Neue Bürgerinitiative will Sprachrohr für alle Rüdesheimer sein

Neue Bürgerinitiative will Sprachrohr für alle Rüdesheimer sein
Über 30 Bürgerinnen und Bürger wollen Initiative aktiv begleiten

Gleich beim ersten Treffen waren mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger bereit, die Initiative aktiv zu begleiten.

Rüdesheim. (ak) – „Ich wollte kein fertiges Set up. Eine Bürgerinitiative muss den Willen der Mehrheit widerspiegeln. Auch wollen wir kein festes Korsett. Es geht um Dinge, die uns an der Stadt stören“, erklärte Dirk Pilz, der bewusst ohne fertiges Konzept an die Teilnehmer herangetreten war, um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, von Beginn an sowohl an der thematischen Ausrichtung als auch den Strukturen der Initiative aktiv mitwirken zu können und diese nicht in ein fertiges Korsett zu pressen.

 

„Bereitet man Inhalte und Struktur vor und wirbt mit festen Strukturen und klarer Position, dann kann dies Interessierte abstoßen und eine aktive Mitarbeit hierdurch wenig attraktiv sein. Zudem führen die Diskussion und der Austausch meiner Meinung nach häufig zu deutlich besseren Ergebnissen“, verriet Dirk Pilz. Durch seinen Vortrag zu Beginn der Veranstaltung erfolgte, wie beabsichtigt, ein reger Austausch. Hieraus ergaben sich im Anschluss Tischgespräche und erste mögliche Kernthemen und Anforderungen an die Initiative. Dirk Pilz ist sich sicher, dass die Initiative mehr als ein Thema verfolgen kann und dass man aber gewisse Strukturen braucht, „um dicke Bretter zu bohren. Ob es eine Initiative, eine Interessengemeinschaft oder ein Verein werden soll, wird der Bürgerwille zeigen. Das ist für mich der Mehrwert. Ich fühle mich als Bürger nicht immer gut informiert.“ Eine Bürgerin erklärte: „Ich bin nur informativ hier und möchte nicht aktiv mitarbeiten, während andere Bürger der Einladung gefolgt waren, um sich einzubringen: „Viele Entscheidungen werden getroffen mit denen wir nicht einverstanden sind. Würden Vorschläge aus dem Volk kommen, würde man sie vielleicht berücksichtigen. Ich würde mir Erfolg für uns wünschen.“

Dirk Pilz, der selbst auf der Windeck wohnt, erzählte von einem seiner Ärgernisse: „Als wir aus dem Urlaub zurückkamen, waren alle Spielgeräte vom Spielplatz verschwunden. Eine Information vorab an die Bürger wäre wichtig gewesen. So steigt die Politikverdrossenheit.“ Ein Anwohner bemerkte dazu: „Das ist bereits der zweite Spielplatz, der wegkommt. Wir Anwohner sind stark verunsichert. Es gab aber auch Gerüchte, die Geräte würden nur ausgetauscht.“

„Der Abend muss als voller Erfolg gewertet werden, welchen ich so nicht erwartet habe. Von 33 Personen im Raum haben sich 25 in die Liste eingetragen und möchte die Initiative aktiv begleiten. Per Mail haben sich gestern weitere acht Interessierte gemeldet und zur aktiven Mitarbeit bekannt. Das ist ein toller Start!“ fasste Dirk Pilz das erste Treffen der Bürgerinitiative zusammen.

Im nächsten Treffen wird es dann um die Festlegung der Struktur sowie den Leitthemen der Initiative gehen. Weiterhin wird darüber gesprochen, mit welchen laufenden Bewegungen und Initiativen eine aktive Vernetzung stattfinden soll. Die Rechtsform der Bürgerinitiative sowie potenzielle Schnittstellen ergeben sich letztlich aus der thematischen Festlegung. Es kristallisieren sich jedoch erste Präferenzen heraus: So beschäftigt die Kinderbetreuungssituation junge Familien und wurde von vielen Anwesenden als potenziell bedeutsames Thema für die Bewegung benannt. Auch der Kreisel am Europadreieck könnte ebenfalls zum Kernthema taugen und wurde intensiv diskutiert. Ein weiteres stark beachtetes Thema ist die Abschaffung der Straßenbeiträge zugunsten einer Finanzierung aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Zudem könnte die Beseitigung des Bahnübergangs den Weg auf die Agenda der Initiative finden. Allerdings sind die Teilnehmer bis zur nächsten Veranstaltung angehalten, bei Interesse weitere Themenvorschläge einzubringen. Zudem zeichnet sich ab, dass es noch weiteren Zuwachs geben wird. „Grundsätzlich wurde es für gut befunden, dass die Initiative sich thematisch etwas breiter aufstellen will, als es für Bürgerinitiativen eigentlich üblich ist. Dieser Umstand wurde als klarer Attraktivitätstreiber bewertet und könnte insbesondere die Bürger ansprechen, welche ein Engagement in einer Partei für sich ausschließen und sich eher themenbezogen binden wollen. Zudem möchte die Initiative gerne konstruktiv mit den involvierten politischen Gremien und Entscheidern themenbezogen zusammenarbeiten, sich aber auch eine kritische Distanz bewahren. Abschließend ist es ein Wunsch der Teilnehmer gewesen, dass die Initiative sich bei aller Offenheit nicht inhaltlich überfrachtet. Deswegen wird im nächsten Treffen eine sinnvolle Begrenzung der Themenanzahl und verbindliche Auswahl im Konsens erfolgen. Wir wollen ein Sprachrohr für alle Einwohner Rüdesheims sein!“, fasste Dirk Pilz zusammen. Weiterhin wurde festgelegt, dass sich künftig in einem monatlichen Turnus getroffen wird. Die Initiative steht auch Interessierten aus den Ortsteilen Rüdesheims offen und lädt diese herzlich und ausdrücklich zum nächsten Treffen am Mittwoch, den 24.04.2019 um 19:30 Uhr in den Eibinger Zehnthof ein.

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