149 Konzerte an 40 Spielstätten

149 Konzerte an 40 Spielstätten
Rheingau Musik Festival vor dem 31. Sommer voller Musik

Bei der Programmvorstellung konnten (v.l.) Fördervereinsvorstand Claus Wisser, Dr. Heinz-Georg Sundermann vom Hauptsponsor Lotto und RMF-Intendant Michael Herrmann sowohl lokale Politgrößen wie auch zahlreiche Medienvertreter in der Kelterhalle des RMF in Oestrich begrüßen.

Rheingau. (hhs) — Die 31. Spielzeit des Rheingau Musik Festivals beginnt am 23. Juni und endet am 1. September. Zehn Wochen lang wird der Rheingau zur Bühne für eines der größten Musik Festivals der Welt. An 40 Spielstätten werden 149 Konzerte angeboten. Die Hauptveranstaltungsorte sind das Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads und das Kurhaus Wiesbaden.

Insgesamt stehen 123.500 Karten zur Verfügung, von denen sich aber die Mitglieder des Fördervereins schon rund ein Viertel gesichert haben.

Als Dank für ihre Unterstützung haben sie ein Vorkaufsrecht. Claus Wisser, der Vorsitzende des Fördervereins warb einmal mehr um neue Mitglieder.

Denn: Mit ihrem Jahresbeitrag – Einzelmitglieder zahlen 75 Euro, Partnermitgliedschaften kosten 100 Euro – helfen die Mitglieder, den Fortbestand des Festivals zu sichern, und genießen dafür das gerne wahrgenommene Vorkaufsrecht. Vier Wochen bevor der allgemeine Vorverkauf am letzten Donnerstag begann, erhielten die Mitglieder bereits das Festivalprogramm „Ouvertüre“ und konnten sich ihre persönlichen Konzerthighlights aussuchen.

Regelmäßig unterstützt der Förderverein ausgewählte Konzerte, für die sich kein Sponsor aus der Wirtschaft gefunden hat – und hilft damit, den Etat des Festivals auszugleichen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8 Mio. Euro. Sie werden neben den Beiträge und Spenden der Mitglieder des Fördervereins durch langfristige Sponsorenverträge, Konzerte- und Sachsponsoring und durch einen – im Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen – geringen Landeszuschuss in Höhe von 25.000 Euro gedeckt.

Als wichtige Neuerung können erstmals Konzertkarten direkt mit Sitzplatzbuchung über die Website http://www.rheingau-musik-festival.de bestellt werden. Ein Test nur drei Tage nach Beginn des allgemeinen Vorverkaufs zeigte allerdings, dass schon sehr viele Musikfreunde von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hatten – sprich, dass schon sehr viele Karten reserviert waren und es nach der Auswahl eines Wunschplatzes hieß: „Dieser Platz ist nicht verfügbar.

Wer den neuen, schnellen Weg nicht gehen will oder kann, kann seine Karten natürlich auch weiterhin ganz klassisch per Post bei der Musik Festival Service GmbH & Co. KG, Postfach 1125, 65367 Oestrich-Winkel oder telefonisch unter 06723/602170 bestellen.

Freundschaft

Themenschwerpunkte bilden in diesem Jahr der 100. Todestag von Claude Debussy und der 100. Geburtstag von Leonard Bernstein. Die Sopranistin Annette Dasch, der Oboist Albrecht Mayer und der Komponist und Bratscher Brett Dean versprechen als Festival-Fokus-Künstler einzigartige Konzertmomente. Als Leitgedanke für die Saison 2018 gilt der Begriff „Freundschaft“.

Als „Artist in Residence“ wird die Sopranistin Annette Dasch in sechs Veranstaltungen mit Musik von Beethoven bis Lehár ihre ganze musikalische Bandbreite präsentieren. Die Sopranistin ist das zentrale Gesicht des Festivalsommers, sie schmückt die Titelseite des Programmhefts „Ouvertüre“, das in diesen Tagen fast 100.000-fach verschickt wurde.

Auch der Oboist Albrecht Mayer wird als Fokus-Künstler in sechs Veranstaltungen mit Musik von Vivaldi bis Britten zu erleben sein. Er ist Orchestermusiker bei den Berliner Philharmonikern und zugleich der international gefragteste Oboist der Gegenwart. Einer anderen Generation entstammt der Australier Brett Dean. Er war 15 Jahre lang Bratschist bei den Berliner Philharmonikern. 2000 kehrte er in sein Heimatland Australien zurück, um sich stärker dem Schreiben von Musik zu widmen. Heute zählt er zu den international meistaufgeführten Komponisten seiner Generation und ist weiterhin weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent tätig.

