Neujahrsgrüße 2021 aus Oestrich-Winkel

Kay Tenge.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein schwieriges Jahr liegt hinter uns. Doch an seinem Ende gibt es eine große Hoffnung: Dass die Impfungen gegen das Corona-Virus sehr bald beginnen mögen. Auch wenn es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis dadurch eine Normalisierung unseres Alltags eintreten kann, so ist doch zumindest ein entscheidender Schritt zur Besserung der Pandemie-Lage in Aussicht.

Im Januar und Februar ließ sich das zurückliegende Jahr noch ganz gut an.

Wir konnten die Mitfahrbänke in Hallgarten und Oestrich einweihen, um eine Ergänzung zum ÖPNV auf dieser Strecke zu schaffen, das erste Hochzeitspaar Oestrich-Winkels bekam einen Baum im neuen Hochzeitswald geschenkt, pünktlich zu Frühlingsbeginn verlosten wir Schwalbennester, verschenkten Blumensamen-Tütchen an Jubilare, und es fand ein Treffen mit OB Claus in Ingelheim statt, um über die zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen. Mit Ruprecht Bankwitz konnten wir die Stelle des Wirtschaftsförderers neu besetzen, der Umzug der Sozialstation in den Neubau auf dem ehemaligen Grundschulgelände in Winkel wurde beschlossen sowie die Gründung der ersten Tagespflege im Rheingau. Spaziergänger konnten sich im Stadtwald über gleich drei neue Ruhebänke freuen.

Als Björn Sommer als neu gewählter Erster Stadtrat am 01. April 2020 sein Amt antrat, da hatte sich das Corona Virus schon bis nach Europa ausgebreitet und wir alle lernten, was es bedeutet, einen pandemiebedingten „Lockdown“ zu erleben. Da es Frühling war, nutzen viele die plötzlich hinzu gekommene freie Zeit zuhause, um ihre Gärten zu pflegen. Zum Glück hatte die Stadt Oestrich-Winkel gerade das Grundstück für den Bau der neuen Kita in der Nähe des Bürgerzentrums gekauft, und wir konnten dort spontan einen Grünschnitt-Sammelplatz einrichten.

Seien wir ehrlich: Einen wie durch Corona ausgelösten, gesamtgesellschaftlichen Ausnahmezustand hat es vorher weder in unserem noch in Ihrem Leben je gegeben. Die letzte große Seuche, die sich von Amerika kommend in Europa ausgebreitet hatte, war die Spanische Grippe vor ziemlich genau 100 Jahren. Seither waren alle Infektionskrankheiten zum Glück epidemisch geblieben, das heißt, auf einzelne Länder oder Kontinente beschränkt.

Dies ist nun zum ersten Mal in unser aller Leben deutlich anders. Inzwischen kämpfen sämtliche Länder der Erde mit den Folgen der Ausbreitung des Corona-Virus, und jeder Staat versucht, so gut er kann, seine Bürgerinnen und Bürger davor zu schützen. Die damit verbundenen Einschränkungen und Schwierigkeiten bestimmen seither unseren Alltag. Umso erfreulicher ist alles, was trotz der Pandemie möglich war und stattfinden konnte. Und das war rückblickend mehr als man gemeinhin annimmt:

Der Bau des neuen Mehrgenerationenhauses in Winkel schritt 2020 zügig voran und der Umzug steht nun kurz bevor. Damit verbunden werden auch die Sozialstation Oestrich-Winkel mit der neuen Tagespflege und die HUFAD Rheingau (Häusliche Unterstützung für Alzheimer- und Demenzkranke) ihren Standort vom Bürgerzentrum in Oestrich nach Winkel wechseln. Wir freuen uns schon sehr darauf und sind uns sicher, dass wir in diesen sozial wichtigen Bereichen für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. Auch das MGH-Team und die HUFAD waren trotz Pandemie sehr aktiv: Mit Überraschungspost aus dem MGH konnten ältere Mitbürger erfreut und dank eines Hygieneplans konnte sogar eine Schulung für sechs neue ehrenamtliche HUFAD-Betreuer/innen organisiert werden.

Für die Inneneinrichtung des neuen Mehrgenerationenhauses am Standort Winkel gab es von Seiten des Landes Hessen die Zuwendungssumme von 71.500 Euro im Rahmen der Förderung der Regionalentwicklung des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum. Mit einem städtischen Co-Finanzierungsanteil von 56.100 Euro und der Zuwendung von 20.000 Euro aus der MGH-Stiftung stehen dem Mehrgenerationenhaus Oestrich-Winkel nun insgesamt 147.600 Euro zur Anschaffung von Inventar für die neue MGH-Immobilie zur Verfügung.

Die Planungen für den Bau einer neuen Kita nahe dem Bürgerzentrum in Oestrich gingen das gesamte Jahr 2020 hindurch ebenfalls weiter. „Kita Kunterbunt“ wird sie heißen und ein entsprechend farbenfrohes Logo konnten wir im Rahmen eines Mal-Wettbewerbs dank der Kreativität einer Fünfjährigen aus Winkel auch schon finden.

