Stärkung für den Hochwasserschutz im Rheingau

Stärkung für den Hochwasserschutz im Rheingau
Innenminister übergibt fünf Abrollcontainer an hessische Feuerwehren

Symbolische Schlüsselübergabe für das neue TLF 4.000 an Stadtbrandinspektor David Rovillard (l.).

Rüdesheim. (av) – Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat am Vereinshaus Assmannshausen fünf Abrollcontainer zur Löschwasserversorgung (AB-LWV) mit einem Gesamtwert von rund zwei Millionen Euro an fünf hessische Feuerwehrenübergeben und dabei den Brandschützern für ihr Engagement gedankt. „Die Abrollbehälter sind ein schlagkräftiges und hoch mobiles Einsatzmittel mit modernsten Funktionen im Bereich des Hochwasserschutzes.

Durch die leistungsstarke Pumpe können sie 4.000 Liter Wasser in nur einer Minute über eine Förderstrecke von nahezu zwei Kilometern fördern“, was die Feuerwehrleute bei einer Präsentation auf der voll gesperrten B 42 veranschaulichten. Ein Abrollcontainer ist auf dem Stützpunkt Rüdesheim stationiert. „Damit stärken wir den Hochwasserschutz im Rheingau und natürlich auch weit darüber hinaus. Gleichzeitig sollen die fünf Abrollcontainer eine Motivationsquelle für die Kameradinnen und Kameraden vor Ort sein“, sagte Innenminister Peter Beuth. Die Abrollcontainer gehen an die Feuerwehren in Rüdesheim am Rhein, Kassel, Mühlheim am Main, Frankfurt/Main und Lorsch/Bergstraße. Vertreter der auswärtigen Feuerwehren hatten ebenfalls den Weg nach Assmannshausen gefunden, um der Übergabe beizuwohnen.

Die Hessische Landesregierung hat den Katastrophenschutz in einer auch im Ländervergleich beispiellosen Kraftanstrengung im Rahmen der Ausstattungsoffensive mit modernsten Einsatzmitteln umfassend ausgestattet, so Minister Peter Beuth. Seit 2008 wurden über 53 Millionen Euro in die Ausstattung des Katastrophenschutzes investiert. Der Hessische Katastrophenschutz verfügt nunmehr über die umfassendste und modernste Ausstattung seiner Geschichte. In Hessen sind rund 23.000 Ehrenamtliche in mehr als 680 Einheiten sowie über 3.300 Einsatzkräfte des THW aktiv. Beuth dankte den aktiven Feuerwehren des Landes für ihr großes ehrenamtliches Engagement und hob beispielhaft die Einsätze bei Naturkatastrophen in Ostdeutschland und in Slowenien hervor.

An die Freiwillige Feuerwehr Rüdesheim am Rhein wurde außer einem Abrollcontainer auch ein neues Löschfahrzeug TLF 4.000 übergeben. Die Anschaffung (340.000 Euro) des in Österreich gebauten Fahrzeugs wurde durch das Land gefördert. Es ersetzt ein 40 Jahre altes Löschfahrzeug, das jetzt außer Dienst genommen werden kann, so der stellvertretende Stadtbrandinspektor Björn Rosenbach. Bürgermeister Volker Mosler konnte zur Übergabe der Abrollcontainer und des neuen TLF 4.000 auch Mandatsträger der Stadt, des Rheingau-Taunus-Kreises und Vertreter der Landesregierung begrüßen.

Große Wassermenge

Die Abrollbehälter Löschwasserversorgung aus den Niederlanden (Firma Hytrans) sind weltweit im Einsatz und haben sich bestens bewährt, sie dienen der Förderung großer Wassermengen über weite Distanzen ohne Druckverlust. Die über eine Diesel-Hydraulikanlage angetriebene Tauchpumpe leiste mindestens 3.500 Liter Wasser in der Minute bei einem Nennförderdruck von 10 bar, so Björn Rosenbach. Sie ermöglicht einen schnellen Zugriff auf offene Wasserquellen bis zu 60 Meter Entfernung von der Pumpeinheit. Durch einen Bausatz kann der Volumenstrom auf mehr als 8.000 Liter in der Minute bei einem Nennförderdruck von 2,5 bar vergrößert werden, um beispielsweise nach Überschwemmungen große Mengen an Wasser abzuführen.

Die Pumpensteuerung beinhaltet einen Leistungsrechner zur Berechnung der Wassertransportdistanz. Hierdurch wird unter Berücksichtigung der topografischen Verhältnisse bereits mit der Installation der Pumpeneinheit die benötigte Anzahl der Schlauchleitungen sowie die überbrückbare Wegstrecke und der am Bestimmungsort zur Verfügung stehende Eingangsdruck berechnet.

Dies ist längst nicht alles, in einem Schlauchbett des Containers lagern 1.800 Meter F-Schlauchmaterial (Durchmesser 152 mm) zur Verlegung während der Fahrt bei einer Geschwindigkeit von maximal 40 km/h. Die Aufnahme der verwendeten Schläuche erfolgt durch eine Aufnahmehilfe, die unter einer eigenen Stromversorgung die Schläuche entwässert, reinigt und in den Container einzieht. Der Abrollbehälter führt weiter alle zum Aufbau einer Förderstrecke benötigten Armaturen. Schlauchbrücken und Auffahrrampen für Lastkraftwagen sowie Arbeits- und Hilfsmittel mit. Das 12,6 Tonnen schwere Gesamtsystem ist für Anwendungen im Brand- und Katastrophenschutz unter einem geringen Personalansatz optimiert.

Innenminister Peter Beuth und Bürgermeister Volker Mosler sprachen im Rahmen der Fahrzeug- und Containerübergange auch Ehrungen und Beförderungen aus. Brandschutzehrenzeichen und Urkunde erhielten Tobias Zöller und Oliver Morr. Eine Anerkennungsprämie für 20-jährige Einsatzbereitschaft ging an den Feuerwehrmann Marius Geilich. Stadtbrandinspektor David Rovillard gratulierte und dankte Innenminister Peter Beuth für die Förderung durch das Land Hessen.

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