RMF-Intendant Michael Herrmann ging bei der Vorstellung des Programms auf den Leitgedanken „Freundschaft“ ein. „Mit hochkarätigen Künstlern haben wir musikalische Projekte konzipiert, die diesem Leitmotiv entspringen“. So wurde allen Fokus-Künstlern weitestgehender Freiraum bei der Programmgestaltung eingeräumt. Herrmann: „Sie bringen befreundete Musiker mit in den Rheingau, um mit diesen einzigartige musikalische Projekte zu verwirklichen“. Die als „Artist in Residence“ im Fokus stehende Annette Dasch saß bei der Vorstellung des diesjährigen Programms mit auf dem Podium und gab einen Einblick in die hohen Erwartungen, die sie persönlich mit dem diesjährigen Festival verknüpft und wie groß ihre Vorfreude darauf ist.

„Happy Birthday, Lenny!“

Ein besonderes persönliches Anliegen war es Intendant Michael Herrmann, den 100. Geburtstag des Musikgenies Leonard Bernstein (*25.08.1918) in den Fokus zu rücken. Er sei mit ihm eng befreundet gewesen, erzählte er bei der Programmvorstellung. Wen wundert’s, dass auch dem Komponisten der „West Side Story“ ein Schwerpunkt gewidmet wird. An sieben Abenden wird seine Musik zu hören sein, wobei das Sommerfest mit dem legendären Feuerwerk am 30. Juni auf Schloss Johannisberg sicher einer der Höhepunkte wird.

Neben den Klassikern gibt das RMF aber auch dem musikalischen Nachwuchs ein Podium. Nachdem die Nachwuchsreihe „Konzert und Brunch“ im letzten Jahr eingestampft werden musste, weil das Hotel Schloss Reinhartshausen die Zusammenarbeit mitten in der Spielzeit beendete, erhalten junge Talente nun im „großen“ Festival ihre Chance.

Mit etablierten Konzertformaten wie „Klassik-Marathon“ und „Junge Meisterpianisten der russischen Schule“ erhalten aufstrebende Talente, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, ein Podium und werden in ihrer musikalischen Entwicklung unterstützt. Besonders herausragende junge Künstler und Ensembles bekommen in der Reihe „Next Generation“ die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Daneben treten regelmäßig große Jugendorchester beim Rheingau Musik Festival auf und begeistern mit Frische und Leidenschaft. „Wir begleiten die größten Musiktalente auf ihrem Weg zu gereiften Künstlern und laden sie regelmäßig zum Festival ein“, erläuterte Programmplanerin Lisa Ballhorn die Motivation des RMF.

Noch einen Schritt weiter geht das Festival mit dem Schwerpunkt „Expedition Sound“. „Unter diesem Motto versammeln wir musikalische Grenzgänger, die sich jeder Kategorie entsagen und zwischen den Genres schweben“ erläuterte Ballhorn. „Junge Musiker blicken über den musikalischen Tellerrand hinaus und denken das Konzert von heute neu: Auf der Suche nach besonderen Formaten gestalten wir mit ihnen Programme, die den üblichen Rahmen sprengen, Ohren öffnen, kommunikative Brücken bauen und damit unser Publikum im Blick haben. Kreativität und Leidenschaft treffen auf höchste Musikalität und instrumentale Meisterschaft“. Beispielsweise werden die Bach’schen Brandenburgischen Konzerte im Original und in Adaptionen von zeitgenössischen Komponisten vorgestellt.

Chorwerke

Für viele Musikfreunde gehören die großen Chormusikwerke, die fast durchweg in der Basilika von Kloster Eberbach präsentiert werden, weil dort die unvergleichliche Atmosphäre ein einmaliges Konzerterlebnis garantiert. So wird schon bei den beiden Eröffnungskonzerten das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada Giacomo Puccinis Messa di Gloria (23./24. Juni.) zu Gehör bringen. Am 28. Juni führen die Chorgemeinschaft Neubeuern und das Orchester der KlangVerwaltung München unter Enoch zu Guttenberg Giuseppe Verdis Messa da Requiem auf. Am 4. Juli erklingt Carl Orffs „Carmina Burana mit dem Chor und das Orchester der Hochschule für Musik Frankfurt am Main.

