Schöne Sommertage am Rhein

Ulrich Poessnecker und Ruth Sedo präsentieren ihre Werke in der Galerie A

Sie teilen ihre Liebe zur Kunst und zur Rheingauer Landschaft: Das Ehepaar Ulrich Poessnecker und Ruth Sedo.

Rüdesheim. (chk) – Mit lichtdurchfluteten Landschaften in Grün und Blau und der sommerlichen Natur am Rhein verbreiten Ulrich Poessnecker und Ruth Sedo in der Galerie A eine positive, einladende Stimmung. In ihrer Ausstellung „Rheingau-Landschaften“ erreichen sie einen hohen Wiedererkennungswert mit Impressionen entlang des Geisenheimer Rheinufers und anderen Sehenswürdigkeiten. Abwechslung beim Betrachten der Motive ergibt sich durch weitere Blickfänge wie Porträts und Illustrationen. Die Eröffnung der Ausstellung war auch unter Beachtung der Corona-Maßnahmen und trotz Mund-Nasen-Schutz eine heitere Veranstaltung. Musikalisch umrahmt wurde sie vom Duo „Naomi“ – der Sängerin Naomi Kraft und dem Gitarristen Stefan Varga.

„Liebe Annemarie, danke, dass du an diesem Ort einen passenden Rahmen geschaffen hast, um die Kunst nach Rüdesheim zu holen“, lobte Bürgermeister Klaus Zapp in seinem kurzen Grußwort die Galeristin Annemarie Wendel, die zuvor das Künstlerehepaar und die Gäste begrüßt hatte. Zapp würdigte die Werke und merkte scherzhaft an, dass er hoffe, bei der nächsten Ausstellung auch mehr Bilder aus Rüdesheim zu sehen. Annemarie Wendel bietet nicht nur die Galeria A mit Galerieladen für Kunstinteressierte und Kunstschaffende an, sondern auch weitere Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Ateliers in der Asbachgasse. Dort fand auch Ulrich Poessnecker im vergangenen Jahr sein Atelier. Er wohnt mit seiner Frau Ruth Sedo in Johannisberg und es war ihm wichtig, nach dem Eintritt in den Ruhestand, in einem Atelier außerhalb seines Zuhauses künstlerisch tätig zu sein.

Ulrich Poessnecker hat, wie auch Ruth Sedo, Kunst studiert. Eigentlich wollte er Modeschöpfer werden, was sich in seiner Freude, Frauenfiguren zu malen, noch zeigen mag. Nach einigen Semestern Textildesign entschied er sich für das Studium der Kunst, Kunstgeschichte und Pädagogik, war jahrzehntelang in Wiesbaden als Lehrer für Kunst und Theater tätig und arbeitete außerdem viele Jahre verantwortlich für sein Gebiet innerhalb der Bildungsplanung für das Hessische Kultusministerium. Auf keinen Fall möchte der 68-Jährige ein Rentnerdasein führen, sondern weiterhin Kunst schaffen – noch intensiver als je zuvor. Das zeigt sich gerade in einem seiner jüngsten Werke „Rheinkilometer 524“, in dem sieben Monate intensive Arbeit stecken, aber auch in anderen Bildern wie „Geisenheimer Mädchen“, die in der malerischen Landschaft stehen und sich mit ihrem Handy fotografieren. Das Bild sei noch feucht gewesen, als er es in der Galerie A aufgehängt habe, erzählte er.

Ruth Sedo ist Gymnasiallehrerin für Kunst und Französisch, unterrichtet an der Internatsschule Schloss Hansenberg und an der Rheingauschule. Mit der Ausstellung richten sie und ihr Mann das besondere Augenmerk auf die Gemeinsamkeiten und die vielen vergleichbaren malerischen Interessen. Die Bilder betonen die liebevolle und aufmerksame Zuwendung zur Rheingauer Landschaft. Wenn auch beide Maler ihre Motive mit einer unterschiedlichen Stilistik umsetzen, so dokumentieren und überzeugen ihre Öl- und Acrylgemälde in der Bandbreite der künstlerischen Gestaltungsmittel – auch was die Vielfalt der malerischen Blicke auf den Rhein angeht. „Die Besucher der Bilderausstellung dürfen sich vor den Kunstwerken gerne an schöne Sommertage am Rhein erinnern“, betonte Ulrich Poessnecker. Das taten die Gäste bei der Ausstellungseröffnung und hatten offensichtlich auch ihre Freude daran, bekannte Landschaften wiederzuerkennen oder neu zu entdecken.

Auch ein Blick auf die andere Seite des Rheins und in den Hunsrück ist in der Ausstellung möglich. Bei Besuchen bei ihren Eltern sei sie auf der Fahrt nach Trier jedes Mal von Neuem von der Landschaft im Hunsrück fasziniert, so dass sie diese auch in einem Bild festgehalten habe, erklärte Ruth Sedo.

Ulrich Poessnecker hat mehrere Bücher illustriert, unter anderem auch „Ich glaub, mich tritt ein Meerschwein“ von Ursula Krechel, für das er sich vor fünf Jahren auch das Recht erworben hat, das besondere Theaterstück für Kinder publizistisch nutzen zu dürfen. Er und Ruth Sedo fanden so großen Gefallen an den Figuren des Bühnenstücks, dass beide ein weiteres Projekt begannen, um ein phantasievolles Bilderbuch entstehen zu lassen. Das Bilderbuchprojekt sei letztlich nicht finanzierbar gewesen, bedauerte Poessnecker. Doch es sind als Gemeinschaftsarbeit des Ehepaares eine Anzahl von bezaubernden Illustrationen entstanden, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind.

Da der Galerieladen der Galerie A auch im November öffnen darf, kann die inspirierende Ausstellung an den kommenden beiden Wochenenden, 7. und 8. November und 14. und 15. November, von 15 bis 18 Uhr unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen besucht werden.

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Kommentare

Ausstellung Atelier A

Wirkungsstarke Bilder, regionale Verknüpfung, liebenswerte Menschen - das hat sich gelohnt!

Super Artikel zur Ausstellung

Die Journalistin Christa Kaddar versteht sich darauf, informative, spannende und atmosphärisch stimmige Texte zu schreiben. Sie führte ausführliche Gespräche mit den Beteiligten und berichtet hier in bester Weise von der Ausstellung in der Rüdesheimer Galerie A. Die Künstler Ulrich Poessnecker und Ruth Sedo sind sehr erfreut. Wunderbar.

Eine wahnsinnig tolle

Eine wahnsinnig tolle Ausstellung mit Atmosphäre schaffenden Kunstwerken! Diese Ausstellung ist auf jeden Fall einen Besuch wert und lässt den Besucher die tristen Novembertage vergessen. Die idyllischen Gemälde laden ein zum Verweilen. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann sich die Geschichten hinter den Kunstwerken vom liebenswerten Künstlerehepaar erzählen lassen und ein paar tolle Stunden im Rheingau verbringen!

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