus Kiedrich die thüringische Landeshauptstadt Erfurt besucht, „in der uns die dortige Kolpingfamilie sehr herzlich aufgenommen hat“. Während unseres Aufenthalts sei nicht nur die Stadt besichtigt, sondern auch ein Gottesdienst in der Neuwerkskirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Crucis gefeiert worden. In einer Liebesmalfeier (Agape) im Marienstift sei die Partnerschaft auf ein festes Fundament gestellt worden.

Nachdem im April 1992 insgesamt 35 Mitglieder der Erfurter Kolpingfamilie in Kiedrich zu Gast waren, „haben wir uns ohne Unterbrechung jedes Jahr einmal getroffen und unsere Verbindung intensiviert“, so Hildegard Aumüller weiter. Als besondere Höhepunkte nannte sie die Teilnahme an der Feier zum 150. Jubiläum der Kolpingfamilie Erfurt im Mai 2003 im dortigen Kaisersaal mit dem damaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel als Festredner und den Besuch des dortigen Weihnachtsmarktes im November 2011.

Weil in den vergangenen 25 Jahren zwischen den beiden Kolpingfamilien auch viele familiäre Beziehungen entstanden sind, besuchen sich auch außerhalb der Partnerschaftstreffen ihre Mitglieder wechselseitig immer wieder in unregelmäßigen Abständen. Deshalb war es für viele Kiedricher Kolpingmitglieder ganz selbstverständlich, einen großen Teil ihrer Gäste bei ihrer Ankunft in Empfang zu nehmen und diese während ihres Aufenthalts im gotischen Weindorf in ihren eigenen vier Wänden zu beherbergen.

Am Samstag waren die beiden Partnerfamilien zum Kloster Eibingen gefahren, um sich von Schwester Emmanuela über das „Klosterleben von heute“ informieren zu lassen. Dabei zeigten sich die Gäste angenehm überrascht darüber, dass dort aktuell 51 Schwestern nicht nur das Erbe von Hildegard von Bingen bewahren und pflegen sondern auch einen Weinberg bewirtschaften und Gäste beherbergen.

Nach einem Besuch im Klosterladen und einem Mittagessen im Gutsausschank „Magdalenenhof“ mitten in den Rüdesheimer Weinbergen hatten Gastgeber und Gäste den „freien“ Nachmittag für eigene Aktivitäten genutzt, um im Rahmen eines Begegnungsabends bei kurzen Ansprachen einem leckeren Menü und edlen Kiedricher Weinen das Partnerschaftsjubiläum im kleinen Saal des Bürgerhauses zu feiern. Den ganzen Tag hatten Pfarrer und Präses der Kolpingfamilie Erfurt, Peter Matheis, und Diakon und Präses der Kiedricher Kolpingfamilie, Hans-Jürgen Siebers, die Gruppe begleitet.

Wie Vorsitzender Norbert Bibo sagte, spiegelt sich in der Zahl 25 nicht nur die Konstanz unserer Partnerschaft wider, sondern weckt auch die Erinnerung an wichtige Daten der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Von diesem Zeitpunkt an sei es für die beiden Kolpingfamilien aus den Westen und dem Osten keine Frage gewesen, „dass nun zusammenwachsen muss, was auch zusammengehört“. Zumal uns der von Adolf Kolping gelebte christliche Glauben verbindet“.

Er hätte es sich gewünscht, so Bibo, „dass Egon Aumüller noch dieses Jubiläum hätte mit erleben können“. Deshalb sei er seiner Frau Hildegard sehr dankbar, dass sie die Organisation dieses Partnerschaftstreffens übernommen hat.

Pionier der Ersten Stunde

„Wir sind dankbar darüber, dass Menschen vor Ort sich mit Herz und Verstand der Sache angenommen haben“, zeigte sich auch Michael Meinung, derzeit amtierender Vorsitzender der Kolpingfamilie Erfurt, erfreut und zufrieden darüber, „dass die Partnerschaft mit Kiedrich im Sinne von Adolf Kolping nicht nur realisiert worden ist, sondern auch nach 25 Jahren noch voll mit Leben erfüllt ist.

Insbesondere danke er Egon Aumüller als „Pionier der ersten Stunde“ von ganzem Herzen. Gleichzeitig erinnerte er ein wenig augenzwinkernd daran, „dass unsere Partnerschaft unter anderem drei Päpste überlebt hat“. Auch die zahlreichen gemeinsamen Erlebnisse mit den Freunden aus dem gotischen Weindorf seien auch bei ihm noch in allerbester Erinnerung. Als Gastgeschenk überreichte er Norbert Bibo einen prall gefüllten Präsentkorb mit Spezialitäten aus dem Freistaat Thüringen verbunden mit dem Wunsch, „dass Gott unser gemeinsames Wirken auch weiterhin segnen möge“.

Wie Erster Beigeordneter Hubertus Harras in Vertretung von Bürgermeister Winfried Steinmacher in seinem Grußwort betonte, haben vor 25 Jahren viele Menschen aus Ost und West die Wiedervereinigung erhofft. Viele hätten aber auch gelächelt, wenn davon die Rede gewesen sei.

Deshalb sei er den Kolpingfamilien aus Erfurt und Kiedrich sehr dankbar, „dass beide den Gedanken der Einheit immer hoch gehalten und damit einen wertvollen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands geleistet haben“. Als Dank und Anerkennung für die Pflege der Partnerschaft überreichte er Michael Meinung unter großem Beifall eine Kiste mit einem Dutzend Flaschen Wein aus dem Weinberg der Ehe.

Am Sonntagvormittag hatten die Mitglieder beider Kolpingfamilien eine von den Pfarrern Winfried Debus, Peter Matheis und Eddy Savarimuthu in der Kapelle des St. Valentinushauses zelebrierte Messe besucht. Anschließend hatte Werner Kremer den Gästen die St. Valentinusbasilika und die St. Michaelkapelle vorgestellt. Danach waren alle auf den Friedhof gegangen, um die Gräber verstorbener Kolpingmitglieder zu besuchen. Nach einem Mittagessen in der Cafeteria des Valentinushauses klang das 25. Partnerschaftstreffen in geselliger Runde aus.

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