Ein Klangerlebnis verspricht auch Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Egypt“ mit einer rein englischen Solistenriege, dem Choir of The King’s Consort und dem King’s Consort unter der Leitung von Robert King am 17. August zu werden. Auch auf den Choir of the Enlightenment gemeinsam mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter Adam Fischer dürfen sich Freunde der Chormusik freuen. Am 31. August wird Wolfgang Amadeus „Krönungsmesse“ aufgeführt.

Unbestreitbarer Höhepunkt dürfte aber Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie werden, die am 5. Juli mit den Solisten Annette Dasch, Nora Gubisch, Thomas Blondelle, Dietrich Henschel, dem La Monnaie Chorus, den Octupus Symphony Chorus und dem L’Orchestre symphonique de la Monnaie unter der Leitung von Alain Altinoglu im Wiesbadener Kurhaus aufgeführt werden wird.

Kinder und Jugendliche

Auch das junge Publikum kommt beim Rheingau Musik Festival auf seine Kosten: „Bei den Kinder- und Sitzkissenkonzerten liegt uns das familiäre Umfeld am Herzen, damit sich jeder, ob groß oder klein, auf die Musik einlassen kann und ein schönes gemeinsames Konzertabenteuer entsteht“, heißt es dazu beim RMF.

Die Taschenoper Lübeck bringt Richard Wagners „Fliegenden Holländer“ auf die Bühne (5.August). Für Kinder zwischen drei und zehn Jahren gibt es Sitzkissenkonzerte im der Kurfürstlichen Burg Eltville im Programm, um den Kleinsten ein unvergessliches Konzertabenteuer zu bieten. Im Programm stehen – meist mit zwei Aufführungen pro Tag – „Die Blecharbeiter“ mit dem Bläserensemble sonusBrass (8. Juli), „Peer Gynt“ mit dem bekannten KiKA-Moderator Juri Tetzlaff (29. Juli) und „Die Bärenprinzessin“ (19. August). Willi Weitzel wird mit dem Abenteuer-Vortrag „Willis wilde Wege“ zu erleben sein (15. Juli).

In diesem Jahr findet auch wieder das beliebte Familienfest „Rund um den Globus“ mit Musik aus aller Welt auf Schloss Vollrads statt (12. August.). Den Abschluss der Kinder- und Jugendkonzerte bildet die Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ in der Kultur- und Veranstaltungshalle kING in Ingelheim am Rhein mit dem Salzburger Marionettentheater am 26. August.

OpenAir am Dom

Die Ticketpreise liegen in diesem Jahr zwischen zehn und 130 Euro. An der Spitze liegen die Konzerte im Wiesbadener Kurhaus, am Ende der Preisskala liegt ein OpenAir-Konzert vor dem Rheingauer Dom in Geisenheim.

Was im letzten Jahr als Fest zum 30-jährigen Jubiläum des RMF gemeinsam mit der Rheingauer Volksbank gefeiert wurde, findet nach dem überragenden Erfolg und der begeisterten Resonanz bei Einheimischen wie auch Gästen seine Neuauflage. Diesmal heißt es „Ein Fest für die Region“. Erneut wird dann der „Rheingauer Dom“ Kulisse für eine außergewöhnliche Veranstaltung sein.

Nach Myles Sanko und seiner Funkband werden in diesem Jahr David A. Tobin und seine Band „Soultyzer“ das Motto „Soul am Dom“ umsetzen. Sie sind seit einigen Jahren die heimlichen Stars des Schlossfestes auf Vollrads. Obwohl sie dort nie auf der Hauptbühne standen, waren sie doch die absoluten Favoriten des Publikums. Immer wieder gab es Appelle, den Vollblut-Soulmusikern einen ganzen Abend zu widmen.

Dem wurde das RMF nun gerecht, und die Rheingauer dürfen sich freuen, für kleines Geld große Musik zu hören.

Tobin und die fünfköpfige Band spielen Klassiker aus Soul, Funk, Latin, Gospel und Jazz. Michael Jacksons „Billie Jean“ ist dabei ebenso vertreten wie „Papa Was A Rollin’ Stone“ von den Temptations, Stevie Wonders „Superstition“ und „Get Down On It“ von Cool & The Gang. Über das rein Musikalische hinaus versteht es der charismatische Broadway-Star Tobin, die Zuschauer mit seiner einzigartigen Show zu faszinieren. Das RMF verspricht „Let it soul!“. Und wenn das Wetter nur halbwegs mitspielt, wird das OpenAir-Konzert am Dom eine Party, von der die Teilnehmer noch lange schwärmen werden.

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