St. Hildegard verbunden mit Bolivien

Gemeinsame Gebete über Kontinente hinweg

Die Lebensmittelausgabe in Viacha vor Weihnachten.

„Wir in Eibingen sind mit der Welt verbunden“, sagt der Bolivien-Arbeitskreis des Kirchortes St. Hildegard Eibingen, „ganz speziell mit Bolivien, einem der ärmsten Länder Südamerikas. Verbunden mit den Gemeinden Viacha auf dem Hochland und Riberalta im Tiefland, denen wir hier in St. Hildegard seit mehr als 25 Jahren partnerschaftlich zugewandt sind“.

In den beiden Kirchen San Augustin, Viacha, und der Kathedrale Senora del Carmen in Riberalta wurde am 4. Advent 2021 an St. Hildegard Eibingen gedacht und für die Gemeinde gebetet – über Kontinente verbunden! Genauso wie die Gemeinde St. Hildegard für ihre Partnergemeinden gebetet und an sie gedacht hatte. In Bolivien gibt es vor allem in den abgelegenen Landgemeinden sehr viele Probleme mit Covid-19 Infektionen. Es mangelt an Impfstoffen, Sauerstoff, Medikamenten und medizinischer Versorgung. Die Menschen sind zum großen Teil ohne Arbeit und Einkommen. Aus Angst vor Ansteckung verlassen viele ihre Häuser nicht. In Viacha hat sich um den Pfarrer Felix Choque eine kleine Gruppe gebildet, die sich „Carita parroquial“ nennt; das heißt „Gesicht der Pfarrei“. Diese Menschen gehen zu den Bedürftigen nach Hause und versorgen sie mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten. Für manche sind diese Besuche der einzige Kontakt zur Außenwelt.

In Riberalta ist die Lage vergleichbar dramatisch. Mitarbeiter des Bischöflichen Vikariates fahren mit Transportern in die abgelegenen Siedlungen und Dörfer im Amazonasgebiet, um die armen Familien mit den notwendigsten Lebensmitteln zu versorgen. Aus beiden Gemeinden treffen regelmäßige Berichte und Fotos in Eibingen ein, die die große Dankbarkeit der Menschen widerspiegeln.

„Alle diese Maßnahmen wären ohne die Spenden aus unserer Gemeinde nicht möglich“, so die helfenden Hände aus dem Bolivien-Arbeitskreis. Zahlreiche Helferinnen und Helfer stehen für eine Partnerschaft ein, die aus gegenseitigem Beistand in Notsituationen besteht. „Wir sind dankbar dafür, dass in Bolivien regelmäßig für unsere Gemeinde St. Hildegard gebetet wird und sehen es als unseren Auftrag und großes Anliegen, dass Gottes Ankunft an Weihnachten durch unsere Hilfe für diese Menschen sichtbar und spürbar wird.“

Hilfe die ankommt

Das Partnerprojekt San Augustin in der Provinzstadt Viacha befindet sich auf der bolivianischen Hochebene, eine Stunde Busfahrt von La Paz entfernt. Die meisten dort ansässigen Aymara-„Indianer“ leben vom Kleinhandel und der Landwirtschaft. Die karge, steinige, fast wüstenähnliche Hochlandsteppe, die gerade noch Schaf- und Lamazucht zulässt, macht den Anbau von Kartoffeln, Quinua (eine Art Hirse) und Mais äußerst schwierig. Der rasche Wechsel von Überschwemmungen, Dürren und fortschreitender Bodenerosion stellt die Aymaras darüber hinaus vor harte Existenzprobleme. Was geschieht dort mit der Hilfe aus Eibingen? Auf dem Gelände der Pfarrei organisieren ehrenamtliche Helfer und Helferinnen gemeinsam mit Betroffenen eine tägliche „Suppenküche“, in der alte Leute, Waisenkinder, Kranke und Behinderte miteinander essen, reden und arbeiten. Der Bolivien-Arbeitskreis unterstützt außerdem unwettergeschädigte Familien beim Neubau von Unterkünften. Und mit der Hilfe aus Eibingen werden Jugendliche bei der Arbeitssuche unterstützt und Schulmaterial für Kinder finanziert. In Krankheitsfällen wird für medizinische Behandlung gesorgt.

Das Partnerprojekt Riberalta liegt im tropischen Tiefland Boliviens, ca. 650 km nördlich von La Paz. Die rund 112.000 Einwohner zählende Stadt wächst ständig, da viele Menschen aus den umliegenden Regenwäldern kommen, weil sie als landlose Kleinbauern oder als Kautschuk-Sammler keine Überlebensperspektiven mehr sehen. Es stehen jedoch nur wenige Krankenstationen und Krankenhäuser zur Verfügung. Die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend und trifft besonders die Armen, die sich Medikamente und notwendige Versorgung nicht leisten können. Der dortige Bischof Luis M. Casey hat mit Hilfe der Maryknoll-Schwestern ein Projekt gestartet, das diese Missstände lindern soll. Dazu gehören die Verbesserung der Versorgung mit Medikamenten, die ärztliche Betreuung von Patienten ohne finanzielle Mittel, gesundheitliche Basiskurse für Schüler und Erwachsene, Hilfe zum Bau einfacher Toiletten in Eigenleistung, Aufklärungskurse für Eltern zur Ernährung der Kinder und ein Ernährungsprogramm für Kinder und ältere Menschen. Hier finanziert der Bolivien-Arbeitskreis ein Ernährungszusatzprogramm für mangelernährte Kinder und ältere Menschen für z. Zt. ca. 100 Kinder und zwischen 20 und 30 Erwachsene (meist Tuberkulosepatienten). Die Teilnehmer erhalten 14-tägig Lebensmittel, bis sich ihr Gesamtzustand verbessert hat. Kosten: ca. 16 USD monatlich pro Person. Die Gewichtszunahme wird regelmäßig kontrolliert.

Mit einer Spende für Bolivien kann man den Bolivien-Arbeitskreis unterstützen. Spenden können eingezahlt werden bei der Rheingauer Volksbank eG, Rüdesheim, BIC GENODE 51 RGG, IBAN DE03 5109 1500 0000 0258 87, Kennwort Bolivien. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt.

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