Gelungene musikalische Kooperation über den Rhein

Gelungene musikalische Kooperation über den Rhein
Konzert der Sängervereinigung Kiedrich mit Sängerinnen und Sänger der HfM Mainz

Willibald Bibo, Lieselotte Fink, Nerea Elizaga Gomez, Hana Holodnakova, Changhoun Eo, Elisabeth Scholl, Diethelm Lober, Tobias Fischer (v.l.n.r.).

Kiedrich. (mh) – Lang anhaltender Beifall und Bravo-Rufe waren der Dank der Besucher des geistlichen Chorkonzerts der Sängervereinigung Kiedrich, bereichert durch Darbietungen von Interpreten der Hochschule für Musik Mainz (HfM) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in der Basilica minor St. Valentinus am vergangenen Sonntagnachmittag. Die Kirche einschließlich der Empore war bis auf den letzten Platz besetzt.

„Ich bin, so Ton-Ingenieur Diethelm Lober“ „voll und ganz zufrieden sowohl über das große Interesse der Musikfreunde wie auch über die sehr guten Leistungen meiner Sänger, die auch mich überzeugt haben“. Der starke Beifall sei ein völlig neutraler Gradmesser, „dass sich unsere vor etwa einem dreiviertel Jahr begonnenen Proben mit zwei Probenwochenende gelohnt haben. Seine Befürchtung, nicht ganz mit den „Profis“ der Hochschule für Musik mithalten zu können, habe sich nicht bestätigt. Insofern war, fügte er hinzu, das Konzert eine gelungene musikalische Kooperation über den Rhein“.

Nach der Begrüßung der erwartungsvollen Gäste startete das Konzert mit geistlicher Musik. Bei den Darbietungen „95. Gebet“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Psalm 23“ (Der Herr ist mein Hirte) von Franz Schubert, begleitet von Willibald Bibo am Klavier, war sofort zu erkennen, dass dieser Chor auch sehr anspruchsvolle geistliche Lieder mit viel Einfühlungsvermögen und stark in der Interpretation hervorragend darzubieten versteht. Dabei präsentierte er sich, wie auch im weiteren Verlauf des Konzerts, als ein in sich stimmiger und bestens harmonierender Klangkörper.

Um das Konzert sehr zur Freude der Zuhörerinnen und Zuhörer abwechslungsreich zu gestalten, folgten in einem weiteren „Block“ mit der Darbietung „Wanderers Nachtgebet“ von B. Stürmer OP.32, „Nachtgebet“ von Mathieu Neumann und „In Mondes Schimmer“ von Hugo Alfvén beschauliche Lieder, die auch ein wenig zum Träumen animierten.

Dass die Sänger der Sängervereinigung auch Spirituals überzeugend darzubieten verstehen, wurde bei den Vorträgen von „My Lord what a morning“ von W. Siegler, „Now let me fly“ von R. Lee Gilliam und „When the Saints go marching in“, arrangiert von Denys Hood“ , sehr deutlich. Letzteres, das auch zum Repertoire von Louis Armstrong zählte, hat sich bekanntlich vom Evergreen der Popularmusik zu einem Jazz-Standard entwickelt.

Der Sängervereinigung war es auch vorbehalten, das Konzert mit variantenreichen Liedern, wie der Motette von Hans Georg Nägeli, „Der Legende von den 12 Räubern“ von Gus Anton und „Jerusalem“ in dem Chorsatz von Fritz Iblau zu beenden. Im Verlaufe der Darbietungen zeigte Tobias Fischer unter anderem bei „My Lord what a morning“ und „Nachtgebet“ sein gesangliches Können als Bariton.

Wie Sopranistin Elisabeth Scholl, Professorin in der Hochschule für Musik Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sagte, „haben wir das Konzert der Sängervereinigung Kiedrich sehr gerne bereichert. Sie hatte die Leitung für die Darbietungen der Sängerinnen und des Sängers der Hochschule für Musik Mainz inne.

In der ersten Programmhälfte, die stärker mit „echter“ Kirchenmusik gefüllt war, sangen Nerea Elizaga Gomez (Sopran) aus Vivaldis Gloria in D-Dur das „Domine Deus“, begleitet an der großen Orgel von Willibald Bibo, und Changhoun Eo (Alt) das geistliche Lied „Brunnquell aller Güter“ aus Bachs „Schemelli-Gesangbuch“.

Zuvor hatten Lieselotte Fink (Mezzosopran) und Elisabeth Scholl aus Monteverdis Marienvesper, einer frühbarocken Komposition, das Duett „Pulchra es“ und gemeinsam mit Hana Holodnakova (Sopran) das Terzett „Duo Seraphim“ gesungen, das mit sehr vielen virtuosen Verzierungen gespickt ist.

In der zweiten Hälfte begeisterten die Sängerinnen der Hochschule für Musik Mainz das Publikum mit dem Titel „Wanderers Nachtlied“ und „Wandrers Nachtlied“ von Franz Schubert. Diese reflektieren über die Endlichkeit des Lebens, die Sehnsucht nach Erlösung im Frieden und die Geborgenheit in der Hand Gottes. Beide Lieder sind sehr ruhig komponiert und drücken eine gewisse Gelassenheit gegenüber dem Schicksal und auch ein bisschen Todessehnsucht aus.

Abschließend boten sie „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck aus seiner Oper „Hänsel und Gretel“ dar, gesungen von Hana Holodnakova und Nerea Elizaga Gomez. Dabei handelt es sich um ein Werk der Hochromantik, das immer wieder wegen seiner Schlichtheit und Schönheit Menschen anrührt.

Zuvor spendete das Publikum Willibald Bibo für seine großartige Darbietung „Präludium und Fuge in D-Dur“ von Johannes Sebastian Bach auf der Orgel spontanen Applaus. Diese gilt bekanntlich als die älteste spielbare Orgel Deutschlands, nach neuesten Forschungen zwischen 1500 und 1520 erbaut.

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