„Es geht um Gottes- und Menschendienst“

„Es geht um Gottes- und Menschendienst“
Der Florianstag des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau 2019 fand in Kiedrich statt

Die Übergabe der Figur des heiligen Florian an die Kiedricher Feuerwehr: Björn Steinebach, Hans-Peter Korn und Thorsten Hopp (v.l.n.r.).

Rheingau. (mh) – Im Mittelpunkt des Florianstages des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau in Kiedrich stand ein feierlicher Gottesdienst in der Basilica minor, die Übergabe der stattlichen Figur des Heiligen Florian von der Feuerwehr Oberwalluf an die Feuerwehr Kiedrich und ein geselliger Abschluss mit einer Ehrung im Feuerwehrgerätehaus.

 

Um den Tag gebührend zu begehen, waren Feuerwehrleute aus zahlreichen Rheingauer Freiwilligen Feuerwehren in einem stattlichen Zug vom Bürgerhausparkplatz, angeführt von Trägern des Heiligen Florian und Fahnenträgern, zur katholischen Pfarrkirche marschiert, wo sie Diakon Hans-Jürgen Siebers zu dem Gottesdienst willkommen hieß.

Nach seiner Lesung aus der Offenbarung des Johannes, in der dieser in einer Vision vom Sieg des Guten über das Böse hört und sieht, erinnerte Siebers in seiner Predigt daran, dass solche und ähnliche Visionen Menschen beflügelt haben, Gutes zu tun und Böses zu meiden. Visionen ermutigten Menschen und geben ihnen Kraft. Auch seien sie sinnstiftend.

Mit ihrem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ hätten Feuerwehrleute ihre Ziele und Aufgaben kurz und prägnant formuliert. Darin werde exakt auf den Punkt gebracht, dass es bei ihrer Arbeit um ein Engagement zur Ehre Gottes und zum Segen der Menschen geht. Gleichzeitig sei dieser Leitspruch eine Vision, „die bei jedem Einsatz Kraft gibt und Sinn stiftet“.

Schaue man ganz genau auf den Gedenktag des heiligen Florian, werde der Patron der Feuerwehr immer mit Namen genannt, aber er werde nie allein erwähnt, denn offiziell feiere die Kirche am 4. Mai den Gedenktag dieses Heiligen und der heiligen Märtyrer von Lorch an der Enns. Es brauche nicht nur die starke einzelne Persönlichkeit, sondern auch die Gemeinschaft. Dies gelte auch für die Feuerwehr, „denn es kommt auf den Teamgeist an, damit ein Werk gelingen kann“.

Dass Glaube und Einsatz für den Mitmenschen kein Gegensatz sind, zeige der heilige Florian. Die frohe Botschaft, für die der Heilige sein Leben eingesetzt habe laute: „Christus ist am Kreuz gestorben und am dritten Tage auferstanden. Er lebt und schenkt auch uns das neue Leben mit Gott“.

Es gebe wohl kaum einen Verein oder eine Institution, wie die Feuerwehr, „die immer Tag und Nacht gleichermaßen ehrenamtlich zum Einsatz der Menschen bereit steht, denn Feuerwehrleute geben den Bürgern Schutz und Sicherheit sowie das Gefühl, dass Menschen für ihren Schutz da sind“. Für ihre Bereitschaft, zu löschen, zu bergen, zu schützen und zu retten, sage er ein „herzliches vergelt’s Gott“.

„Möge der heilige Florian weiterhin seine schützende Hand über alle Feuerwehrleute halten. Dann können sie helfen, wo Hilfe erforderlich ist. Dann können sie ihrem Ideal und Ziel dienen: 'Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr'“, so Diakon Siebers abschließend. Den Gottesdienst umrahmte Willibald Bibo auf der Orgel.

Im Gerätehaus der Kiedricher Feuerwehr angekommen, freute sich Hans-Peter Korn, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau, über die rege Beteiligung am 34. Florianstag und begrüßte zahlreiche Ehrengäste. Gleichzeitig erinnerte er an verstorbene Feuerwehrleute.