Und noch ein für Oestrich-Winkel sehr wichtiges Bauprojekt kam 2020 einen entscheidenden Schritt voran. Die WHU, eine gemeinsame Gesellschaft von Sparkasse Rhein-Nahe und der J. Molitor Immobilien GmbH aus Ingelheim, hat die Gewerbe-Brache „Koepp-Gelände“ in Oestrich-Winkel erworben. In enger Abstimmung zwischen Investoren und Kommune wird nun ein städtebauliches Konzept für das rund 29.000 Quadratmeter große Areal entwickelt und das Bebauungsplanverfahren vorbereitet.

Apropos Bauen: Die Baugrundstücke Fuchshöhl, welche nach einem Punktesystem vergünstigst vergeben wurden, haben wir im Juni 2020 ausgeschrieben und im Oktober durch die Stadtverordnetenversammlung vergeben. Die Grundsanierung der Greiffenclaustraße für den Anschluss des neuen Baugebiets an die Versorgungsnetze wurde bereits im November abgeschlossen. Zusätzlich haben wir die beiden Bushaltestellen „Tokajer Straße“ barrierefrei ausgebaut.

Doch nochmal zum Jahresrückblick: Bereits am 4. Mai 2020 öffnete das Bürgerzentrum Oestrich-Winkel seine Tore wieder für den Publikumsverkehr. Am 02. Juni 2020 folgten die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb. Da die Turnhalle Oestrich zu diesem Zeitpunkt für eine Stadtverordnetenversammlung nach den neuen AHA-Regeln ausgestattet worden war – also mit viel Platz zum Abstand halten – boten wir den Vereinen Oestrich-Winkels in den folgenden Tagen die Nutzung derselben für ihre Jahreshauptversammlungen an, was mehrere Vereine auch erfreut annahmen.

Ebenfalls im Juni erreichte uns die erfreuliche Nachricht, dass Oestrich-Winkel eine Ausschreibung der Bertelsmann Stiftung gewonnen hatte, die uns dazu verhalf, als erste von ausgewählten zehn Kommunen im Bundesgebiet einen „Digitalen Bürgerdialog“ für den August zu organisieren. Als Antwort auf die pandemiebedingt stark eingeschränkten Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern war dies sicherlich eine Innovation. Auch ohne nochmalige Unterstützung ist es uns im November 2020 gelungen, den „Digitalen Bürgerdialog“ ein zweites Mal stattfinden zu lassen. Wir planen, dieses Format in die Zukunft zu führen und weiter zu optimieren. Jede Bürgerin, jeder Bürger ist aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Es ist nicht mehr nötig als ein digitales Endgerät.

Überhaupt haben wir im Jahr 2020 viel Energie in die Erweiterung der digitalen Kommunikation mit unseren Bürgerinnen und Bürgern gesteckt. Verschiedene Video-Clips sind entstanden, die auf unserer Internetseite www.oestrich-winkel.de angesehen werden können: Mit den Reden zum Volkstrauertag und mit Adventsgrüßen zu allen vier Advents-Sonntagen sowie der Serie „Oestrich-Winkel Backstage“. In Planung ist außerdem ein Neujahrsgruß von uns per Video, der ab Mitte Januar 2021 online sein wird.

Am 27. Juni 2020 öffnete das Freibad in Hallgarten mit einem Hygieneplan und machte es möglich, den Sommer am und im Wasser zu genießen. Im August durften dann dank der stark zurück gegangenen Infektionszahlen kurzfristig doch noch zwei Ferienfreizeiten der Stadtjugendpflege für Kinder im Grundschulalter stattfinden, eine davon auf dem Flitzebogengelände am Waldrand und eine zweite im Bürgerzentrum in Oestrich. Außerdem konnten wir in der „Atempause“, welche der Sommer mit Blick auf das Pandemiegeschehen bot, den Jugendehrenamtspreis verleihen und im September im Rahmen einer Outdoor-Veranstaltung in sehr kleinem Kreis die neue Hallgartener Weinkönigin Katja Föhr und die neue Hallgartener Weinprinzessin Zoe Mayer krönen. Die ehemalige Hallgartener Weinkönigin Annika Walther wurde kurz danach zur Rheingauer Weinprinzessin erhoben.

Auch die alljährliche Aktion Stadtradeln fand im Sommer 2020 statt. Dieses Mal sind unsere Bürgerinnen und Bürger fast 20.000 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren und haben dadurch 1.380 Liter Benzin und knapp 3 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt wurde das Radfahrkonzept in Oestrich-Winkel erweitert: Zwischen „Am Lindenplatz“ und Gänsgasse und zwischen Schwarzgasse und „Am Kreuzgarten“ ist es zum Beispiel Fahrradfahrern nun gestattet, in „verkehrter“ Richtung gegen die Einbahnstraße zu fahren. Außerdem hat Oestrich-Winkel zum ersten Mal am ADFC-Fahrradklimatest teilgenommen und wir haben gestaunt, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung abgegeben haben. Insgesamt hat Oestrich-Winkel mit seiner hohen Teilnehmerquote hessenweit den zehnten Platz beim ADFC-Klima-Test belegt, knapp vor der Stadt Eltville.

