Bahnstrecke noch vor Weihnachten frei

Bei der Salzbachtalbrücke läuft alles nach Plan

Bisher läuft alles nach Plan. Ein großer Teil der Trümmer der Salzbachtalbrücke ist schon weggebracht worden.

„Bisher waren wir sehr schnell, die Brücke ist gut gefallen und so waren keine Sicherungsarbeiten nötig“, erklärte Matthias Achauer, zuständig für das Brücken- und Bauwerksmanagement der Autobahn GmbH. Einzelne Pfeiler waren noch gekippelt, aber von denen ging keine Gefahr aus und man konnte so bereits zwei Stunden nach der erfolgreichen Sprengung der maroden Brücke mit der Zerlegung und dem Abtransport der beiden Brückenteile beginnen.

Um die 15.000 Tonnen Bauschutt ins Deponieareal zu bringen sind 5.500 einzelne Transportfahrten nötig. Im Deponieareal hat der Recycling-Prozess bereits begonnen. Aus den Beton wird Recycling-Kies und der wird dann wieder im Straßenbau eingesetzt. Die Stahlstreben, die im Beton sind, werden herausgeschnitten und später wieder eingeschmolzen.

Durch eine eigens für den Abtransport der Brückenteile errichtete Baustraße kann zügig gearbeitet werden und die leitgeplagten Bahnpendler können bald aufatmen.

Im Bereich der Baustraße sind die Brückentrümmer bereits geräumt, sodass mit dem Rückbau und der Abfuhr der meterhoch aufgeschütteten Trasse bald begonnen werden kann. Unter der Baustraße verlaufen die Bahngleise zum verwaisten Wiesbadener Hauptbahnhof.

Die Bahngleise wurde für die Sprengung zurückgebaut und die Oberleitungen entfernt. Die Bahnstrecke soll bis zum 4. Dezember an die Deutsche Bahn übergeben werden. Die Übergabe kann vielleicht sogar schon zwei Tage früher stattfinden. Dann wird es noch zwei Wochen dauern, bis die Züge wieder regelmäßig zum Wiesbadener Hauptbahnhof rollen.

Parallel zu den Bahngleisen verläuft die normalerweise stark befahrene B263, von der Matthias Achauer erzählte: „Wir haben Schweizer Käse aus der Straße gemacht.“

Die Löcher wurden gebohrt, um zu überprüfen, ob sich noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Sprengbereich der Brücke befunden haben. Nun muss der Asphalt auf einer Länge von

80 Metern abgefräst und erneuert werden. Das soll bis Mitte Dezember passiert sein.

Wenn alles so klappt wie es bis jetzt aussieht, erfüllt sich das Ziel der Autobahn GmbH und noch vor Weihnachten könnten wieder Züge in den Bahnhof Wiesbaden rollen und der Verkehr wieder über die B 263 fahren.

Bei der Sprengung sind nach bisherigen Erkenntnissen keine größeren Schäden entstanden. Lediglich einige Fensterscheiben an der Kläranlage gingen zu Bruch. Die Ableitungen der Kläranlage sind nach ersten Sichtungen nicht beschädigt. Die sechs großen Klärbecken sind durch die Sprengung nicht verschoben worden und bisher sieht man keine größeren Risse. Die Becken werden nun nacheinander geleert und kontrolliert. Auch die naheliegende Sektkellerei hat keine Schäden gemeldet. Bis 30. November sollen die Beweissicherungen abgeschlossen werden. Da sich einige Anwohner über den Lärm der Abräumarbeiten beschwerten, kann nicht, wie eigentlich geplant, im Zweischichtbetrieb gearbeitet werden, deshalb wird nur zwischen sieben und 18 Uhr gebaggert und verladen.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau der Salzbachtalbrücke haben schon begonnen. Zurzeit wird mit einem Spezial-Bohrers 46 Meter tief in die Erde gebohrt, um die Fundamente für den Neubau herzustellen.

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