Der Rheingau hat eine neue Weinkönigin

Der Rheingau hat eine neue Weinkönigin
Katharina Bausch aus Hattenheim setzt sich gegen Sophie Egert und Carolin Weiler durch

Die scheidenden Rheingauer Weinmajestäten krönten gemeinsam die neue Rheingauer Weinkönigin Katharina Bausch und ihre Prinzessinnen Sophie Egert und Carolin Weiler.

Rheingau. (sf) – „Die neue Rheingauer Weinkönigin heißt – Katharina Bausch“, verkündete der Präsident des Rheingauer Weinbauverbands, Peter Seyffardt, unter dem Jubel der mehr als 500 Gäste im ausverkauften Fürstensaal von Schloss Johannisberg. In einem goldenen Umschlag steckte der Zettel mit dem Namen der neuen Rheingauer Weinkönigin.

Katharina Bausch ist 22 Jahre alt und kommt aus Hattenheim.

Sie wurde am vergangenen Samstag im Rahmen einer unterhaltsamen Bühnenshow von einer unabhängigen Jury zur Nachfolgerin von Tatjana Schmidt gewählt, die sich am 22. und 28. September zur Wahl der Deutschen Weinkönigin stellt.

Die Wahl der Rheingauer Weinkönigin war spannend: Drei ebenbürtige Kandidatinnen hatten sich der Wahl zur Gebietsweinkönigin gestellt. Mit einem knappen Vorsprung habe Katharina Bausch die Mehrheit der Jury-Stimmen erringen können, verkündete Weinbaupräsident Seyffardt schließlich nach über zwei Stunden unterhaltsamer Aufgaben und Fragen für die Kandidatinnen und krönte die 68. Rheingauer Weinkönigin, die 2018/19 die Region regional, aber auch auf nationaler Ebene repräsentieren wird.

Katharina Bausch, die aus dem gleichnamigen Weingut in Hattenheim stammt und fünf Jahre als Repräsentantin ihren Heimatort vertrat, ist ausgebildete Winzerin und studiert zur Zeit Weinbau und Önologie an der Hochschule Geisenheim. Sie hatte mit viel Witz, Charme, Fachkompetenz und Schlagfertigkeit das Publikum begeistert und souverän die gestellten Aufgaben gemeistert. „Verdient gewonnen“ war es dann auch vielfach aus dem Publikum zu hören, denn die Wahl der Rheingauer Weinkönigin fand unter großer Beteiligung von Ehrengästen, Juroren, Fans, Winzern und Familienmitgliedern statt.

Nicht weniger strahlend und auch mehr als überzeugend stehen ihr die Weinbaustudentin Sophie Egert aus Hattenheim und die Winzerin Carolin Weiler aus Lorch als Prinzessinnen zur Seite. Und schon bei der Krönung wurde klar, dass hier ein tolles Trio die Weinbauregion Rheingau vertreten wird.

„Unsere Weinmajestäten sind wichtige Botschafterinnen für unsere Region und unser Kulturgut Wein. Sie sind nicht selten im Studium an der Hochschule Geisenheim oder bereits in der Weinwirtschaft tätig und repräsentieren unser Kulturland Rheingau nicht nur fachlich kompetent, sondern auch auf äußerst sympathische und charmante Weise. Um diese Botschafterinnen beneiden uns viele andere Branchen“, so der Weinbaupräsident, der es im Rahmen seiner Begrüßungsansprache nicht versäumte, auch allen anwesenden Ortsweinköniginnen für ihr Engagement zu danken. Zur Zeit habe man mit 48 Weinmajestäten im Rheingau ein absolutes Rekordhoch an engagierten jungen Frauen, erklärte er. In der Tat hat sich die Einstellung der jungen Generation zum Weintrinken, zum Amt der Weinmajestät und zur Heimat als Kultur- und Weinregion in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert. War es vor der Jahrtausendwende noch als „altbacken“ angesehen, eine Weinkrone zu tragen und auch die Krönung der Rheingauer Weinkönigin noch eine Veranstaltung für vornehmlich ältere Semester, hat sich das heute grundlegend geändert. Als engagierte Ortsweinmajestäten hatten auch Sophie Egert in Oestrich, Katharina Bausch in Hattenheim und Carolin Weiler in Lorch schon einige Jahre lang Erfahrung in dem Ehrenamt gesammelt. Am Samstagabend dann hatten sie sich mutig den verschiedenen Aufgaben auf der Bühne gestellt und mit Charme und Fachwissen brilliert. Die 30-köpfige Jury hatte es schwer, sich für die neue Rheingauer Weinkönigin zu entscheiden und auch die rund 500 Gäste im komplett ausverkauften Saal von Schloss Johannisberg verfolgten die spannende Wahl, die in eine Bühnenshow, moderiert von dem SWR-Fernsehjournalisten Wolfgang Junglas, verpackt war. Mitgestaltet wurde sie von den beiden Autoren des legendären, vor 30 Jahren erstmals erschienen Karl-Comics, Michael Apitz und Patrick Kunkel.