Kurz bevor die Witterung auf „winterlich“ umschlug, konnten im sonnigen und warmen Herbst 2020 noch mehrere erfolgreiche Nachhaltigkeits-Veranstaltungen stattfinden: Der „Rhine Clean Up“, an dem sich Oestrich-Winkeler Vereine schon zum zweiten Mal beteiligt haben, und die Baumpflanz-Aktion „Einheitsbuddeln“ am 03. Oktober 2020 im Stadtwald, mit großem Zulauf und mehr als 200 Besuchern. Verschiedenste Baumarten, von Weißtanne und Lärche bis Roteiche und Robinie wurden gepflanzt. Für mehr als 400 weitere neue Bäume wurden an diesem Tag zusätzlich je 2,50 Euro pro Baum gespendet.Dazu kam eine weitere Einzelspende von 600 Bäumen, welche die Bio-Leistungskurse der Rheingau Schule in Geisenheim im Rahmen eines Aktionstags eingepflanzt haben. Die bereits vorhandenen Obstbäume auf städtischem Grund hatten wir übrigens dieses Jahr zum ersten Mal zum Obst-Pflücken für den Eigenbedarf frei gegeben – mit Erfolg. Und eine weitere Baumpflanzung wurde im November 2020 abgeschlossen: Der neue Hochzeitswald, der ausschließlich aus Obstbaumsorten besteht. Seine Einweihung ist für das Frühjahr 2021 geplant. Damit trägt die Stadt zu mehr Nachhaltigkeit im Sinne unseres Ökosystems bei.

Mit Hygieneplan ebenfalls stattfinden konnten im Oktober 2020 die Ortsbegehung durch das Regierungspräsidium für die Auszeichnung zum Tourismusort – eine Bezeichnung, die Oestrich-Winkel inzwischen bereits trägt – und das Rheingauer Handelsforum in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Geisenheim und Eltville.

Sehr gefreut haben wir uns in der zweiten Jahreshälfte auch über zwei wichtige Mittelbescheide: Um das digitale Lernen zuhause zu unterstützen, haben Bund und Länder ein Sofortausstattungsprogramm im Rahmen des „DigitalPakts Schule 2019 bis 2024“ beschlossen. So erhielt die Grundschule Hallgarten, deren Schulträger die Stadt Oestrich-Winkel ist, am 11. September 2020 zwei Mittelzuweisungsbescheide in Höhe von insgesamt 64.062 Euro.

28.168 Euro stellte das Programm „Starke Heimat Hessen“ der Stadtverwaltung zur Verfügung, um die dringend erforderliche Erneuerung der Serverlandschaft umzusetzen. Damit sind wir einen entscheidenden Schritt weiter in der Digitalisierung der Stadtverwaltung.

Liebe Oestrich-Winkeler, auch wenn im Dezember der Weihnachtsmarkt in der Brentanoscheune, der Lebendige Adventskalender und weitere vorweihnachtliche Aktionen der Kirchengemeinden pandemiebedingt abgesagt werden mussten, so sind wir trotzdem zuversichtlich, dass unser aller Anstrengungen, über den Jahreswechsel die Kontakte zu reduzieren, erfolgreich sein und zu einem Absinken der Corona-Fallzahlen führen werden.

Unser ganz besonderer Dank richtet sich nach diesem anstrengenden und herausfordernden Jahr an die ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen Oestrich-Winkels, im Mehrgenerationenhaus, bei der HUFAD, den Freiwilligen Feuerwehren, dem Malteser Hilfsdienst, den Rettungsdiensten, den Seniorenbetreuungen sowie allen im medizinischen Bereich und den Apotheken Tätigen. Und wir danken allen, die durch einen Dienst an ihrem Nächsten für einen Lichtblick und menschliche Nähe sorgten. Ehrenamtliches Engagement ist in dieser besonderen Lage so wichtig wie vielleicht nie zuvor und verdient unser aller Respekt und Anerkennung.

Unser besonderer Dank geht auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe, die täglich für Oestrich-Winkel arbeiten und wirken.

Für Anregungen und Ideen sind wir immer offen. Sie können uns jederzeit über den Button „AEM“ (Anregungs- und Ereignismanagement) unter www.oestrich-winkel.de eine Meldung machen oder an die E-Mail-Adresse info[at]oestrich-winkel[dot]de schreiben, über unsere facebook- oder unsere Instagram-Seite mit uns in Kontakt treten oder Sie senden uns einfach einen Brief an die Anschrift der Stadtverwaltung.

Einen Neujahrsempfang 2021 im Bürgerzentrum in Oestrich-Winkel wird es voraussichtlich aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht geben können, was uns sehr leid tut. Gerne hätten wir Sie alle persönlich empfangen und zu Gesprächen von Angesicht zu Angesicht getroffen. Als kleinen Ersatz planen wir, Mitte Januar zumindest unser Grußwort und unsere Neujahrsrede als Video-Botschaft auf der Internetseite der Stadt Oestrich-Winkel zur Verfügung zu stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Kay Tenge

Bürgermeister von Oestrich-Winkel

Roland Laube

Stadtverordnetenvorsteher

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