„Schutzengel für kleine Rehkitze“

Kitzretter haben in diesem Jahr fast 100 Tiere vor dem Mähtod bewahren können

Der neu gewählte Vorstand des Kitzrettung Rheingau-Taunus e.V. : Vorsitzender Steffen Mähler und seine Stellvertreterin Sabine Gilbert (Mitte) zwischen den weiteren Vorstandsmitgliedern (v.l.n.r.) Ralf Bachmann (Schriftführer), Ralf Ensel (Beisitzer), Daniel Merkel (Kassierer), Stefan Kroner (Beisitzer), Katja Hammer (Beisitzerin) und Ilona Kleinert (Beisitzerin).

Im siebten Jahr seines Bestehens hat der Verein Kitzrettung Rheingau-Taunus in der Mähsaison zwischen Mai und Juli mit 92 geretteten Rehkitzen erneut einen starken Beitrag zum Tierschutz in unserer Region geleistet. In zahlreichen Einsätzen im Idsteiner Land, dem Untertaunus und im Rheingau wurden zudem etliche weitere Tiere wie Hasen, Füchse, Kaninchen und sogar ein Fasan auf einer Fläche von über 500 Hektar vor dem Tod durch das Mähwerk bewahrt. Aufgrund der weitergehenden Vergrämungsarbeiten an den Abenden vor dem Mähtermin ist sogar von einer weitaus höheren Anzahl geretteter Tiere auszugehen, die in der Nacht von dem Muttertier aus den betroffenen Wiesen geführt wurden.

Dies nahm der Verein nun zum Anlass, im Rahmen einer Mitgliederversammlung an der Grillhütte in Breithardt auf das Erreichte zurück zu schauen und die nächste Saison 2022 zu planen. Dazu soll es wieder Informations-Veranstaltungen für interessierte Helferinnen und Helfer geben, weitere Piloten der inzwischen vier mit Wärmebildkameras ausgestatteten Multi-Kopter zum Abfliegen der Felder werden geschult, das umfangreiche Equipment wie Wildvergrämer und Weidescheuchen wird auf Vordermann gebracht.

Doch auch die Neuwahl des Vorstands stand auf der Tagesordnung. Nachdem die Wahlen im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausgefallen waren, konnten sie - unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen - in diesem Jahr nun nachgeholt werden.

Axel Lechtenbörger, der seit 2014 als Gründungsmitglied im Vorstand mit dabei ist und seit 2018 Vorsitzender gewesen ist, kandidierte nicht mehr für den Vorstand. Steffen Mähler, der den Verein bereits seit vielen Jahren unterstützt und die Wiesen mittels Drohne und Wärmebildkamera nach Rehkitzen absucht, wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Sabine Gilbert wiedergewählt, ebenso Ralf Bachmann als Schriftführer. Neu gewählt wurde Daniel Merkel als Kassierer. Als Beisitzer wurden Iris Ahrens, Ilona Kleinert, Ralf Ensel, Katja Hammer und Stefan Kroner gewählt.

Steffen Mähler dankte seinem Vorgänger Axel Lechtenbörger und der vorherigen Kassiererin Carolina Gindra von Herzen für das Geleistete um die Tiere und den Verein. „Ihr habt einen großartigen Einsatz für unseren Verein und damit die Rehkitze in den zurückliegenden Jahren erbracht. Das bringt Euch unser aller Respekt ein. Ihr seid wahre Schutzengel für kleine Rehkitze“, so der neue Vorsitzende, der sich mit dem gesamten Team auf das nächste Jahr und wieder viele gerettete Tiere freut.

Für die Saison 2022 können sich jetzt schon Interessierte unter www.kitzrettung-rheingau-taunus.de und den sozialen Medien informieren oder sich unverbindlich für die Info-Veranstaltungen per E-Mail an kontakt[at]kitzrettung-rheingau-taunus[dot]de melden. Deren genauen Termine stehen aber noch nicht fest.

Der Verein steht sehr gerne auch beratend für Landwirte zur Verfügung, die auch in Eigenregie den Schutz vor dem Mähtod verbessern wollen. „Wir sind sehr glücklich, dass immer mehr Landwirte selbst die kleinen und preiswerten Kitzretter-Geräte, die blinken und piepsen, zur Vergrämung der Tiere anschaffen und selbst vor dem Mähen aufstellen. Gerade in Spitzenzeiten sind nämlich auch wir nicht immer in der Lage jeder kurzfristigen Anfrage nachzukommen“, so Steffen Mähler.

In den kommenden Monaten vor der nächsten Rehkitzsaison könnten aber alle Informationen und Erfahrungen zu den Geräten und Methoden der Kitzrettung beim Verein eingeholt werden.



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