Die Autos sind da – die hildegardische Bepflanzung folgt

Die Autos sind da – die hildegardische Bepflanzung folgt

Der neue Parkplatz an der Abtei St. Hildegard bietet nahezu 100 Plätze – drei davon für Busse

Der neue Parkplatz ist fertig und die untere Ebene war schon in den ersten Tagen meist voll besetzt.

Eibingen. (chk) – Der Besucher-Parkplatz mit 92 Pkw-Stellplätzen, drei breiteren Behinderten- und drei Bus-Stellplätzen an der Abtei St. Hildegard ist vergangene Woche fertiggestellt worden. Wie im Rheingau Echo im März berichtet wurde, hatte sich die Fertigstellung verzögert, weil der Winter, insbesondere der Februar, zu regenreich und der Boden dadurch zu wassergesättigt war. Die befestigten Parkplätze im unteren Bereich waren nun, gleich nach der Fertigstellung, fast vollständig besetzt. Im Gegensatz zu den Vorjahren waren nur wenige ausländische Kennzeichen zu sehen. Die 58 Parkplätze in der höhergelegenen Ebene müssen noch eine Weile gesperrt bleiben, damit die eingesäten Schotterrasenflächen in Ruhe anwachsen können.

 

„Das sieht noch etwas kahl aus, aber die Bäume und Sträucher können erst im Herbst gepflanzt werden“, erklärte Schwester Andrea Stadermann und zeigte auf dem großen Banner an der Einfahrt zum Parkplatz, wie der der Platz nach der Begrünung aussehen soll. „Eine Besonderheit unseres neuen Parkplatzes wird die Bepflanzung mit 32 Bäumen acht regionaler Baumarten sein, die in der ‚Physica‘, der naturkundlichen Schrift der heiligen Hildegard beschrieben sind.“ Die acht Baumarten, die aus etwa 60 von Hildegard erwähnten Arten ausgewählt wurden, entsprechen zugleich dem heutigen Anspruch an klimawandel-resistente Bäume und sind zum Teil schon bei der Bepflanzung mehr als drei Meter hoch. Auf diese Weise entsteht nicht nur ein überschatteter Parkplatz, sondern zugleich ein hildegardischer Baum- und Pflanzenlehrgarten mit verschiedenen Ahorn-Arten, Felsenbirne, Hopfen- und Hainbuche, Blumen-Esche, Esskastanie und Speierling.

Die Bäume sollen in gleichmäßigem rhythmischem Abstand in Zweierreihen parallel zum Hang gepflanzt werden und damit das wohlgeordnete Gleichmaß des denkmalgeschützten neoromanischen Klostergebäudes aufnehmen. Unterstützt werden soll diese Formation durch standortgerechte einheimische Hecken und Sträucher. „Auch zur Straßenseite werden Bäume und Sträucher gepflanzt, so dass man die ‚Blechlawine‘ auf dem Parkplatz nicht sieht, wenn man von unten hochschaut“, erläuterte Schwester Andrea. „Die gesamte Fläche wird begrünt, es wird eine Blumenwiese angelegt und vor die Weinstöcke im angrenzenden Weinberg werden Wildrosen gepflanzt.“

Schwester Andrea ist überzeugt, dass sich mit den Anpflanzungen auch das Mikroklima positiv verändern wird, insbesondere, wenn die Bäume noch weiter wachsen. An der Stelle des heutigen Parkplatzes seien früher einmal Streuobstwiesen gewesen, hat sie in älteren Unterlagen gesehen. Sie freut sich, dass das „wilde Parken“ auf zuvor zwei unbefestigten Parkplätzen ein Ende hat und lobt die gute Zusammenarbeit mit Architektin Andrea Rabsilber von „Freiraum“ Rabsilber und Heckmann in Wiesbaden und mit Firma Porth Garten- und Landschaftsbau in Geisenheim.

Der in einer Einbahnstraßenregelung befahrbare Parkplatz ist parallel zu den Höhenlinien und in möglichst geringem Landschaftsverbrauch ökologisch und denkmalpflegerisch vertretbar angelegt. Möglich geworden ist der schon lang ersehnte Parkplatz-Bau dank großzügiger Zuschüsse des Hessischen Wirtschaftsministeriums, zweier privater Spender, der Klosterstiftung Sankt Hildegard und des Vereins der Freunde der Abtei St. Hildegard. „Für die 32 Bäume, die im Oktober gepflanzt werden sollen, haben wir Baumpatenschaften vergeben. Alle 32 Bäume haben eine Patin oder einen Paten gefunden“, berichtete Schwester Andrea Stadermann. Für dieses Engagement seien die Schwestern sehr dankbar und der Freundeskreis des Klosters nehme gerne auch weiterhin Spenden für die „Rundum-Bepflanzung” des neuen Parkplatzes mit einheimischen Sträuchern entgegen. Offiziell eingeweiht wird der hildegardisch bepflanzte Parkplatz am 30. Oktober.

Während der Bauarbeiten und während der coronabedingten Sperrung des restlichen Parkstreifens durch die Stadt haben Besucher im angrenzenden Wohngebiet auf der Windeck geparkt, was für die Anwohner eine ziemliche Belastung war. Bei den unmittelbaren Nachbarn hat sich Äbtissin Dorothea Flandera nun in einem Brief für die Geduld und Nachsicht bedankt.

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