Wird Tempo 30 zu häufig überschritten?

Wird Tempo 30 zu häufig überschritten?
Anwohner Daniel Kannenberg stellt zu schnelles Fahren in der Bingerpfortenstraße fest

Kiedrich. (mh) – „In der Bingerpfortenstraße ab dem Kreisel in Richtung Eichberg/Kloster Eberbach wird sehr häufig zu schnell gefahren, obwohl dort Schilder auf eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 hinweisen“, sagt Daniel Kannenberg und fühlt sich durch seine subjektiven Beobachtungen durch die zwischen dem 30. Oktober 2017 und 8. Januar 2018 aufgezeichneten rund 127.000 Messwerte bestätigt.

Davon weisen rund 44.500 Messwerte (cirka 35 Prozent) eine Geschwindigkeit zwischen 10 und 30 km/h aus.

Rund 60.000 Messwerte lagen im Bereich zwischen 30 und 40 km/h (= cirka 47 Prozent. In rund 23.000 Messwerten (= cirka 18 Prozent) wurden Geschwindigkeiten zwischen 40 und 80 km/h dokumentiert. Spitzenreiter sind zwei Messwerte, die eine Geschwindigkeit zwischen 80 und 90 Stundenkilometer aufweisen.

Zu diesen Messungen weist Kannenberg, der mit seiner Familie seit fünf Jahren im gotischen Weindorf wohnt, darauf hin, dass diese in einer Zeit durchgeführt wurden, in der weniger Verkehr als beispielsweise in anderen Monaten herrscht. Dazu zähle in erster Linie der Besuch des Rheingau Musik Festivals und anderer Veranstaltungen in Kloster Eberbach im Sommer.

Nach Kiedrich sei er gezogen, weil er vom Bau einer Umgehungsstraße gelesen und gehört habe. Doch inzwischen sei es um dieses Projekt still geworden und offensichtlich auch kein Thema im Gemeindeparlament mehr. Dabei nehme der Verkehr auf dieser Landesstraße immer mehr zu. Dies werde ihm auch von vielen seiner Nachbarn bestätigt.

Erst vor wenigen Tagen sei seine Katze überfahren worden. Er denke mit Schrecken daran, dass wegen zu schnellen Fahrens auch ein Kind in betroffen sein könnte, das sich auf dem Weg zur Schule oder dem Kindergarten und zurück befindet. Bevor dort etwas Schlimmes passiere, fordere er weitere Maßnahmen zu einer Beruhigung des Verkehrs. Dazu schlage er auch das mehrmalige Aufbringen der Zahl 30 auf dem Straßenbelag vor.

Wie das Hessische Verkehrsministerium auf Anfrage mitteilt, liegt die Baulast für die Bingerpfortenstraße westlich des Kreisels, also vom und zum Kloster Eberbach, beim Land Hessen. Zuständig sei Hessen Mobil als Straßenbaubehörde. Anordnung und Vollzug von Geschwindigkeitsbeschränkungen sei dagegen Aufgabe der Straßenverkehrsbehörde, in diesem Falle der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises.

Um zusätzliche baulichen Maßnahmen in die Wege zu leiten, müssten Straßenbau- und Straßenverkehrsbehörde, heißt es weiter, zunächst die Situation (bauliche Situation, Verkehrsgeschehen, Gefahrenpotenzial, Unfallgeschehen) analysiert werden. Es wäre sinnvoll, wenn sich die Gemeinde in dieser Angelegenheit an den Landrat und dieser an Hessen Mobil wendet.

Werde bei der Analyse Handlungsbedarf festgestellt, müsste geprüft werden, welche Optionen zur Verfügung stehen und ob diese geeignet und verhältnismäßig sind. Dabei ist zu beachten, dass die L3320 in der Ortsdurchfahrt Kiedrich eine überörtliche Verbindungsfunktion hat, die durch Maßnahmen, wie etwa Engstellen oder Schwellen beeinträchtigt würde.

Bürgermeister Winfried Steinmacher hat sich, entsprechend der Empfehlung des Hessischen Verkehrsministeriums, in dieser Angelegenheit an den Landkreis gewandt. Eine Antwort dazu liegt ihm bisher noch nicht vor.

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