Neujahrsgrüße 2021 aus Lorch

Ivo Reßler.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wünsche Ihnen allen ein gutes neues Jahr 2021! Mögen alle Ihre persönlichen Wünsche und Anliegen in Erfüllung gehen.

Rückblickend ist das vergangene Jahr immer ein ereignisreiches, das Jahr 2020 jedoch war ein ganz besonderes. Mit der Covid-19-Pandemie hat es uns alle an viele Grenzen im beruflichen und privaten Leben gebracht, jedoch auch aufgezeigt, dass es neue Wege gibt, die wir beschreiten können.

Unser Arbeitsleben hat sich verändert, die Digitalisierung geht plötzlich schneller als gedacht. Die Schulen haben das „Homeschooling“ eingeführt, einerseits eine gute Entwicklung, den Unterricht fortzusetzen, anderseits wurde damit den Familien zu allen Einschränkungen eine weitere Bürde auferlegt, denn plötzlich waren die Eltern auch Lehrer. Die persönlichen Kontakte wurden stark eingeschränkt und bis heute sind die Auswirkungen zu spüren. All das haben wir gemeistert und Ihnen allen gilt mein Dank für Ihren Einsatz, Ihre Geduld und Ihr Verständnis für die getroffenen Maßnahmen, aber auch denen die Ihren Unmut ausgedrückt haben und den Gedanken vieler Ausdruck verschafft haben. Die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger untereinander, die Nachbarschaften und immer wieder die Motivation, der Situation gemeinsam entgegenzutreten, haben gezeigt, wie positiv wir in schweren Situationen miteinander umgehen. Es ist noch nicht überstanden, aber ein Streif am Horizont lässt hoffen, dass dieses Jahr ein besseres wird und die so wichtigen sozialen Kontakte wieder vermehrt gepflegt werden können.

Trotz aller Unannehmlichkeiten durch die Pandemie haben wir in Lorch auch ein paar schöne und positive Entwicklungen im Jahr 2020 zu verzeichnen. An erster Stelle sei hier die Sicherung der ärztlichen Versorgung vor Ort genannt. So hat unsere Arztpraxis in Lorch Verstärkung durch Herrn Dr. med. Matthias Ott erfahren, der sich seit August 2020 gemeinsam mit Herrn Dr. med. Michael Ohmer und Frau Dr. med. Brigitte Haschä für die Gesundheit der Menschen in Lorch einsetzt.

Die Kolpingkapelle hat sich am Thomas-Morus-Haus und am Haus Martin mit einigen Musikern eingefunden, um den Lockdown für die Menschen dort mit Musik zu verschönern. Dies alles geschah unter Beachtung der gebotenen Hygienemaßnahmen. Auch am Nikolaustag erfreute die Kolpingkapelle mit einem besonderen Konzert von der Nollig aus. Nicht live, sondern von CD spielte sie Weihnachtslieder weit hörbar nach Lorch hinein. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Die Pandemie hat auch viel Kreativität freigesetzt. Diese hat sich u.a. über eine „online-Weinprobe in Lorchhausen“, organisiert vom Verein der Feuerwehrfreunde Lorchhausen bis zum „Weihnachtsmarkt dahaam“ von WIR für Lorch am Rhein e.V. initiiert, dargestellt. So wurde trotz Abstand ein Stück Gemeinschaft geschaffen.

Den Weihnachtsbaumverkauf 2020, den die Feuerwehr Lorch wegen der unklaren und verschärften Pandemiesituation zum Jahresende hin abgesagt hat, konnte mit Herrn Jakobs aus Zorn trotzdem am 19. Dezember stattfinden, was von den Lorcherinnen und Lorchern gerne und reichlich angenommen wurde. Die Jugendfeuerwehr Lorch bekam je Baum einen Obolus. Der ehemalige Lorcher Stadtbrandinspektor und 1. Vorsitzende des Feuerwehrvereins Lorch, Torsten Lukas, setzte sich bei seinem Feuerwehrkollegen aus Zorn für diese Aktion ein. Vielen Dank.

Nach vielen Jahren konnten wir in 2020 endlich wieder eine Weihnachtsbeleuchtung auf der Schwalbacher Straße installieren. Zwar nicht opulent gestaltet, sei sie dennoch schön, wie selbst aus dem Magistrat zu hören war. Die Spende des Vereins WIR für Lorch am Rhein e.V. mit Unterstützung der SÜWAG AG hat die Stadt Lorch gerne entgegengenommen. Diese umfasste fast 50% der Anschaffungskosten. Vielen herzlichen Dank den Spendern.

