Eine Verbindung aus Farbe, Tusche und Freude

Eine Verbindung aus Farbe, Tusche und Freude
Renalisa Bergmann zeigt Sumi-e Malerei im Weingut Ottes

Renalisa Bergmann mit einem ihrer ausgestellten Bilder: Fünf Tulpen.

Lorch. (rf) – Bei der Sumi-e Malerei geht es nicht um getreue Nachahmung der Natur, sondern um das tiefste Sein der Natur. Eindrucksvoll stellt die Künstlerin Renalisa Bergmann dies mit ihren Bildern in der Ausstellung im Weingut Karl Ottes dar. Sumi-e ist die Schwarz-weiß-Kunst der Tuschemalerei in Japan. Sie wurzelt in der asketischen Haltung der Zen-Mönche und arbeitet mit sparsamsten Mitteln. Es werden keine Skizzen angefertigt und auch kein Lineal benutzt.

So erscheint die Malerei wie von selbst aus dem Nichts auf dem Papier. Renalisa Bergmann füllt einen speziellen Pinsel mit Tusche und Wasser. Während zunächst tiefe Schwarztöne zu Papier gebracht werden, entstehen durch Hinzukommen des Wassers die Grautöne, je nach Pinselführung mal breit, dann ganz fein und immer heller werdend. „Eine Verbindung aus Farbe, Tusche, Duft, Klang und Freude“, sagt die Künstlerin, die am liebsten den ganzen Tag malen möchte. Die schwarze Tusche ergänzt sie auch mal mit zarten Farben, Gold- oder Silberpuder, und so erscheinen Vögel und Blüten ganz natürlich auf einem speziellen Papier. Über 20 Bilder sind in der Gaststube des Weingutes Ottes zu sehen. „Dadurch, dass die Dinge aller Farbe entkleidet und aus dem Zusammenhang mit der Umgebung selbst gelöst werden, werden ihre innere, geistige Struktur spürbar“, so Renalisa Bergmann, die 1951 in Paderborn geboren wurde und zunächst Unterricht in der Aquarell- und Zeichenkunst nahm, bevor sie 1997 mit dem Unterricht im Rahmen der Deutsch-Japanischen Gesellschaft bei der Sumi-e-Malerin Sybille Schnabel nahm. Und das mit großem Erfolg, wie die bisherigen Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankfurt, Japan, Garmisch-Partenkirchen, Kronberg oder auch schon im Rheingau belegen. Die Mitarbeiterin der Galerie Knoetzmann (Galerie für Ostasiatische Kunst) in Frankfurt legt großen Wert darauf, dass der Betrachter das Motiv auf sich einwirken lassen kann, so ist ein Drittel der Bildfläche frei. Blumen, Tiere, Bambus, Blüten und auch Landschaften verleiht die Künstlerin einen starken Eindruck. Auch hat jedes Bild eine tiefe Bedeutung, hier bedient sich die japanische Malerei auch den Tierkreiszeichen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn zwei Ratten eine Blüte auf einem der gezeigten Bilder bestaunen.

Gerald Ottes freute sich, die Künstlerin für eine erneute Ausstellung im Gutsausschank gewinnen zu können. Schon einmal stellte sie 2009 dort aus. „Frühlingserwachen“, so das Motto zur Öffnung des Gutsausschankes in diesem Jahr, das sich sicherlich beim Anblick der weißen Rheinlandschaft so mancher Besucher der Vernissage auch in der Natur so sehr wünscht. Es sei die Kunst, die japanische Sumi-e Malerei zu beherrschen und die Kunst des Weinmachens, die nun während der Öffnungszeiten des Gutsauschanks bis 5. Mai, freitags ab 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags ab 15 Uhr zu erleben sind. Gerald Ottes hatte unter den Gästen auch Bürgermeister Jürgen Helbing, Stadtverordnetenvorsteher Joachim Eckert und Carsten-Ingo Knoetzke, Inhaber der Galerie Knoetzmann in Frankfurt Praunheim begrüßen können.

Bürgermeister Jürgen Helbing eröffnete die sehenswerte Ausstellung. „Die Bilder der Künstlerin zeigen Kunst in einer eigenständigen Darstellungsweise“, so der Bürgermeister. Weil die Künstlerin wiederholt in Lorch ausstelle, geht Helbing davon aus, „dass die Verbindung zu den erstklassigen Lorcher Weinen immer neue Inspirationen entwickelt, denn beides ist Kultur Hochgenuss“.

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