Mit Virtual Reality in eine erfolgreiche Zukunft

Mit Virtual Reality in eine erfolgreiche Zukunft
Bürgerkonsortium will Rüdesheimer Brömserburg erlebbar machen

Vera und Bernhard Jung, Christine und Johannes Meuer, Lydia Malethon und Joachim Piszczan, Natascha und Henry Rölz (alle Rüdesheim) und Patricia und Jörg Hashagen (Eltville) haben sich viel vorgenommen und versprechen ein Museum, Kultur und Geschichte den nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Rüdesheim. (av) – Die Brömserburg in Rüdesheim soll wieder Geschichte schreiben. Nachdem die Stadt dem Konzept des Bürgerkonsortiums zur Nutzung der Brömserburg den Zuschlag gegeben hat, steht einer zeitgemäßen Wiederbelebung der über 1.000 Jahre alten Burg nichts mehr im Wege. Die zukünftigen Betreiber wollen der Burg ihre Strahlkraft zurückgeben und sie mit neuen Ideen und neuer Technologie wieder zu einem Highlight für Touristen und Einheimische machen. Dabei wird Wert auf Authentizität gelegt.

Die Burg soll dort abgeholt werden, wo sie steht und mit Hilfe modernster Technologie (Virtual Reality) in die nächste Dekade geführt werden. Auf diese Weise soll die Jahrhunderte alte Geschichte der Burg mit Mitteln des 21. Jahrhunderts für Groß und Klein erlebbar gemacht werden. „Wir sind Menschen, die sich zur Heimat bekennen“, so Vera Jung vom Bürgerkonsortium. Vera und Bernhard Jung, Christine und Johannes Meuer, Lydia Malethon und Joachim Piszczan, Natascha und Henry Rölz (alle Rüdesheim) und Patricia und Jörg Hashagen (Eltville) haben sich viel vorgenommen und versprechen ein lebendiges Museum, Kultur und Geschichte den nachfolgenden Generationen zu erhalten. „Wir haben als Kinder schon dort gespielt“, sagte Bernhard Jung, der in der Nachbarschaft, in der Boosenburg aufgewachsen ist. Das Bürgerkonsortium ist sich der stadtgeschichtlichen Bedeutung der Burg bewusst und hat großes Interesse am Erhalt der historischen Substanz. Das haben sie als Eigentümer von Kulturdenkmälern an verschiedenen Standorten bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

Seit über 1.000 Jahren gehört die Brömserburg zu Rüdesheim wie der Rhein und die Reben. Schon in der Romantik hat sie unzählige Persönlichkeiten angezogen. Ob Literaten wie Johann Wolfgang v. Goethe, Heinrich Heine, Clemens v. Brentano, Musikgenies wie Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Niccolò Paganini, Berühmtheiten aus Politik und Society – sie alle waren in der Brömserburg und haben sich von ihr verzaubern lassen. Jetzt soll ihr vom Rheingauer Bürgerkonsortium, mit dem Ziel, die Burg zu einer der faszinierendsten Attraktionen im Rheingau zu machen, neues Leben eingehaucht werden.

Museumskonzept

Im Vordergrund der Wiederbelebungsstrategie der Burg steht ein kulturell motiviertes Konzept, das sich an der reichen Geschichte der Burg orientiert. Ob es sich um Geschichten rund um das Rittertum, die Rheinromantik, prominente Besucher oder den Wein handelt, all' das soll mit Hilfe von Virtual Reality und an Hand ausgewählter Exponate für Touristen, Schülergruppen, Bildungsreisende und die Rheingauer zu neuem Leben erweckt werden. „Hier waren Menschen die Geschichte geschrieben haben, wir wollen daran anknüpfen und auch Menschen, die heute Geschichte schreiben, einladen“. Ausgerüstet mit Smartphone, Museums-APP und 3-D-Brille sollen die Museumsbesucher in längst vergangene Zeiten versetzt werden. So können sie am Leben der Ritter teilnehmen, Goethe am Schreibtisch über die Schulter schauen oder mit den Rheinromantikern durch die Burg wandeln. Reale Ausstellungsstücke aus dem reichen Fundus des Museums sollen für den besonderen Kick sorgen. Dank wechselnder Themenschwerpunkte und Ausstellungen soll die Attraktivität der Burg dauerhaft gesichert werden. Die Themenauswahl soll dabei immer eng mit der Geschichte der Burg verbunden sein.

Museumsbetrieb

Das Konzept sieht vor, aufgrund der Komplexität des Projektes die Wiederbelebung der Burg in drei Phasen zu realisieren. Phase I soll bereits in 2018 starten und bis ins Jahr 2019 hinein reichen. Sie soll die Grundsanierung der Neben- und Außenanlagen der Burg beinhalten. Dazu gehören die Einrichtung moderner Wirtschafts- und Sanitäranlagen und die wetterfeste Etablierung von Sitzplätzen, um kleine Köstlichkeiten aus der Region genießen zu können. Der Burgpark soll auch Raum bieten für kulturelle Veranstaltungen. Motto Phase I: „Es tut sich was rund um die Burg“.

In Phase II soll in 2019 die Grundinstandsetzung des Erdgeschosses, des Innenhofs der Burg und der angrenzenden Räumlichkeiten erfolgen. Parallel dazu soll der Museumsbetrieb mit Hilfe von Virtual Reality wieder aufgenommen werden. Motto Phase II: „Die Burg erwacht“.

Unter dem Motto „Die Burg lebt“ soll im Jahr 2020 Phase III eingeleitet werden. Der Museumsbetrieb soll dann auf weitere Geschosse der Burg ausgedehnt werden und damit seinen vollen Umfang erreichen. Im Außenbereich der Burg will man für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Ein Museums-Shop auf dem Burggelände soll auch das bieten, was Rüdesheim am Rhein und den Rheingau ausmacht.

Investment

Zur Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen wird das Bürgerkonsortium eine Personengesellschaft in der Rechtsform einer GmbH & Co KG gründen, in der die persönlichen und finanziellen Ressourcen gebündelt werden. Sie wird in einem ersten Schritt mit einem Eigenkapital von mindestens 250.000 Euro ausgestattet. Insgesamt rechnet das Bürgerkonsortium mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 2,2 Millionen Euro. Die Finanzierung soll über die Gewinnung von weiteren Gesellschaftern und Sponsoren erfolgen. Darüber hinaus sollen öffentliche Förderprogramme im Bereich Denkmal- und Kulturpflege das Vorhaben finanziell unterstützen. Angedacht ist eine Pacht von zunächst 50 Jahren mit Option der Verlängerung, Pachtzahlungen an die Stadt sollen nicht erfolgen, dafür steht das Gesamtinvestitionsvolumen. Events in der Burg haben keine Priorität, einzelne Veranstaltungen im Burggarten werden die Ausnahme sein. Der Erhalt und die Weiterentwicklung des bestehenden Museumsvereins zu einem Förderverein sind bereits in die Wege geleitet. So können sich Unternehmen und Privatpersonen finanziell und ideell mit in die Initiative des Bürgerkonsortiums einbringen. „Aus einem Rohdiamant soll ein Brillant werden“, so Jörg Hashagen.

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