Oestrich-Winkel erhielt Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Oestrich-Winkel erhielt Siegel „Kinderfreundliche Kommune“
Zweite Hessische Kommune mit dem Siegel, Eltville wird bald folgen

Ann Kathrin Linsenhoff und Dr. Heide Rose-Brückner übergaben Bürgermeister Michael Heil das Siegel gemeinsam mit Anne Lütkes. Alle drei Frauen sind vom Verein „Kinderfreundliche Kommune“.

Oestrich-Winkel. (ak) – „Als Bürgermeister von Oestrich-Winkel liegt es mir am Herzen, Kindern und Jugendlichen mehr Beteiligungsmöglichkeiten bei der Gestaltung unserer Stadt zu geben und ihre Bedürfnislagen bei politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ hilft uns dabei, unsere Bemühungen in der Öffentlichkeit wahrnehmbar zu machen.

Den Ausbau und die Modernisierung der Einrichtungen für Kinder fortzusetzen und die Aktivitäten, sowohl des öffentlichen als auch des privaten Sektors zu bündeln, ist mein Anliegen“, betont Bürgermeister Michael Heil und ergänzte: „Meine Amtszeit endet im August 2019. Ich werde das Projekt nicht bis zum Ende begleiten, aber ich rufe meinem Nachfolger zu: „Es ist ein wichtiges Thema, bleiben Sie dran.“

Dann erzählte Michael Heil, wie er damals mit seinem Eltviller Bürgermeisterkollegen Patrick Kunkel auf einer Berlin-Reise spontan bei der Geschäftsstelle des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“ in der Leipziger Straße geklingelt hat und beide einer erstaunten Mitarbeiterin erklärten, dass sie bei dem Verein mitmachen wollten.

Dr. Heide-Rose Brückner ist Senior-Consultant bei Kinderfreundliche Kommunen e.V. Sie gehört mit Anne Lütkes und Ann Kathrin Linsenhoff zum Verein „Kinderfreundliche Kommune“, eine Initiative von Unicef Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Anne Lütkes ist Regierungspräsidentin in Düsseldorf gewesen. Sie ist Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerk und Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF, sie hat den Vorsitz des Vereins Kinderfreundliche Kommunen übernommen.

Ann Kathrin Linsenhoff gewann bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul eine Goldmedaille im Dressurreiten. Sie gründete im Jahr 2002 mit einem Startkapital von 500.000 Euro unter dem Dach von UNICEF eine eigene Stiftung für Kinder in Not, die Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung.

Die drei waren angereist, um der Stadt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ zu verleihen. Dr. Heide-Rose Brückner erzählte: „Sie sind immer präsent, wie sie bei uns in der Geschäftsstelle standen. Wir nennen sie beide die Zwillinge. Vielen Dank für ihre Initiative.“

Dann erklärte sie: „Anne Lütkes war in beiden Organisationen im Vorstand, bei der Unicef und beim Deutschen Kinderhilfswerk. Sie hat viel für Kinderrechte getan. Sie vergibt das Siegel.“

Anne Lütkes richtete sich an Michael Heil und Patrick Kunkel: „Sie sind ein kleines und feines Projekt. Wir sind gut gestimmt hier hingekommen, auch wegen der Geschichte, wie sie in unser Büro gekommen sind und bei uns geklingelt haben. Uns freut ihr grundsätzlicher Wille Kinderrechte umzusetzen. Schön sie als Mitstreiter zu haben. Wir sind gerne bereit ihnen deshalb das Siegel zu übergeben.“

Sie erzählte, dass kinderfreundlich nicht bedeutet, Kindern über den Kopf zu streicheln und drei Sandkästen zu bauen. „Wir haben ihren Aktionsplan genehmigt und nehmen ihn auch ernst. Auf eine gute weitere Zusammenarbeit“, so Anne Lüthke.

Mit dem Erhalt des Siegels bekennt sich Oestrich-Winkel dazu, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und stellt sich zugleich einem regelmäßigen Prüfverfahren.

Das Siegel ist der Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Gemeinde und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Insgesamt 20 Maßnahmen stehen im Aktionsplan von Oestrich-Winkel. Ausgehend von den Ergebnissen der Kinder- und Jugend Online-Umfrage, die im Frühjahr 2018 bei Kindern zwischen elf und 18 Jahren durchgeführt wurde, wünschen sie sich einen Outdoor-Ort, an dem sie ohne Aufsicht die Möglichkeit haben sich zu treffen und Sport zu machen.

Die Kooperation zwischen Oestrich-Winkel und der Nachbarstadt Eltville, die sich auch im Programm befindet, stellt ein innovatives Konzept dar. Die gemeinsame Kinder- und Jugendbeauftragte der beiden Städte wird dem Austausch bewährter Methoden sehr zu Gute kommen.“

Die Sachverständigen des Verein Kinderfreundliche Kommunen, Elisabeth Heeke und Katalin Saary, sind vom Potential des Aktionsplans überzeugt: „Der Aktionsplan führt systematische Möglichkeiten der Mitbestimmung für junge Menschen in Oestrich-Winkel ein. Positiv hervorzuheben ist auch, dass bereits sehr konkrete und sichtbare Beteiligungsvorhaben geplant sind, die sich aus den Interessen von jungen Menschen ergeben haben.“

Die Stadt Oestrich-Winkel ist nach Hanau die zweite hessische Kommune, die das Siegel erhält. Im Rheingau-Taunuskreis haben sich außerdem Eltville und Taunusstein der Initiative „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen der Initiative angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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