Singen hält jung, gesund und wirkt entspannend

Singen hält jung, gesund und wirkt entspannend
Die Chorgemeinschaft Walluf feierte ihren 60. Geburtstag auch mit Ehrungen

Erzählten anschaulich aus ihrer Zeit als Sängerin/Chorleiter in der Chorgemeinschaft Walluf.

Walluf (mh) – Die Chorgemeinschaft Walluf feierte am vergangenen Sonntag im evangelischen Gemeindehaus mit einem offiziellen und einem gemütlichen Teil ihren 60. Geburtstag. In dessen Verlauf wurden unter anderem Grußworte gesprochen und treue Mitglieder geehrt. Ferner erzählten einige Personen von ihrer Chorgeschichte. Vor allem aber wurde Gesang dargeboten.

„Singen hält jung und gesund“, lautete die letzte Zeile des selbstgetexteten Begrüßungsständchen „Good News, wir feiern Geburtstag“ nach der Melodie von „Good News“, ein Spiritual, mit dem alle Anwesenden sich nach dem Genuss eines erfrischenden Glases perlenden Rieslingsekts in die Geburtstagsfeier einstimmen konnten.

Bei ihrer Begrüßung freute sich Erste Vorsitzende Benedikta Kohl, dass im Festraum alle Sitzgelegenheiten und Stehmöglichkeiten schnell belegt waren. Sie freute sich auch, unter den Gästen Landrat Frank Kilian und ihren Mann und Mitsänger Bürgermeister Manfred Kohl willkommen heißen zu können.

Freuen konnte sich auch das erwartungsvolle Publikum, denn der Chor unter der Leitung von Chorleiter Arnulf Reinhardt präsentierte ihnen mit alten und neuen Filmmelodien Ausschnitte des Festkonzerts, das am 26.Oktober im Vereinshaus Oberwalluf stattfindet.

Dabei erlebten sie mit der Darbietung unter anderem der Ohrwürmer „Ein Freund, ein guter Freund“ und „Mit Musik geht alles besser“ nicht nur einen ersten Ohrenschmaus, sondern konnten sich auch von der hohen sängerischen Qualität des Chores überzeugen.

„Ich bin sehr gerne zu Ihrem 60 Jubiläum gekommen“, gratulierte Kilian dem Geburtstagsverein und übermittelte ihm gleichzeitig die Glückwünsche von Kreisausschuss und Kreistag. Sein Dank gelte vor allem der Pflege und Bewahrung des Chorgesangs. Die Chorgemeinschaft sei ein leuchtendes Beispiel dafür, „wie wichtig Gesangvereine für die Gesellschaft sind“. Deshalb sei die Förderung der Kultur im Sinne des guten Miteinanders dem Kreis ein wichtiges Anliegen. Der Chorgemeinschaft wünsche er auch weiterhin erfolgreiches geselliges Wirken sowie ein lebendiges und gesundes Vereinsleben.

Wie der Landrat zuvor, war auch Bürgermeister Manfred Kohl nicht mit „leeren“ Händen gekommen. Er freue sich, dass er sowohl als Amtsträger und gleichzeitig auch als aktiver Sänger und Vereinsmitglied der Chorgemeinschaft zu ihrem Jubiläum die herzlichsten Grüße und Glückwünsche der Gemeinde Walluf und ihrer Gremien überbringen dürfe.

Diese richteten sich in erster Linie an die Sängerinnen und Sänger. Gleichzeitig dankte er dem stets engagierten Vorstand herzlich für seine gute Arbeit. Sein Dank gelte aber auch Arnulf Reinhardt, „der uns die Töne beibringt“. Dieser schaffe es immer wieder, den Chor in hervorragender Art und Weise zu motivieren.

Daher ist der Erfolg der Chorgemeinschaft, so Kohl, „natürlich auch dessen Verdienst“ Reinhardt trage dazu bei, Menschen zusammenzuführen und in einer Gemeinschaftsleistung dem Gesang und der Musik Geltung und Anerkennung zu verschaffen, auch wenn viele Vereine große Nachwuchssorgen haben. Aktuell müssten sich gerade Chöre mit der Nachwuchsgewinnung beschäftigen, „bei der sie leider oft auf Probleme stoßen und dabei auch Enttäuschungen erleben“.

