Einzig, aber nicht artig. Frech und mit Stil

Einzig, aber nicht artig. Frech und mit Stil
Gelungene Premiere des Manufakturenmarktes „unique“ als neue Eventreihe im Kloster Eberbach

Ein Hingucker waren die Exponate „Dick Madame“ von Barbara Hänsel.

Rheingau. (mh) – Dank der Auswahl und Präsentation einzigartiger Produkte und vieler innovativer Ideen der über 120 Aussteller von hoher Qualität feierte der Manufakturenmarkt „unique“ als neue Eventreihe im Kloster Eberbach eine rundum gelungene Premiere. Dabei standen die Themen „Nachhaltigkeit“ und „qualitativ hochwertige Produkte, die länger halten als eine Saison“ im Fokus.

 

„Wir sind mit dem Wochenende sehr zufrieden und gehen davon aus, dass dieses neue Veranstaltungsformat sich etablieren wird und sehen ein großes Potenzial für die Zukunft“, zog Anke Peters eine erste positive Bilanz. Als Veranstalterin des Kunstmarktes „FineArts“ wisse sie sehr wohl, „dass ein neues Event in der Region zunächst einmal publik werden muss“.

Da rein kunsthandwerkliche Ausrichtungen um ausbaufähige Akzeptanzen kämpften, sei es ihre Zielsetzung, feine Manufakturen in Form eines Events zusammenzuführen und auch jüngere Generationen an die wertvollen und feinen Dinge heranzuführen, „die sonst eher einer wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten sind“.

Aufgrund der Tatsache, dass „unique“ eine Erstveranstaltung war und leider zwei Großevents in der Region stattfanden, habe die Besucherzahl mit insgesamt knapp 3.500 sich zunächst einmal in Grenzen gehalten. Die Besucher, die den Weg zum Kloster gefunden haben, zeigten sich, so Anke Peters, überwiegend kaufkräftig und sehr interessiert an den Produkten. Sie freue sich schon jetzt auf die „unique“ am 6. und 7. Juni 2020.

„Was für ein Markt, was für eine Location, was für eine tolle Stimmung“, zeigte sich Julia Sauer am Stand von Diefenthal & Sohn aus Köln auf der Wiese des Besuchereingangs, „die als Standplatz eine Granate war“, am Veranstaltungsende hellauf begeistert über das große Interesse der Besucher an den von ihr kreierten Hüten und Mützen. Weil es einfach nur großartig lief, sei es der bisher beste Markt dieser Saison gewesen. Die Lust, Geld in schöne Dinge zur investieren, war, so Julia Sauer, „enorm“. Dagegen seien die Preise eher zweitrangig gewesen.

Auch Anne Käse aus Werl, die im Mönchsdormitorium ihre Radierungen präsentierte, sprach, „abgesehen von der unglaublichen Kulisse“, von einem „wirklich“ kauffreudigen und an ihren Arbeiten sehr interessierten Publikum. Es hätten schon, fügte sie hinzu, „ein paar mehr Besucher da sein können, aber die Veranstaltung habe ja auch das erste Mal im Kloster Eberbach stattgefunden“. Sie habe „überdurchschnittlich“ viele große Arbeiten verkauft. Allerdings gab es auch einige Aussteller, die nicht ganz mit der Besucherzahl zufrieden waren und über wenig Interesse an ihren Kreationen berichteten.

Mit einer Vielzahl von hochkarätigen Manufakturen in allen Gewerken, die von Wohnaccessoires, Textilien, Mobilität, Schmuckunikaten über Feuergrills und Raketenöfen bis zu Skulpturen, Edelstahlobjekten und Relaxliegen reichten, konnten die Besucher sich über ein sehr reichhaltiges Angebot an Produkten im modernen Design sowie Innovationen und traditioneller Arbeit in höchster handwerklicher Qualität erfreuen.