Ein langer Weg um den Buswendeplatz neigt sich dem Ende. 2018 verkauften die Entscheider und Gremien der Stadt Lorch den Rest der verbliebenen Lohwiese mitsamt der Bushaltestelle zugunsten eines Seniorenwohnheims. Für die Schüler musste nun eine Alternative gefunden werden. Mit allen Beteiligten wie Polizei, unterer Straßenverkehrsbehörde, Vertretern des Schulamts, des Elternbeirats sowie der Rektorin der Wisperschule, Frau Hartung, konnte im Dezember eine Lösung nach mehrmaligen Anläufen erarbeitet werden. Eine Haltestelle direkt vor der Volksbank wurde vom Vorstand der Bank abgelehnt, es würden zu viele Parkplätze wegfallen.So wurde die Haltestelle vor das oberhalb der Volksbank gelegene Haus in der St. Benoit Straße verlegt und neben allen anderen möglichen Standorten als die beste Lösung erachtet. Keine Frage, es ist eine wesentliche Verschlechterung zum heutigen Stand. Ein steiniger Weg, der uns dort aufgebürdet wurde, jedoch haben wir nun einen akzeptablen Stand für die Schulkinder als auch für den Bauträger, der im Juni 2021 mit dem Baubeginn rechnet. Herr Dr. rer. pol. Schmidt-Bovendeert, Geschäftsführer der HSB Bauträger und Immobilien GmbH aus Bad Marienberg hat sich trotz aller Widrigkeiten immer wieder positiv in die Gespräche eingebracht und nach Erhalt der Baugenehmigung in Jahr 2020 nicht auf die sofortige Umsetzung der Baupläne und deren Ausführung gedrungen.

Ein Meilenstein für die Freiwillige Feuerwehr Espenschied ist der Fakt, dass der seit Jahren im Bau- und Entwicklungsplan (BEP) geforderte Umbau endlich angegangen wird. Die Baugenehmigung liegt vor, die Gelder sind als Investition eingeplant und eine Förderung durch die Hessenkasse lässt die Kosten auf 10 Prozent sinken.

Der Garagenanbau an die Gebäude der FFW Lorch nimmt nach vier Jahren nunmehr Fahrt auf, wenn auch langsam, die Ursachen hierfür sind vielfältig.

In den Abläufen zu Bauangelegenheiten wird nach und nach Verbesserungspotential erkennbar, dass es für die Zukunft zu nutzen gilt.

Auch sehr positiv zu bewerten ist der Anstieg der Kinderzahlen in Lorch und den Stadtteilen. Der Kindertagesstätten-Bedarfsplan für Lorch, vom Kreis Mitte November erstellt, zeigt auf, dass wir bereits im KiTa-Jahr 20/21 34 Plätze zu wenig vorgehalten haben. Die Erhöhung der Anzahl Plätze in der KiTa Ranselberg um zehn Plätze seit dem 01.01.2021 ist darin bereits enthalten. Ab dem KiTa-Jahr 21/22 fehlen der Stadt Lorch 51 Plätze, um dem gesetzlichen Anspruch auf einen KiTa-Platz zu erfüllen. Dies betrifft alles die Altersgruppe 3–6 Jahre. Die Antwort auf die Frage des Kreises, wie wir dem gedenken entgegenzusteuern, sind wir noch schuldig. Die Diskussion um eine Lösung steht in nächster Zeit an.

Positiv hat sich auch der Sparkurs der Stadt Lorch bemerkbar gemacht, denn wir konnten das Defizit der Kassenkredite zum 31. Dezember 2020 konstant halten. Die geforderte Verminderung um 150 Tausend Euro konnten wir nicht erfüllen. Geholfen dabei hat auch die Unterstützung von Bund und Land mit rund 183 Tsd. Euro für den Ausfall der Gewerbesteuereinnahmen.

