Beschlüsse müssen umgesetzt werden

Beschlüsse müssen umgesetzt werden
Cäcilia Neise übt Kritik an Bürgermeister Volker Mosler

Am Bahnhof befindet sich ein Durchgang mit geöffnetem Tor, ein Hinweis auf einen behindertengerechten Zugang gibt es nicht.

Rüdesheim. (av) – Auch Bahnhöfe im Privatbesitz, wenn sie als ÖPNV-Haltestelle dienen, müssen laut Sozialministerium behindertengerechte Zugänge haben. Darauf stützt sich die Rüdesheimerin Cäcilia Neise, die auf allgemeine Missstände in der Stadt aufmerksam macht, mit denen behinderte Menschen leben müssen.

Cäcilia Neise hat mit ihrer Behinderung kein einfaches Leben und sie tut sich in der Öffentlichkeit schwer.

Doch erfährt die 85-Jährige oftmals kein Gehör, besonders im Rüdesheimer Rathaus, wie sie gegenüber dem Rheingau Echo betonte. Dort war davon die Rede, dass es nicht einfach ist am Bahnhof einen behindertengerechten Zugang zu den Bahnsteigen zu schaffen, weil der Bahnhof nicht im Besitz der Stadt ist. Mittel für eine Rampe und Bänke an Bushaltestellen wurden aber von der Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der Wählerinitiative Rüdesheim (WIR) genehmigt.

Cäcilia Neise kann nicht verstehen, dass sie bei Bürgermeister Mosler kein Gehör findet. Dieser hatte in der Stadtverordnetenversammlung auf einen Zugang zum Bahnsteig an andere Stelle des Bahnhofgeländes verwiesen. Er werde geöffnet, wenn nach ihm verlangt wird. „Es gibt keinen behindertengerechten Eingang, wie von Herrn Mosler behauptet wird. Weder im noch außen am Bahnhof gibt es einen Hinweis, es fehlen eine Klingel, eine Tafel oder sonstige Hinweisschilder, die kundtun, wie Behinderte in den Bahnhof gelangen“, sagt Cäcilia Neise. Es besteht zwar ein Durchgang am Bahnhof, der aber nicht gekennzeichnet ist. „Der Zugang, den der Bürgermeister meint, ist mit Müllgefäßen zugestellt und sehr schmal“, weiß Frau Neise. Außerdem sei der Schalter des Bahnhofs nur stundenweise besetzt, wer sollte ihr da einen Zugang öffnen, fragt sie sich. „Mir geht es nicht alleine um meine Person“, so Neise, die sich für alle behinderten Menschen einsetzen will. Darum hat sie auch mit dem Behindertenbeauftragten des Landes Hessen Kontakt aufgenommen, der die Angelegenheit in diesem Monat in den Petitionsausschuss bringen würde. Doch vorher will Neise ein Gespräch mit dem Rheingau-Taunus-Kreis führen. Denn es könne einfach nicht sein, dass vom Parlament gefasste Beschlüsse nicht immer von Bürgermeister Mosler umgesetzt würden.

Gewünscht wird seit langer Zeit auch die Einrichtung einer zusätzlichen Bushaltestelle an der Eibinger Wallfahrtskirche in Fahrtrichtung Geisenheim. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Haltestelle vorhanden. Behinderte Menschen müssten bereits am Krankenhaus aussteigen und von dort den Weg zu Fuß bis zur Kirche und zum Friedhof nehmen. „Aber der Bürgermeister will keine weitere Haltestelle“, so Neise. Er befürchte einen Rückstau, wenn der Bus hält. Ein Problem gebe es auch bei einem Feuerwehreinsatz, die RTV-Geschäftsführung teile seine Meinung. „Das sind keine Argumente“, sagt Frau Neise. „So lange hält der Bus nicht, es steigen nur wenige Leute ein und aus“. Auch sei an den meisten Bushaltestellen keine Sitzbank vorhanden, bemerkt Cäcilia Neise. Hier sei zum Beispiel Geisenheim sehr vorbildlich.

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