Rieslinglese wird für Mitte September erwartet
Wetter-Gewinner: Reifegrade liegen derzeit bis zu 3,5 Wochen über dem 30-jährigen Mittel

Rheingau. (mh) – Während die Ackerwirtschaft betreibenden Landwirte über die Trockenheit und Hitze stöhnen und Ernteausfälle beklagen, erwarten die Winzer eine mengen- und qualitätsmäßig sehr gute Ernte. Dies gilt auch für den Rheingau.

Dazu ist eine im Internet veröffentlichte Aussage eines heimischen Winzers beispielgebend: „Unseren Reben geht es sehr, sehr gut. Sie genießen das heiße Sommerwetter und gedeihen prächtig. Trotz des seit Monaten fehlenden Regens gibt es kaum Mangelerscheinungen“.

 

Dies sieht das Weinbauamt Eltville ebenso. In seinem aktuellen Wetterfax heißt es: „Die Entwicklung der Reben ist in den letzten Wochen in einem atemberaubenden Tempo vorangeschritten. Inzwischen sind die frühen und mittelfrühen Sorten schon weit in der Reifeentwicklung fortgeschritten. Auch die späteren Sorten stehen bereits an der Grenze zum Reifebeginn, so dass spätestens Anfang August in allen Lagen und Sorten die Reife eingesetzt haben sollte. Die derzeitige Hitze und die anhaltende Trockenheit werden zwar jetzt das Tempo der Reifeentwicklung etwas reduzieren, die Zunahme der Mostgewichte wird aber kontinuierlich weiterlaufen“.

Auch der Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes Peter Seyffardt zeigt sich mit dem aktuellen Zustand in den Rheingauer Weinbergen sehr zufrieden. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel liege der Vorsprung der Reifegrade bei cirka 3,5 Wochen. Die Lese der frühen Sorten werde somit schon im August starten. Die Ernte des Rieslings werde nach gegenwärtigem Stand bereits für Mitte September erwartet.

Weil Reben tief wurzeln, seien in den Altanlagen kaum Schäden zu verzeichnen, „denn die meisten Böden sind noch einigermaßen gut mit Wasser versorgt“. Dagegen müssten wegen der Bodenverhältnisse vor allem Weinberge am Rüdesheimer Berg bereits bewässert werden. Dies gelte auch für Junganlagen, um sie vor dem Vertrocknen zu bewahren. Er selbst habe, so Seyffardt, in seinem Jungfeld in der Weinbergslage „Wildsau“ eine mobile Tröpfchenbewässerungsanlage installiert.

Wie viele seiner Kollegen hat auch er Weinberge entblättert. Diese Arbeiten sollten, so seine Empfehlung, wegen der akuten Sonnenbrandgefahr im Augenblick nicht mehr vorgenommen werden. Inzwischen stellten sich jetzt nach und nach Probleme mit Sonnenbrand auf den Trauben ein.

In Weinbergen, in denen die Trauben nicht locker sondern sehr kompakt hängen, hat Seyffardt Reduzierungen vornehmen lassen. Diese Maßnahme sei erforderlich, so seine Begründung, um ein Platzen der zu dicht an dicht hängenden Beeren zu verhindern.

Peronospora sei bei der aktuellen Wetterlage kein Thema. Gleiches gelte bei der Botrytis. Bei Oidium sei die Gefahr jedoch ungleich höher. Hier empfehle das Weinbauamt, diese Krankheit auf jeden Fall überall noch einmal letztmalig zu bekämpfen.

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