Managementplan als Leitfaden für die Entwicklung im Welterbe-Tal

Managementplan als Leitfaden für die Entwicklung im Welterbe-Tal
Projekte mit dem Charakter der Landschaft in Einklang zu bringen

Die Bundegartenschau in Koblenz habe gezeigt, dass mit einem solchen Großereignis eine nachhaltige Entwicklung und Profilierung der gesamten Region verbunden sei.

Rheingau/Mittelrheintal. (av) – Ein verbindlicher Managementplan für die UNESCO Welterbestätte Oberes Mittelrheintal soll als Leitfaden mögliche Herausforderungen und Lösungswege für eine weitere Entwicklung des Tals aufzeigen. Gemeinsam mit dem Land Hessen, dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat das Innenministerium Rheinland-Pfalz am Dienstagabend in Mainz einen Zuwendungsvertrag zur Finanzierung des Managementplans unterzeichnet.

Der Plan, der von der UNESCO vorgegeben ist, umfasst auch eine Studie zur Kulturlandschaftsverträglichkeit.

„Die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe im Jahre 2002 hat dem Tal seinerzeit einen Impuls zur Entwicklung und zur Zusammenarbeit gegeben. So wurde der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal gegründet, der alle Kommunen im Welterbegebiet umfasst und zahlreiche Projekte und Initiativen zur Entwicklung des Oberen Mittelrheintals umgesetzt hat“, betonte Innenminister Roger Lewentz. In den vergangenen Jahren seien gerade aufgrund des Welterbetitels umfangreiche Investitionen in das Mittelrheintal geleistet worden so Lewentz, der als Beispiele Wanderwege wie den Rheinsteig und den Rhein-Burgen-Wanderweg, den Ausbau der Radwege, die Neugestaltung des Loreleyplateaus oder die Aufwertung der Festung Ehrenbreitstein im Rahmen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz nannte.

„Ich sehe keinen Widerspruch zwischen dem Welterbetitel und den Entwicklungsmöglichkeiten des Mittelrheintals“, unterstrich Lewentz. Es gelte, die Projekte mit dem Charakter der Landschaft in Einklang zu bringen. Hier könne die Kulturlandschaftsverträglichkeitsstudie helfen, Projekte schneller bewerten zu können, ohne langfristige Abstimmung mit der UNESCO durchführen zu müssen. „Damit werden wir die Planungsprozesse für Projekte wie die Mittelrheinbrücke, die Ortsumgehung Braubach, den Ferienpark in Werlau oder das geplante Hotel am Günderodehaus in Oberwesel schneller abstimmen können“, so Lewentz. Der enge Kontakt zur UNESCO sei ein Erfolgsfaktor, betonte der Minister. Dadurch sei es gelungen, die Zustimmung zu Projekten wie der Mittelrheinbrücke oder der Seilbahn in Koblenz zu gewinnen. Die Hälfte der Kosten des Managementplans in Höhe von 240.000 Euro übernimmt das Innenministerium. Die zweite Hälfte übernehmen Zweckverband (60.000 Euro), Kulturministerium (36.000 Euro) und Wirtschaftsministerium Hessen (24.000 Euro).

Eine Impulswirkung und Aufbruchsstimmung wie mit der Verleihung des Welterbe-Titels erlebe die Region gerade auch bei den Planungen zur Bundesgartenschau 2031 bzw. 2029 – wenn sich die Mitglieder des Zweckverbandes für den vorgezogenen Zeitrahmen entscheiden, unterstrich Lewentz. Die Bundesgartenschau sei ein ideales Instrument um die Entwicklung der Region voranzutreiben, da sich alle Anstrengungen und Investitionen auf einen festgelegten Eröffnungstermin richten. Die Bundesgartenschau in Koblenz habe gezeigt, dass mit einem solchen Großereignis eine nachhaltige Entwicklung und Profilierung der gesamten Region verbunden sei. Der Managementplan werde auch die Planungen zur Buga berücksichtigen und Hinweise zu deren mit dem Welterbe verträglichen Umsetzung geben.

Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal will den Welterbestatus voranbringen. Er versteht sich als Kümmerer und Motor der Region, der gerne die Federführung für die Erarbeitung des neuen Managementplans übernimmt, um die Zukunft des Welterbes aktiv mitzugestalten. Von dem Managementplan verspricht man sich sehr viel, denn er kann auf eine Vielzahl von Konzepten, Planungen und Studien aufbauen und in einem für Alle verbindlichen Zukunftsprogramm zusammenführen.

Kulturstaatssekretär Professor Salvatore Barbaro wies darauf hin, dass Entwicklungen und Veränderungen im Tal zum Charakter und Wesen dieses Welterbes gehörten, bei aller Einzigartigkeit der Landschaft. „Ausgangspunkt aller Entscheidungen müssen die Wahrung und der Schutz der Authenzität des Welterbes Mittelrheintal sein. Entwicklungen und Veränderungen müssen deshalb behutsam angegangen werden und dürfen auch in ihrer Summe nicht den Charakter der Kulturlandschaft verändern“, betonte der Welterbebeauftragte der Landesregierung. Managementpläne seien das zentrale Planungsinstrument für den Schutz, die Nutzung und die Weiterentwicklung von Welterbestätten.

Vorschläge einbringen

„Es ist selbstverständlich, dass sich auch der hessische Teil des gemeinsamen Welterbes in die Fortschreibung des Managementplans voll und ganz einbringt“ so Karl Ottes, der als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrhein den Vorsitzenden, Landrat Puchtler, in Mainz vertreten hat. Ottes war gleichzeitig Repräsentant der hessischen Partner in der Welterberegion. Rückblickend auf die bisherigen Aktivitäten sagte Ottes: „Hessen, der Rheingau-Taunus-Kreis mit seinen beiden Städten Rüdesheim und Lorch stellen zwar nur einen kleinen Anteil der Gebietskulisse im Mittelrheintal dar — wir haben uns aber nie als Juniorpartner gefühlt. Diese Bezeichnung ist auch nie gefallen und gehört keinesfalls zum Wortschatz unseres partnerschaftlichen Verhältnisses.“ Das Gegenteil sei der Fall: „Das gemeinsame Miteinander über unsere eigene Verwaltungsebene hinaus bis hin zu den beiden Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen, war und ist geprägt von großem Vertrauen und einem freundschaftlichen Zusammenwirken. Die Arbeit in den Gremien hatte und hat allein das Ziel, die uns anvertraute Kulturlandschaft zum Nutzen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie den vielen Besuchern voranzubringen und fortzuentwickeln.“ Die Ideen und Vorschläge will man deshalb auch in die jetzt anstehende Fortschreibung des Managementplans einbringen. Man freue sich auf dieses Gemeinschaftsprojekt gemeinsam mit den Partnern aus Rheinland-Pfalz.

„Was uns aktuell für unseren eigenen Zuständigkeitsbereich umtreibt, ist die längst überfällige Fortentwicklung bzw. deutliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse rund um den Bahnübergang im Verlauf der B 42 in Rüdesheim“, so Ottes weiter. Es sei sicher verständlich, dass er die Beseitigung dieses Verkehrshindernisses als besondere Gemeinschaftsaufgabe explizit benenne. Die Maßnahme sei neben der Linderung des Bahnlärms ein entscheidender Faktor der Fortentwicklung der Welterberegion – und das gerade besonders auch in Vorbereitung der Bundesgartenschau 2029 oder 2031, mit den von Allen erwarteten Besucherzahlen.

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