Selbstgebastelte Laternen brachten viel Licht ins Dunkel

St. Martins-Spaziergang als ökumenische Aktion in Walluf erwies sich als ein voller Erfolg

Am Zaun des Grundstücks der Heilandskirche waren die Lichtertüten zum Mitnehmen angebracht.

Walluf. (mh) – – Welche kreativen Kräfte die Corona-Pandemie freisetzen kann, bewiesen Karola Halbritter vom Kirchort St. Johannes der Täufer Niederwalluf und Bettina Friehmelt, Pfarrerin der Heilandsgemeinde Walluf. Sie hatten bereits im September damit begonnen, eine Alternative für den traditionellen St. Martinsumzug zu entwickeln, die sich als voller Erfolg erwies.

Diese bestand darin, angesichts der angeordneten Restriktionen den üblichen abendlichen Umzug mit Pferd, Reiter und Musik auf vier Tage zu verteilen.

Das Ergebnis war, dass sich Eltern mit ihren Kindern bei Anbruch der Dunkelheit von Mittwoch bis Samstag ohne feste Startzeit zu ihrem ganz individuellen St. Martins-Spaziergang von gut einem Kilometer auf die Reise begeben konnten. Die Entzerrung hatte zur Folge, dass immer wieder kleine Lichtergrüppchen mit ihren selbstgebastelten Laternen viel Licht ins Dunkel brachten.

Auf dem gut am Boden markierten Weg erwarteten sie vier Stationen, an denen je ein großer bemalter Bettlaken mit dem Bild einer Szene aus der Martinsgeschichte angebracht war. Da Kinder in den Familien Halbritter und Friehmelt die Figuren nach ihren eigenen Vorstellungen angefertigt hatten, sah auf jedem der Bettlaken sowohl das Pferd als auch der Reiter etwas anders aus.

An jeder Station wurde ein Stück der Geschichte zum Lesen oder Vorlesen präsentiert. Auf einem auf dem Laken ebenfalls angebrachten QR-Code konnte eine Strophe vom Lied „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“, vorbereitet von Kinderchorleiterin Isabella Mischok-Schenk, zum leisen Mitsingen abgehört werden. Davon wurde, wie an allen Stationen zu hören war, auch reichlich Gebrauch gemacht.

Diese befanden sich im Hof des katholischen Pfarrhauses, von dem aus alle Teilnehmer starteten, am Tor der Kita „Paradies“ in der Mühlstraße, an der Marienkapelle und an der Heilandskirche, wo sich der Endpunkt des Spaziergangs befand und an dem die Teilnehmer sich ihre Belohnung mitnehmen konnten.

Diese bestand aus 350 Lichtertüten zum Bemalen, die das Bistum zur Verfügung gestellt hatte und die zuvor mit Martinsbrezeln gefüllt worden waren. Bis auf einen kleinen Rest waren am Ende der Veranstaltung alle am Zaun des Grundstücks befestigten Tüten weg.

„Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten“, zeigten sich die beiden Ideengeberinnen zufrieden und erleichtert über die große Akzeptanz des „etwas anderen“ Martinsumzugs. „Wie schön, dass an Sankt Martin etwas stattfindet“, sei eine sehr häufige Antwort von Teilnehmern gewesen.

Dass der „normale“ Umzug ausfiel, sei kaum bedauert worden. Gelobt wurde auch, dass jeder sein eigenes Tempo bestimmen konnte und es aufgrund der Einzelstarts Gruppenbildungen nicht entstanden. Karola Halbritter und Bettina Friehmelt können, wie sie sagten, es sich gut vorstellen, den Spaziergang mit dem Martinsumzug im nächsten Jahr zu verbinden.

Voll des Lobes über die Alternative waren auch die Eltern der dreieinhalb Jahre jungen Ida, die stolz ihre in der Kita selbst gebastelte lustige Maikäfer-Laterne zeigte. Sie waren mit ihrer Tochter aus Rauenthal gekommen, nachdem sie von dieser Aktion erfahren hatten. „Das ist eine sehr gute Lösung“ sagten die Eltern die zweijährigen Noah, der mit seiner Kusine an dem Spaziergang teilnahm.

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