Die Konsolidierungspfade, die vom Landesrechnungshof genannt und gefordert wurden, haben wir zum großen Teil umgesetzt und dadurch auch entsprechende Einsparungen in der Zukunft erreicht. Ziel ist es nun weiter, mittel- und langfristige Einsparmöglichkeiten zu finden. Für den Haushalt 2021 wurden teils durch Teilzeitvereinbarungen, Altersteilzeitmodelle und der Besetzungssperre von Stellen, die in 2020 durch vorzeitigen Renteneintritt frei wurden, Kündigung eines 450-Euro-Jobs jährliche Einsparungen von ca. 50 Tsd. Euro erzielt. Maßnahmen wie die Umschuldung hochverzinster Investitionsdarlehen stehen auf dem Plan und können rund 200–240 Tsd. Euro jährlich bedeuten. Dies ist jedoch abhängig von einem ausgeglichenen Haushalt für das Jahr 2021. Die Beratung in der Stadtverordnetenversammlung am 1. Dezember, bzw. 8. Dezember 2020 (am 1. Dezember war die Stadtverordnetenversammlung nicht beschlussfähig, da 13 Mandatsträger fehlten) wurde von SPD und CDU mit der Rückgabe an den Magistrat auf 2021 verschoben.

2021 wird ebenfalls ein Jahr der Herausforderungen und ein Jahr der Wahlen. Die Kommunalwahl am 14. März 2021 sowie die Bundestagswahl am 26. September 2021 stehen an.

Für Lorch gibt es das Thema BuGa, einhergehend damit einen Haushalt, der ausgeglichen und beschlossen sein muss. Kindergartenbedarfsplanung, Themen rund um die Konsolidierung des Haushalts auf lange Zeit, an erster Stelle eine Organisations- und Strukturanalyse, gefördert vom Land Hessen, die Stärken sowie Schwachpunkte in den einzelnen Bereichen der Verwaltung aufzeigen und ein zukunftsfähiges Konzept zur Umsetzung mit sich bringen soll. Einsparungen im Haushalt auf der Seite der Aufwendungen von 200 Tsd. Euro sind ebenfalls umzusetzen, um die Grundsteuer B so niedrig wie möglich halten zu können. Dabei zählt derzeit nur, die Fakten nüchtern zu betrachten und Wege aus der Misere zu finden und zu beschließen.

Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) weiter nutzen und erarbeiten, dem digitalen Wandel Vorschub leisten. Die IT ist ein mehr als wichtiger Faktor in den nächsten Jahren und bedeutet für kleine Kommunen große Lasten, also versuchen wir mit drei kleineren Kommunen einen IT-Bereich zu gründen, der allen Entlastungen bringen soll, dabei aber systemseitig und im customizing Stärke verleihen soll.

Sehen wir also zuversichtlich in das neue Jahr 2021. Machen wir aus der „Not des alten Jahres“ die Motivation für das neue Jahr.

Das alte Jahr hat aber auch eins gezeigt: Der Rheingau und auch der Rheingau-Taunus-Kreis stehen zusammen und gehen die Themen in allen schwierigen Situationen kooperativ und offen an. Nicht alle Diskussionen und Ergebnisse sind immer für jedes Stadtoberhaupt richtig, allerdings wird es gemeinsam getragen. Ein wichtiger Schritt, der uns verbindet und für die Zukunft stark macht.

Im neuen Jahr wird es, so die Gremien dies unterstützen, mehr Bürgerbeteiligung und Bürgerprojekte geben, das steht ganz oben auf der Tagesordnung und ist die Zukunft in Lorch.Denn ohne Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, schaffen wir keinen Fortschritt. Den Kampf gegen fehlende finanzielle Mittel gewinnen wir nur gemeinsam, mit Einsparungen und der Unterstützung aller, wenn es um die Umsetzung möglicher Projekte in Lorch und den Stadtteilen geht.

Abschließend möchte ich ganz herzlich allen danken, die sich ehrenamtlich für unser Lorch und die Stadtteile engagieren, sei es in Vereinen oder in Verbänden organisiert, oder einfach nur so ihren Dienst für die Allgemeinheit leisten. Sind wir dankbar dafür, dass es immer wieder Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die sich so intensiv einsetzen, wobei Privates und Persönliches oft zurückstecken muss.

Danke sagen möchte ich auch all meinen Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, beim Bauhof, dem Wasserwerk und den Abwasseranlagen sowie beim Forst. Ich bin stolz auf das, was hier unter teils sehr widrigen und schwierigen Bedingungen geleistet wird.

 

Ihr / Euer Ivo Reßler

Bürgermeister der Wein- und Kulturstadt Lorch am Rhein

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