Ist der Wolf angekommen?

Ist der Wolf angekommen?
Ein Hinweisschild sorgte für Beunruhigung

Ein Hinweisschild in der Nähe der Kreuzkapelle sorgte für Aufsehen.

Lorch. (av) – „Wölfe suchen auch in diesem Gebiet nach Beute. Hunde an kurzer Leine führen. Kinder bitte beaufsichtigen. Die Jagdberechtigten“, so stand es auf einem Schild geschrieben, dass Ralf Kaltenbach im Revier „Ranselberg“ unweit der Kreuzkapelle fotografierte. In zahlreichen Bundesländern streifen Wölfe durch die Wälder, auch in Hessen wurden sie bereits gesehen, so der NABU Hessen. Gesunde Wölfe, die nicht provoziert oder angefüttert werden und dadurch ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen verlieren, stellten in der Regel keine Gefahr dar.

Ob nun ein Wolf bis ins Wispertal vorgedrungen ist, das war zum Zeitpunkt, als man das Hinweisschild anbrachte, noch nicht bestätigt worden, Losung wurde aufgesammelt und untersucht. Das Schild in Nähe der Kreuzkapelle war von den Jagdberechtigten angebracht worden. Nach Rücksprache von Bürgermeister Jürgen Helbing beim Jagdpächter vom Ranselberg, Rainer Staubach, sagte dieser, dass sowohl sein Mitpächter als auch sein Jagdaufseher in den vergangenen Tagen vom Hochsitz aus mehrfach einen einzelnen Wolf gesichtet hätten. Hingegen spricht das Forstamt Rüdesheim davon, dass es definitiv keine ihm bekannte Sichtung eines Wolfes im Rheingau gibt. Das Forstamt Rüdesheim beschäftigt zwei Wolfsbeauftragte. Dass Wölfe im Rheingau irgendwann einmal auftauchen, bezeichnet der Naturschutzbeauftragte für das Forstamt Wiesbaden dennoch als eine Frage der Zeit. In anderen Bundesländern würde es bereits mehrere Rudel geben. 60 bis 70 Rudel (im Durchschnitt drei bis elf Tiere pro Rudel) sind in gesamt Deutschland nachgewiesen. Die Untere Naturschutzbehörde und das Hessische Umweltministerium haben deutlich gemacht, dass es unzulässig ist, selbst Warnschilder anzubringen, sie haben den Vorfall in Lorch als unangebrachte Panikmache bezeichnet. Es gebe keine Gründe, dass ein Hinweisschild angebracht werden muss. Die für das Wolfsmanagement in Hessen zuständige Verwaltung betonte, dass keine Fakten zum Vorkommen eines Wolfes im Wispertal vorliegen. Das angebrachte Schild nahe der Kreuzkapelle hat die Stadtverwaltung wieder entfernt.

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