Nähkästchen

Voller Überzeugung wies Kohl darauf hin, dass ihm das Singen in der Chorgemeinschaft seit fast 29 Jahren „eigentlich“ immer noch viel Spaß macht. Die Chorgemeinschaft Walluf habe ein breites musikalisches Spektrum, habe aber auch eine mehr oder weniger strenge Erste Vorsitzende, „die mir ja bekanntlich nicht ganz fremd ist“, plauderte er aus dem Nähkästchen und hatte sofort die Lacher auf seiner Seite.

Weil der eher im jugendlichen Alter befindliche Chor schon lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, nehme der Verein einen festen Platz im kulturellen Leben der Gemeinde Walluf ein. Konzerte mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen zeigten immer wieder das breite gesangliche Spektrum der Chorgemeinschaft.

Sein Grußwort schloss Kohl mit der Erkenntnis eines unbekannten Autors: „Ohne Sopran kein Elan, ohne Alt kein Halt, ohne Tenor kein Chor, ohne Bass kein Spaß“. Weitere Gratulanten waren Alexander Hennrich für die CDU, Jaana Perttu-Kacsóh für die evangelische Heilandsgemeinde und Joachim Wolf für die Wallufer Männerchöre.

Spaß aber vor allem Freude hatte Benedikta Kohl, als sie einige treue und verdiente Mitglieder ihres Vereins ehrte. Dabei überreichte sie Brigitte Edinger für 40-jährige fördernde Mitgliedschaft sowie Karl-Heinz und Ursula Sattler für 60-jährige fördernde Mitgliedschaft je eine Ehrennadel des Hessischen Chorverbandes nebst Urkunde und Schirm.

Goldene Ehrennadel

Wolfgang Müller erhielt für seine 40-jährige Mitgliedschaft als aktiver Sänger die Silberne Ehrennadel dieses Verbandes und Lilo Rader für ihre 60-jährige Mitgliedschaft als aktive Sängerin die goldene Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes. Außerdem bekamen beide eine Urkunde und einen Regenschirm.

Da in der Feierstunde kein geschichtlicher Gesamtrückblick vorgesehen war (das Rheingau Echo hatte vorab darüber berichtet) erzählten Lilo Rader, Christine Portz, Gudrun Beyer, Elisabeth Körner, Beate Genz und Gisela Neumann über ihre ganz persönlichen Erlebnisse in der Chorgemeinschaft Walluf und berichteten, wie, wann und wo sie zum Chor gekommen sind.

Die Vorsitzende erinnerte an den Rücktritt von Chorleiter Bernd Ottersbach und den Wiedereintritt von Chorleiter Arnulf Reinhardt, der den Chor bereits von 1989 bis 1998 geleitet hatte. Dies war und ist, wie sie sagte, „ein großer Glücksfall für unseren Verein“.

„Seit 30 Jahren habe ich die Freude und Ehre, an diesem Chor teilnehmen zu können, denn ich hatte gerne die Schirmherrschaft beim 50-jährigen Jubiläum übernommen“, bekannte Arnulf Reinhardt. Dass er die Leitung erneut übernommen habe liege daran, dass der Chor mit Herz und Verstand singe. Auch handele er nach dem Motto „Die Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht das Anbeten der Asche“.

Über viel anerkennenden Beifall konnten sich die Mitglieder des Vorchors des Wiesbadener Knabenchors freuen, den Arnulf Reinhardt ebenfalls leitet. Sie begeisterten ihr Publikum mit den Darbietungen „Nun will der Lenz und grüßen“, „Ich schenk Dir einen Regenbogen“ und „Laudato si, o-mi Signore“.

Nachdem der Chor unter anderem mit „I don't know how to love him“ und „La Nuit“ mit einem Solo von Garry Oganezev vom Vorchor des Wiesbadener Knabenchors weitere Titel aus ihrem umfangreichen gesanglichen Repertoire dargeboten hatten, startete der gemütliche Teil der Feier mit Fingerfood und Getränken. Dabei spielte Anna Reinhardt, die bereits zuvor die Sängerinnen und Sänger am Klavier begleitet hatte, angenehme Hintergrundmusik.

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