Dass sich gleich drei engagierte junge Frauen gefunden hatten, die nach ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement als Ortsweinköniginnen auch das Amt der Gebietsweinkönigin übernehmen wollten, freute viele. „Damit geht die Krönung der Rheingauer Weinkönigin auch in diesem Jahr wieder mit einer richtigen Wahl einher“, freute sich Weinbaupräsident Seyffardt. Schon zum vierten Mal gab es eine Wahl mit spannender Unterhaltungsshow: Angelehnt an die Wahl der deutschen Weinkönigin, galt es für die Kandidatinnen auf der Bühne im Fürstensaal von Schloss Johannisberg, mehrere Aufgaben vor Publikum zu meistern und sich dabei auch auf der Bühne gekonnt zu präsentierten. Moderator Wolfgang Junglas war dann zusammen mit den scheidenenden Rheingauer Weinmajestäten Tatjana Schmidt, Alexandra Unger und Janine Helbig, der Geschäftsführerin des Weinbauverbandes, Andrea Engelmann, Präsident Peter Seyffardt und den Comic-Vätern Apitz und Kunkel Garant für einen unterhaltsamen, spannenden Abend.

Junges Publikum

Eröffnet hatten Junglas und Seyffardt den Abend gemeinsam, um die vielen Gäste und Ehrengäste zu begrüßen. Dazu gehörten natürlich die knapp 50 amtierenden und ehemaligen Ortsweinmajestäten, die fast alle zu diesem royalen Termin gekommen waren und in ihren stilvollen Abendkleidern mit Krone für ein wunderbares Bild sorgten. Im Publikum saßen neben den Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus und Klaus-Peter Willsch die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Marius Weiß, der Kreisbeigeordnete Karl Ottes und viele Bürgermeister des Rheingaus. Ein besonderer Gruß ging auch an die Alters- und Ehrenpräsidenten des Rheingauer Weinbauverbandes, Richard Nägler und Klaus-Peter Kessler. Ebenfalls im Publikum saßen 30 Juroren aus Politik, Weinbau und Presse, die aufgefordert waren, aus den drei Kandidatinnen die eine als Trägerin der goldenen Königinnen-Krone zu wählen. Schön war dabei, dass von Anfang an klar war, dass es keine Verliererin geben würde: Die drei jungen Frauen erhielten alle eine Krone und werden als majestätisches Trio den Rheingau und sein Premiumprodukt Wein würdig vertreten.

Ganz bemerkenswert war auch, wie viele junge Leute in diesem Jahr wieder die Wahl der Rheingauer Weinkönigin begleiteten. Drei Generationen tanzten am Samstag zur Musik von DJ Jobbo und hatten gemeinsam riesigen Spaß. Die 48 gekrönten jungen Frauen in eleganter Abendrobe hatten ganz viele gleichaltrige Freunde mitgebracht, die ebenfalls sichtlichen Spaß an der royalen Party und auch an dem guten Wein hatten, den 46 Rheingauer Winzer gestiftet hatten.