In seinem Grußwort hieß Hubertus Harras, Erster Beigeordneter im gotischen Weindorf, alle Anwesenden in Vertretung von Bürgermeister Winfried Steinmacher im Namen aller Gemeindegremien willkommen.

Rund um die Uhr

Er freue sich, dass der Florianstag einmal mehr in Kiedrich stattfindet, „denn wir alle wissen, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren für unser Gemeinwesen ist und die Bürgerinnen und Bürger ruhig schlafen lässt“. Die Zivilgesellschaft könne sich glücklich schätzen, „dass Feuerwehren nicht nur auf dem Papier stehen, sondern rund um die Uhr für sie da sind“. Für ihre stete Einsatzbereitschaft danke er allen Feuerwehrleuten verbunden mit dem Wunsch, „dass Sie alle gesund von Ihren Einsätzen nach Hause kommen“.

Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch übermittelte dem Vorstand des Kreisfeuerverbandes Rheingau und allen kommunalen Feuerwehren im Verbandsbereich auch im Namen von Landrat Frank Kilian den Dank für ihre segensreiche Arbeit. Weil die Politik eine Verpflichtung gegenüber den freiwilligen Feuerwehren habe, müsse sie sicherstellen, „dass diese auch das bekommen, was sie für ihre Einsätze benötigen“. Auch er wünschte allen Einsatzkräften allzeit eine gute Heimkehr und Gottes Segen.

Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper in ihrem Grußwort bekannte, „ist meine Gemütslage nach dem schönen Gottesdienst berührt, ergriffen und froh im Herzen“. Der Florianstag berühre alle und insbesondere die Feuerwehrleute, „weil er den Kern der Seele trifft und bewusst macht, was Sie leitet, worauf Sie bauen und was Fundament, Inhalt und Ziel Ihres Engagements ist“. Der großartige Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ werde mit der Art und Weise, wie der Florianstag begangen wird, bewusst und erfahrbar. Dieser sei Symbol und zugleich Ausdruck des Gottvertrauens, „dass Ihnen Kraft und Halt gibt“.

Neben Berührtsein, Ergriffenheit und Freude im Herzen erfülle sie viertens große Dankbarkeit. Zum einen, „dass Sie mit dem Florianstag auf die Wurzeln unseres Gemeinwesens als Teil des christlichen Abendlandes verweisen und zum andern, dass Sie eine Tradition pflegen, die bis heute lebendig ist und in der ein wichtiges Stück Rheingauer Kultur und damit Heimat zum Ausdruck kommt“.

Ihr drittes, herzliches, besonders dickes Dankeschön gelte dem, „was Einsatzkräfte im Rahmen ihrer stets hervorragenden Arbeit das ganze Jahr über für uns tun“. Weil die Bürgerinnen und Bürger um die stete Bereitschaft der freiwilligen Feuerwehren an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, ihre Zuverlässigkeit, Tatkraft, Können, Kraft, Zeit und Mut wissen, können sie ruhig schlafen.

Der Einsatz der freiwilligen Feuerwehren sei ehrenamtlich und zugleich hochprofessionell. Diese seien nicht nur Garanten des Brandschutzes, sondern leisteten einen unschätzbar großen Beitrag für die Gemeinschaft in den Städten und Dörfern. Um die Arbeit der Wehren hier und in ganz Hessen zu flankieren, unterstütze die Landesregierung maximales Engagement mit maximalen Mitteln.

Abschließend wünschte Müller-Klepper allen Einsatzkräften Erfolg, Gottes Segen und den Schutz des Heiligen Florian. Vor allem aber, „dass Sie immer wieder gesund zu ihren Familien nach Hause zurückkehren“.

Nachdem Hans-Peter Korn Staatssekretär a.D. Werner Koch mit einem Ehrenteller des Verbandes sowie einem handgeschnitzten und geweihten Mini-Florian für dessen ganz besonderes Wohlwollen gegenüber den freiwilligen Feuerwehren gedankt hatte, übergab er die prächtige Figur des heiligen Florian an Gemeindebrandinspektor Björn Steinebach und Thorsten Hopp, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Kiedrich, und bedankte sich ebenfalls mit dem Ehrenteller für die Gastfreundschaft in Kiedrich.

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