Erhalt des kulturellen Erbes

Kristin Schubert ist neue Bezirkskonservatorin im Kreis

Seit Ende letzten Jahres ist Kristin Schubert als Bezirkskonservatorin für den Rheingau-Taunus-Kreis zuständig. Schubert übernimmt die Betreuung des Kreises von Dr. Verena Jakobi, die seit November 2020 die neue Leiterin der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen ist.(Foto: Christine Krienke, LfDH)

Rheingau. – „Der Rheingau-Taunus-Kreis verbindet zwei sehr unterschiedliche Kulturlandschaften, die beide auf ihre Art besonders reizvoll sind“, sagt Kristin Schubert, die den Kreis seit Ende letzten Jahres als Bezirkskonservatorin betreut. Der Untertaunus sei landwirtschaftlich geprägt mit weit zurückreichenden interessanten Siedlungsstrukturen und beheimatet mit der Aartalbahn Hessens längstes Baudenkmal.

„Die für die Trassenführung anspruchsvolle Topografie brachte eine Reihe von bemerkenswerten Ingenieurbauwerken entlang der malerischen Strecke hervor“, so Schubert, die schon seit einigen Jahren Projekte rund um die Aartalbahn in ihrer Funktion als Expertin für die Industrie- und Technikdenkmalpflege in Hessen begleitet. „Die Rheingauer Kulturlandschaft dagegen ist seit über einem Jahrtausend durch den Weinbau bestimmt. Nicht umsonst wurde hier die Lebensqualität zu allen Zeiten von Künstlern, Reisenden und Bewohnern hoch geschätzt.“ Besonders ausgezeichnet sei der Rheingau durch das Welterbe Oberes Mittelrheintal, der Flusslandschaft als Inbegriff der Rheinromantik. „Kreisübergreifend finden sich wertvolle historische Ortsbilder mit herausragenden Kirchenbauten und eine Vielzahl von archäologischen Relikten; waldreiche Landstriche beherbergen wunderschöne Schloss- und Klosteranlagen“, schwärmt die passionierte Motorradfahrerin, die sich die Region schon längst auf zwei Rädern erschlossen hat. Die Restaurierung von Kloster Eberbach, der Unionskirche in Idstein und des Brentanohauses zählten zu den bedeutendsten Projekten der Hessischen Denkmalpflege der letzten Jahre und gehörten ebenso zum unverwechselbaren Portfolio der Kulturlandschaft des Rheingau-Taunus-Kreises wie die Kurfürstliche Burg in Eltville, Schloss Johannisberg oder Schloss Vollrads. „Ihr Stolz auf den Reichtum dieses wertvollen historischen Erbes ist den Menschen anzumerken. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und bin gespannt auf die Kulturdenkmäler und ihre Eigentümer, die ich bei der Pflege ihrer Schätze gerne mit meiner Expertise unterstütze – denn sie sind ja die eigentlichen Denkmalpfleger*innen.“ Schubert ist es wichtig, die Interessen aller Beteiligten im Blick zu behalten und gemeinsam Lösungen für den Denkmalbestand zu entwickeln. Ganz essentiell sei es, diesen in die heutige Gesellschaft zu integrieren, um ihn zukunftsfähig zu erhalten. Gleichzeitig gelte es, denkmalpflegerisches Handeln als gesellschaftlichen Wert zu vermitteln, denn eine dem kulturellen Erbe angemessene kontinuierliche Pflege und Reparatur sei ressourcenschonend und umweltfreundlich. Nicht zuletzt würden durch das Handwerk traditionelle Techniken über Generationen weitergetragen, die unser gemeinsames kulturelles Erbe prägten.

Zur Person

Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und Philosophie an den Universitäten in Leipzig und Lund/Schweden absolvierte die 42-Jährige ein postgraduales Masterstudium der Denkmalpflege (Heritage Management) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Fachhochschule Anhalt in Dessau. Aus dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in Dresden wechselte sie 2010 nach Hessen. Neben dem Rheingau-Taunus-Kreis betreut Schubert auch die Denkmäler der Industrie und Technik in Hessen. Zusätzlich ist sie für die denkmalfachliche Begleitung der Generalinstandsetzung des Jugendstilbads Sprudelhof in Bad Nauheim zuständig. Mit ihrer Knabstrupperstute, die einer selten gewordenen dänischen Königspferderasse angehört, beteiligt sie sich aktiv an der Pflege eines immateriellen Weltkulturerbes – der Reitkunst. „Auch hier führen wir die Lehren der alten Meister über in die heutige Zeit und halten sie lebendig.“

Kristin Schubert übernimmt die Betreuung des Rheingau-Taunus-Kreises von Dr. Verena Jakobi, die seit dem 1. November 2020 die neue Leiterin der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen ist.

Der Rheingau-Taunus-Kreis verfügt aktuell über 2.314 eingetragene Einzelkulturdenkmäler und 76 Gesamtanlagen. Dokumentiert sind diese geschichtlichen und künstlerischen Werte u.a. in der Denkmaltopografie des Rheingau-Taunus-Kreises (Altkreis Rheingau in zwei Bänden erschienen 2014, Altkreis Untertaunus 2003).

Neueste Kommentare

Schöne Sommertage am Rhein
10 Wochen 6 Tage
Schöne Sommertage am Rhein
11 Wochen 1 Tag
Schöne Sommertage am Rhein
11 Wochen 2 Tage
Krisenstab verschärft Maßnahmen zur Eindämmung …
13 Wochen 3 Tage
Oskar auf der Burg Rheinstein
51 Wochen 6 Tage


X