Mobilität nimmt eine immer stärkere Rolle ein

Verbandsvorsteher Steinmacher brachte den Haushalt 2022 des Zweckverbandes Rheingau ein

Im Kiedricher Bürgerhaus brachte Verbandsvorsteher Bürgermeister Winfried Steinmacher in der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung den Entwurf für den Haushalt 2022 ein. Dieser schließt aufgrund der Erträge im ordentlichen Ergebnis in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro und Aufwendungen in gleicher Höhe mit einem ausgeglichenen Ergebnis ab.

Der Finanzhaushalt wird mit einem Finanzmittelüberschuss des Haushaltsjahres in Höhe von 133.786 Euro festgesetzt. Kredite und Verpflichtungsermächtigungen werden nicht veranschlagt. Liquiditätskredite werden ebenfalls nicht festgesetzt.

Wie Steinmacher vorrechnete, sind im Produktbereich „Innere Verwaltung“ unter anderem die Erträge aus der Umlage der Verbandsmitglieder für die allgemeine Verwaltungstätigkeit und die Produktbereiche „Regionalpark“ und „Regionalentwicklung“ veranschlagt. Die Verbandsumlage ist für das Haushaltsjahr 2022 mit rund 701.000 Euro festgesetzt, (2021 = rund 601.000 Euro).

Zu den Hauptaufgaben des Produktbereichs „Regionalentwicklung“ gehören, so Steinmacher, insbesondere die Regionalentwicklung, das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit. Dafür seien insgesamt rund 456.000 Euro an laufenden Zuwendungen und Zuführungen in Höhe von 62.663 Euro an Rückstellung veranschlagt.

Als weiterzuführende Produkte aus diesem Bereich nannte er unter anderem die Markenentwicklung, die Homepage und das Wegekonzept/Beschilderung. Weiterhin Priorität habe die Pflege des Rheingauer Klostersteigs und des Premiumweges Wispertaunus. Neu hinzugekommen sei das Projekt Carpooling/on demand Verkehre im Rheingau.

Von den Produkten im Bereich „Regionalentwicklung“ nimmt, wie er nachdrücklich betonte, die Mobilität eine immer stärkere Rolle ein. Zur Stärkung der weniger gut angebundenen Kommunen, zur Vermeidung von motorisierten Individualfahrten und zur Steigerung einer effizienten und zuverlässigen Nahversorgung knüpfe der Zweckverband an das Thema „Smart Mobility“ an und investiere in on demand Verkehre im Rheingau als Pilot. Um für dieses Projekt bereits im Vorfeld Erkenntnisse zur Dimensionierung und den verkehrlichen Effekten zu erlagen, werde in 2022 eine detaillierte Voranalyse erstellt. Hierfür sei ein Ansatz in Höhe von 15.000 Euro vorgesehen.

Für die bereits erfolgreich bestehenden Projekte „Förderpreis Junges Engagement Rheingau“ seien 500 Euro und für die Mitgliedschaft „Soziales Familiennetzwerk Rheingau“ (SOFA) 12.000 Euro eingeplant. Die Kostenbeteiligung in Höhe von 2.000 Euro für das Projekt „Schön Hier – Das Kulturfest im Rheingau“ werde fortgeführt.

Die Projekte zur „Dachmarke“ bildeten, erinnerte Steinmacher, mit dem Regionalmanagement, dem Rheingauer Weinbauverband/Rheingauer Weinwerbung und der Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH die Zentralprojekte des Zweckverbandes zu deren Weiterentwicklung ab.

Eine deutliche Erweiterung erfahre das Projekt „Wegkonzept/Beschilderung“. Dabei stehe die Machbarkeitsstudie einer Raddirektverbindung Wiesbaden-Rüdesheim sowie die Umsetzung des radtouristischen Entwicklungsplans Rheinhessen destinationsübergreifend mit den hessischen Anrainerkommunen der „QuerRheinRoute“ im Mittelpunkt. Der Ansatz hierfür betrage 130.000 Euro abzüglich 58.800 Euro Landesförderung und 20.400 Eigenanteil der Stadt Wiesbaden.

Neue Leader-Periode

Ab dem Jahr 2023 ist, so Steinmacher, wieder eine neue Leader-Periode bis zum Jahr 2027 vorgesehen. Für die Bewerbung sei die Erstellung und Einreichung einer Lokalen Entwicklungsstrategie erforderlich. Inzwischen sei der dazu erstellte Förderantrag bewilligt worden.

Mit Genugtuung wies Steinmacher darauf hin, dass der für den Rheingau sehr erfolgreiche Stadtumbau mittlerweile komplett abgeschlossen ist und dieser Produktbereich im Haushalt 2020 keine Ansätze ausweist.

Der Produktbereich „Regionalpark“, für den insgesamt rund 490.000 Euro an Rückstellung veranschlagt wurden, betreffe die gesamte Herstellung des Leinpfades auf 14 Kilometern Länge, finanziert von der Bundesstraßenverwaltung. Darüber hinaus werden, wie er sagte, weitere Wegeverbindungen und Installationen entlang des Weges geplant. Mit den zwei geplanten Projekten in Lorch und Rüdesheim sei nunmehr in jeder Kommune ein Regionalparkprojekt initiiert beziehungsweise umgesetzt.

Rüdesheim beabsichtige mit dem Projekt Anleger 11/Goethestrand einen Erlebnispunkt in ihrem Stadtgebiet zu schaffen. Dieses soll 2022 umgesetzt werden. Neu hinzugekommen sei das Projekt „Gestaltung Unterführung Lorch“. Im ersten Schritt solle in einer Machbarkeitsstudie ermittelt werden, in welcher Form die Entwicklung eines Erlebnispunktes in Lorch möglich ist. Insgesamt werden nach den Aussagen von Steinmacher rund 490.000 Euro an Rückstellungen für den Regionalpark veranschlagt.

Ausblickend auf zukünftige Haushaltsjahre teilte er mit, dass im Rahmen der mittelfristigen Ergebnis-/Finanzplanung aufgrund der beschlossenen Erhöhung der Verbandsumlage wieder zusätzliche Projekte geplant werden können, nachdem viele Projekte erfolgreich abgeschlossen wurden. Der Haushaltsausgleich sei auch in Zukunft gesichert und der Zweckverband wieder auf einer stabilen Finanzwirtschaft aufgebaut.



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