Spannender Krimi und edle Weine im „Keller & Kunstkontor“

Spannender Krimi und edle Weine im „Keller & Kunstkontor“
Lesung der Autorin Brigitte Pons aus „Der blauen Sehnsucht Tod“ auf Einladung der Kiedricher Bücherstubb

Brigitte Pons war auf Einladung der Kiedricher Bücherstubb zur Lesung in das „Keller & Kunstkontor“ gekommen.

Kiedrich. (mh) – Zu einer weiteren vom Kiedricher Bücherstubb e.V., diesmal in den Räumen der Backstube der ehemaligen Bäckerei Bibo und jetzigem Studio der Künstlerin Kessy Scriba inszenierten Lesung konnte Hausherr Hubert Allert Krimifans von Nah und Fern willkommen heißen. Er hatte auch dafür gesorgt, dass die Anwesenden sich an edlen Weinen erfreuen konnten.

Dazu hatte der Vereinsvorstand die Autorin Brigitte Pons eingeladen, die ausgewählte Passagen aus ihrem Buch „Der blauen Sehnsucht Tod“ rezitierte.

Dieses zählt zu ihrer vierteiligen Reihe von Romanen, in denen Frank Liebknecht ermittelt.

Wie Pons bei ihrer Vorstellung berichtete, wurde sie 1967 in Groß Gerau geboren. Beruflich sei sie teilzeitbeschäftigte Bankkauffrau, „weil ich damit ein konstantes Einkommen habe“. Das Schreiben mache ihr bereits seit ihrer Jugend Freude und entwickle sich immer mehr zu ihrem Hauptberuf.

Unter ihren inzwischen neun im Buchhandel erhältlichen Büchern seien acht Kriminalromane. „Der blauen Sehnsucht Tod“ habe sie geschrieben, „weil ich von dem im Zweiten Weltkrieg verschollenen Gemälde 'Der Turm der blauen Pferde' des Malers Franz Marc total begeistert war“.

Nachdem Hermann Göring der letzte bekannte Besitzer war, der das Gemälde nach seiner Entfernung aus der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937 in München für seine Kunstsammlung vereinnahmt hatte, gilt es seit Kriegsende als verschollen. Dies gebe Anlass zu Spekulationen darüber, „was mit dem Gemälde geschehen ist“.

Nachdem die Autorin ihre erwartungsvolle Zuhörerschaft in einem Prolog, in dem sie anschaulich die ganze Dramatik eines Luftgefechts über dem Odenwald mit der Folge des Absturzes eines deutschen Jäger beschreibt, in die Lesung eingestimmt hatte, führte sie diese schnurstracks auf den Kirchplatz von Vielbrunn, auf dem eine Tausendjahr-Feier voll im Gange war.

Dort anwesend war auch der vor Ort bestens bekannte, „Frankie“, mit vollem Namen Frank Liebknecht, ein noch junger Polizist in einem Polizeiposten im Einmannbetrieb mitten im Odenwald. Schnell fiel ihm auf, dass ihn eine attraktive junge Frau, die nicht zu den mit Papiertischdecken bespannten Bierzelttischen passte, unverhohlen anflirtet.

Weil ein Schlitzer, der wahllos Tiere mit einem Messer attackiert, sich in der Gegend um Vielbrunn herumtreibt, fährt Liebknecht zwei Tage nach dem Fest zu einem Kontrollbesuch auf einem Aussiedlerhof. Dabei trifft er für ihn völlig überraschend die unbekannte Schöne, an die Pferdekoppel gelehnt, wieder. Weil er merkt, dass ihn diese Frau durcheinander bringt, versucht er sie mit dienstlichen Augen zu sehen. Als sie beim Versuch, sich den letzten Grashalm vom Fuß abzuschütteln, das Gleichgewicht verliert, landet sie mit spitzem Schrei an seiner Brust. Als Grund ihrer Anwesenheit nennt sie Pferde und fügt hinzu: „Unglaublich schöne Tiere, nicht wahr“. Für sie gebe es nichts Aufregenderes, als die Energie zu spüren, die von einem Hengst ausgeht. Ohne eine Antwort auf die Frage zu geben, ob auch er gerne reite, steigt Frank Liebknecht mit hartem Antritt in die Pedale.

Nachdem ihm Linda Ehlers, die nach ihren Worten aus rein sentimentalen Gründen auf der Suche nach einem im Zweiten Weltkrieg unter mysteriösen Umständen verschwundenen Gemälde ist, vom „Russenhaus“, von vier blauen Pferden, gemalt von Franz Marc sowie von ihrer Großmutter, die dieses Bild seit ihrer Kindheit nicht vergessen konnte erzählt, macht Frank Liebknecht sich auf den Weg nach Murnau, um dort zu recherchieren.

Wieder in Beerfelden zurück, trifft er auf Heinrich Ritter, der als Kind einen deutschen Piloten nach einem Absturz gerettet hatte. Da dieser dem Regiment von Herrmann Göring angehörte, erhofft er sich, vom damals 13-Jährigen mehr über das Gemälde von Franz Marc zu erfahren.

Als Linda Ehlers ermordet aufgefunden wird, steckt Frank Liebknecht „bis zum Hals in der Scheiße“, denn er soll der Letzte gewesen sein, der sie lebend gesehen hat. Von den Ermittlungen ausgeschlossen, will er jedoch nicht stillhalten, stochert weiter im Nebel der Vergangenheit und kommt dabei Geheimnissen auf die Spur, die seit Jahren vergraben sind.

In dem nach der Lesung lebhaften Dialog mit den Zuhörerinnen und Zuhörern teilte die Autorin auch mit, dass sie Autodidaktin ist. Über die in ihren Romanen vorkommenden Personen mache sie sich zuvor kein umfassendes Bild, sondern wachse mit dem Figuren im Verlaufe des Schreibens zusammen und lerne sie dann immer besser kennen. Wie sie mit Blick in die Zukunft ausführt, werde sie als Nächstes einen Liebesroman schreiben.

Da es Brigitte Pons charmant gelang, ihre Zuhörerschaft mit den von ihr zitierten Passagen voll in ihren Bann zu ziehen und den Spannungsbogen mehr und mehr zu steigern, war der Wunsch auf den Erwerb dieses Krimis groß. Jeder Käufer kann nun in aller Ruhe nachlesen, was Frank Liebknecht bei seinen eigenen Ermittlungen herausfindet. Das Buch kann in der Bücherstubb ausgeliehen werden.

Weitere Artikelbilder:

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Neueste Kommentare

Musik aus der Zeit des Hattenheimer Geigerkönigs
26 Wochen 5 Tage
Fachwerkhaus beschädigt
30 Wochen 3 Tage
Betrieb im Kindergarten Ranselberg geht weiter
49 Wochen 5 Tage
60 Menschen verlieren ihren Job
1 Jahr 18 Wochen
Dem Opernsänger Peter Parsch zum Gedenken
1 Jahr 28 Wochen


X