Abschied

Vor der Party hatte jedoch zunächst die offizielle Verabschiedung der bis dahin noch amtierenden Rheingauer Weinkönigin Tatjana Schmidt und ihrer Prinzessinnen Janine Helbig und Alexandra Unger gestanden. In einer kleinen Bilderfolge aus den letzten 12 Monaten blickten die drei Majestäten ganz persönlich auf ihr ereignisreiches Amtsjahr zurück. „Es waren viele schöne Termine und wir konnten viele Erfahrungen aus diesem Jahr mit nehmen. 162 Einsätze hatten wir und waren 364 Tage voll im Amt“, erzählten sie dem Publikum und dankten allen, die sie in der Amtszeit unterstützt hatten, die Rheingauer Winzer an der Spitze. Mit etwas Wehmut legten die engagierten jungen Frauen ihre Kronen auf ein rotes Samtkissen ab und entließen den Rheingau damit in ein Interregnum, „zwei Stunden ohne königliche Regentinnen“, wie Wolfgang Junglas es ausdrückte. Richtig herzbewegend war es, wie die bis dahin amtierenden Weinkönigin von ihrem aufregenden Jahr berichteten. „Es war ein tolles Jahr mit drei kompetenten Weinmajestäten, die den Rheingau deutschlandweit würdig mit royalem Glanz vertreten haben“, freute sich Weinbaupräsent Peter Seyffardt „Es ist nicht selbstverständlich, so ein Ehrenamt mit so viel Engagement und Selbstverständnis auszufüllen“, so Seyffardt weiter. Verbunden mit dem Abschied übergab Weinbaupräsident Seyffardt den jungen Frauen als Dankeschön für ihre wertvolle Arbeit in den letzten zwölf Monaten einen „Liegestuhl für den Ruhestand“ als Ehrengeschenk und einen Blumenstrauß. Vor allem wünschte er Tatjana Schmidt für die bevorstehende Wahl der deutschen Weinkönigin alles Gute.

30 Jahre Karl-Comic

Bevor man in die Vorstellung der Kandidatinnen eintrat, gab es den ersten „Showact“ mit den Comic-Machern Michael Apitz und Patrick Kunkel. In diesem Jahr ist es genau 30 Jahre her, dass die Jugendfreunde zusammen mit Patricks Vater Eberhard Kunkel dem Spätlesereiter Karl ein Gesicht und einen Namen gaben und die Geschichte des Traubenkuriers, der sich auf dem Weg zum Abt nach Fulda verspätete und so dafür sorgte, dass auf Schloss Johannisberg die Spätlese erfunden wurde, in einem Comic mit historischem Hintergrund erzählten. Mit witzigen Fotos aus den Anfängen der erfolgreichen zwölfteiligen Comicreihe unterhielten die „Karl-Väter“ das Publikum und riefen viele Erinnerungen wach „Wir haben uns damals keine große Gedanken gemacht, die Warnung „macht bloß nix über Wein“ überhört und einfach drauf los gelegt“, erinnerte sich Apitz. Dass „Karl“, seine Freunde „Grandpatte“, „Oskar“ und „Maria“ dann ein solcher Erfolg werden würden, hatte die Comic-Macher selbst überrascht. In drei Showacts mit vielen Dias und Bildern aus den Karl-Comics und den letzten 30 Jahren ließen Apitz und Kunkel an dem Ort, wo Karl „geboren“ wurde, die Erfolgsgeschichte vor 500 begeisterten Gästen Revue passieren. Der krönende Höhepunkt der „Karl-Exkursion“ war eine „royale Lesung“, bei der die drei ehemaligen und die drei zukünftigen Rheingauer Weinmajestäten in verschiedene Rollen schlüpften und eine Episode aus einem Comicband vorlasen. Die Tierstimmen hatte Wolfgang Junglas übernommen.