Um das Thema „Nachhaltigkeit“ zu unterstreichen, waren unter anderem Kleidung aus Biobaumwolle, Fahrräder und E-Bikes aus Nussbaum- und Zwetschgenholz, Frischhaltepapier aus Wachstuch, Upcyclingmode, Recycling-Kunst aus Kaffeekapseln und im Angebot.

Diese waren in den im Eingangsbereich und in der Orangerie aufgestellten über 40 stilvollen Pagoden zu bewundern. Ferner waren Ausstellerstände im Mönchsdormitorium, im Cabinettkeller, in der Klostergasse, im Kapitelsaal, im Mönchsrefektorium, in der Orangerie, im Vestibül sowie in einem Gründerzelt zu bestaunen.

Roncalli Zirkuswagen

Auch für das leibliche Wohl hatte der Veranstalter mit außergewöhnlicher Gastronomie bestens Vorsorge getroffen: Unter anderem bot „Le Petit Paris“ in ihrem Zirkuswagen von Roncalli französische Spezialitäten und Weine an. Wer sich sein Leben noch mehr versüßen wollte, konnten dies mit mediterranen Spezialitäten bei Mallek’s Gourmetträumen realisieren.

Dicht belagert war auch der schöne Kaffee- und Kuchenstand mit einer historischen „Ape“ im Klostergarten. Suppen und Eintöpfe sowie Elsässer Flammkuchen rundeten die Angebote ab. Zum Mitnehmen nach Hause gab es auch Käse aus dem Allgäu und Raritäten aus Kokoszucker zum Naschen zwischendurch.

Gut versorgt legten viele Besucher eine willkommene Schnaufpause in dem Bereich vor dem ehemaligen neuen Krankenhaus und dem südlichen Ende der Basilika ein, um sich für den weiteren Rundgang durch die „unique“ zu stärken. Dazu interpretierte Klavierspieler Norbert Schulte aus Hemer stimmungsvolle melodische Improvisationen.

Um den Besuchern den gehobenen Anspruch des Manufakturenmarktes zu verdeutlichen, begrüßte sie Butler James nach dem Kauf ihrer Eintrittskarte und wies ihnen den Weg. Da alle bestens mit Informationsmaterial in ihren Händen hatten, konnten sie entweder gezielt Stände von Ausstellern ansteuern oder sich einen allgemeinen Überblick über die hochwertigen Angebote verschaffen.

Flöten-Windlichter

Dabei wurde schnell klar, dass viele davon einzig, aber nicht artig, ein wenig frech und mit Stil waren. Dies traf unter anderem für die dekorativen handmade Windlichter der Manufaktur Maße aus Aschaffenburg aus leergetrunkenen Weinflaschen, darunter auch Rheingauer Flöten zu.

Als ein echter Hingucker erwiesen sich auch die frechen Skulpturen „Dick Madame“ von Barbara Hänsel aus Rheine. „Schnaps kein Honig“ lockte ein Schild die Besucher an den Stand von Riko Jenischen aus Lich. Er hatte Spirituosen unter anderem mit den Namen „Bratapfel“, „Alte Nuss“ und „Bitter Rose“ im Angebot.

„Tu nix, gönn‘ Dir was“ hieß es am Stand von Crazy Chair, an dem Besucher sich über wetterfeste Hängematten und Hängesessel für Garten, Balkon oder Terrasse informieren konnten.

Mit der Bezeichnung „Herzenssache“ tituliert Harald Brosch aus Kelheim seine cirka zwei Meter großen Objekte, die er aus cirka 100 Jahre alten Fassdauben herstellt, in Edelstahl einfasst und mit Keramik oder Glas verbindet. Da diese engelsgleichen Flügeln ähneln, sind sie eine Zierde für Haus und Garten.

Viel Lob und Anerkennung gab es auch vom den schönen Dingen zugeneigten Publikum für die hochkarätigen Präsentationen. Darunter befanden sich viele Besucher, die bereits ständige Gäste bei „FineArts“ sind. Wie sie betonten, stelle die „unique“ eine willkommene Brücke zur der auf den 26. und 27. Oktober terminierten „FineArts“ dar.

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