Spannende Aufgaben

Dann wurde es aber auch Ernst für die drei Kandidatinnen, die sich vorstellten und mehrere Einzelaufgaben lösen mussten. „Die Kandidatinnen sollen diese Aufgaben in Stichworten beantworten, möglichst viele richtige Schlüsselwörter nennen und haben maximal 2 Minuten Zeit“, hatte zuvor Geschäftsführerin Andrea Engelmann der Jury erläutert. Die erste im Bunde war die aus Hattenheim stammende Katharina Bausch: „Erläutern sie die weinbaurechtlichen und önologischen Unterschiede zwischen den Weinbezeichnungen Rotling, Rosé, Weißherbst und Blanc de Noir“ lautete die Einzelaufgabe für die neue Rheingauer Weinkönigin aus dem Fachbereich Önologie, die ihr Andrea Engelmann dann stellte und die sie ohne Mühe mit Bravour beantwortete. Schon vor der großen „Rheingau Royal-Gala“ wurde das Wein-Wissen der Kandidatinnen in mehr als 50 Fragen auf Herz und Nieren geprüft und alle drei hätten diese Aufgaben sehr gut absolviert, hatte Andrea Engelmann erklärt. Wolfgang Junglas fragte dann noch, welchen Part sie gerne im Weincomic „Karl der Spätlesereiter“ übernehmen würden und hier wählte Katharina Bausch den Titelhelden „Karl“. Auch die beiden anderen Kandidatinnen mussten sich einer Fachfrage stellen und durften sich „ihre“ Comic-Figur auswählen. Nach einer gemeinsamen Aufgabe mit allen drei Kandidatinnen, wo die jungen Frauen in einer Weinprobe ebenfalls ein beeindruckendes sensorisches Fachwissen bewiesen und einen Wein mit ganz ungewöhnlichen Begriffen wie „High Heels“ oder „Flip Flops“ vergleichen mussten, sollten sie abschließend noch erklären, warum sie Rheingauer Weinkönigin werden wollen. „Ich liebe unseren Riesling und ich liebe unseren Rheingau. Ich möchte mit jedem diese Leidenschaft teilen und wer kann das besser vermitteln als eine Rheingauer Weinkönigin?“, sagte Katharina Bausch überzeugend.

Auch Sophie Egert und Carolin Weiler stellten eindrucksvoll ihr Können mit viel Herz unter Beweis.

Witzig, interessant und wissenswert war dann auch die „Fake-News-Runde“ mit den ehemaligen Rheingauer Weinmajestäten, die Artikel vorlasen, in denen sich zahlreiche Fehler eingeschlichen hatten und die die drei Kandidatinnen möglichst bemerken sollten. Besonders berührend waren noch die Abschlussreden der drei jungen Frauen, in denen sie alle ihre Liebe zu ihrer Heimat und zu ihrem Winzerberuf deutlich machten. Schließlich kam der Jury die Aufgabe zu, die neue Königin zu wählen, und das war nicht einfach: Alle drei Anwärterinnen hatten ihre Sache wirklich sehr gut gemacht und sich auf der Bühne als kompetente und sympathische junge Damen präsentiert, die mit großem Engagement für ihre Heimat werben wollen. Die Spannung lag in der Luft, wer wohl die goldene Krone bekommen sollte. Nach einer knapp einstündigen Pause, in der die Gäste zum Sektumtrunk eingeladen waren und es ein kulinarisches Büfett gab, verkündete Präsident Seyffardt das Ergebnis. Gemeinsam mit den scheidenden Rheingauer Weinmajestäten krönte Seyffardt die neue Königin Katharina Bausch und die beiden Prinzessinnen Sophie Egert und Caroline Weiler. „Das war eine sehr spannende Wahl und wir freuen uns auf das tolle Weinmajestäten-Team 2018/19. Mit dem Trio wird der Rheingau bestens repräsentiert sein. Wir können sehr stolz auf unsere Weinhoheiten sein“, so die Geschäftsführerin der Rheingauer Weinwerbung, Andrea Engelmann. „Wir freuen uns schon auf die Zusammenarbeit mit den drei motivierten Botschafterinnen, die einen frischen modernen Rheingau repräsentieren und in ihrer Amtszeit die Region deutschlandweit vertreten werden.

Schließlich hagelte es Glückwüsche, Blumen und Geschenke für die neuen Weinmajestäten, bis Joachim Jakob die Bühne übernahm und musikalisch den Startschuss für die royale Disco gab.

Weitere Artikelbilder:

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Betrieb im Kindergarten Ranselberg geht weiter
18 Wochen 6 Tage
60 Menschen verlieren ihren Job
39 Wochen 6 Tage
Dem Opernsänger Peter Parsch zum Gedenken
49 Wochen 3 Tage
Kathrin Palmen spielt jetzt im Hauptorchester
50 Wochen 6 Tage
Doro rockt – Rüdesheim schwitzt
1 Jahr 15 Wochen


X