Taekwondo – ein Sport für jedes Alter
Der Taekwondo-Verein Walluf ist einer der erfolgreichsten seiner Art in Hessen

Das Trainer-Team ist auch im Vorstand aktiv: (von links) Beate Hiller, stellvertretende Vorsitzende, Benedict Linz, Schriftführer, Christiane De Rama, Erste Vorsitzende. Kassenwart ist Marcel Simons.

Walluf. (chk) – Der Taekwondo-Verein Walluf (TKD Walluf), der im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feierte, wurde 1992 von Christiane De Rama mit sieben Gründungsmitgliedern als eingetragener Verein ins Leben gerufen. Trainierte man anfangs an zwei Tagen in der Woche nur Kinder und Jugendliche, kam ein Jahr später die Erwachsenengruppe dazu. Zwei koreanische und ein deutscher Trainer erteilten nacheinander in den Anfangsjahren das Training.

Zwischenzeitlich haben sechs Trainer in den verschiedenen Alters- und Leistungsgruppen an vier Tagen in der Woche und an ausgewählten Wochenenden diesen dynamischen koreanischen Kampfsport vermittelt. Das derzeitige Trainer-Team besteht aus drei Haupttrainern: Beate Hiller Benedict Linz, Christiane De Rama. Dazu kommen gelegentlichen Gasttrainer.

Schon in den Anfangsjahren beteiligte sich der Verein an Turnieren, und seit vielen Jahren nehmen die Sportlerinnen und Sportler an Formen-Turnieren (Poomsae) ebenso erfolgreich teil wie an olympischen Kampfturnieren. Der TKD Walluf hat mehrere Deutsche Meistertitel und sogar Bundeskadermitglieder aufzuweisen. „Zugpferd“ war über viele Jahre Cyra De Rama, die aktives Mitglied im deutschen Bundeskader war, und regelmäßig an Europa- und Weltmeisterschaften teilnahm, bei denen sie beispielsweise 2008 Vizeweltmeisterin in der Jugend wurde. 2012 erreichte sie zusammen mit ihrem Paarlauf-Partner und Ehemann Thomas Sommer auf der Europameisterschaft in Italien den zweiten Platz, den sie im Folgejahr in Spanien noch toppte und Europameisterin sowohl im Paarlauf als auch im Freestyle Teamlauf wurde. Ihre Mutter, Christiane De Rama, war mehrfache internationale Deutsche Meisterin im Einzel-, Synchron- und Teamlauf-Poomsae und war ebenfalls Bundeskadermitglied.

Große Talente

Auch im Kampfbereich brachte der Verein mehrere hochkarätige Medaillen hervor. Er verfügt derzeit über einen starken Poomsae- und auch Kampfkader. Sensationelle Erfolge erzielten die Sportler vom Jugend- bis zum Seniorenbereich vor allem 2012 und 2013 an nationalen und internationalen Turnieren. Die neuen „Stars“ heißen Julius Bakac und Leim Rüger, beide elf Jahre alt, und sie sind gerade dabei, ihre Prüfung zum ersten Poom (Jugend-Dan, Schwarz-Gürtel und erster Meistergrad) abzulegen. „Sie sind exzellente Poomsae-Läufer, ganz große Talente, und trainieren bereits regelmäßig im Hessenkader, zu dem sie gehören und hatten auch schon Vorstellungen im Bundeskader“, betont Christiane De Rama.

Das Besondere am Taekwondo Verein Walluf ist, dass Gründerin Christiane De Rama von Anfang an Erste Vorsitzende ist und auch als Trainerin, Prüferin, Kadersportlerin und zuweilen als „Mädchen für alles“ permanent im Einsatz ist. Dazu zählen das Koordinieren des Trainings und der Turniere wie auch von ihr ins Leben gerufene Kampf- und Poomsae-Turniere. Sie erhält die Veranstaltungsabläufe und das gesamte Vereinsgeschehen aufrecht. Als vor einigen Jahren die Trainer ausfielen, übernahm sie kurzerhand den Großteil des Trainings, trotz ihrer eigenen fünf Kindern, vier bis sechs Tageskindern, Privatleben und Haushalt. Ihrer sportlichen Begeisterung und ihrer Durchsetzungskraft ist es zu verdanken, dass sich der TKD Walluf zu einem renommierten Verein entwickelt hat, der seit nunmehr 26 Jahre reibungslos funktioniert, besonders erfolgreiche Sportler hervorbringt und sich weiterhin steigender Beliebtheit erfreut. „Natürlich schaffe ich das nur mit tatkräftiger Unterstützung der jetzigen Trainer, Beate Hiller und Benedict Linz, die ebenfalls einen Großteil ihres Privatlebens dem Verein widmen“, sagt Christiane De Rama.

Beide unterstützen sie auch im Vorstand – Beate Hiller als stellvertretende Vorsitzende, Benedict Linz als Schriftführer, und zudem Marcel Simons als Kassenwart. Während Christiane De Rama die erwachsenen Sportler trainiert, sind Beate Hiller und Benedict Linz für das Training der Kinder- und Jugendgruppen zuständig. Meist sind die Sportler mit einem Team von bis zu 20 Teilnehmern in allen Alters- und Leistungsklassen auf den jeweiligen Turnieren vertreten. Zahlreiche Dan-Träger (Schwarz-Gürtel, Meister) brachte der Verein bereits hervor, und kann außerdem Inhaber von Trainerlizenzen C und B des Landessportbundes Hessen wie auch Landeskampfrichter vorweisen. Die Förderung der Sportler in den verschiedenen Leistungs- und Altersklassen ist vorbildlich. Zusätzlich gehören Projektwochen und Kurse an Schulen, Selbstverteidigungslehrgänge, Vorführungen und Großveranstaltungen zur „Tagesordnung“ und werden von den Trainern neben der normalen Vereinsarbeit und dem Berufs- und Privatleben gestemmt. „Wir verfügen über einen guten Stamm an freiwilligen, engagierten Helfern, ohne die der Betrieb in dieser Weise nicht möglich wäre“, betont die Erste Vorsitzende. Der 85 Mitglieder zählende Verein gehört zwar nicht zu den größten seiner Art, aber zu den erfolgreichsten in Hessen und Deutschland.

Integration und Inklusion

Die Gruppen, die im TKD Walluf trainieren, setzen sich international zusammen aus Deutschen und aus Menschen mit Wurzeln im Iran, in der Ukraine, in Russland, Polen, Kroatien, Thailand, Vietnam Afghanistan und anderen Ländern. „Diskriminierung gibt es bei uns nicht – jeder ist willkommen. Wir sind wie eine große Familie, wo alle füreinander da sind und miteinander den sportlichen Weg zusammen gehen und auch über das Training hinaus im privaten Bereich Unterstützung geben und finden“, betont Christiane De Rama. Nicht nur Integration, auch Inklusion wird im Verein gelebt. „Hier haben wir zwei Sportler mit körperlicher und geistiger Behinderung erfolgreich integrieren können. Sie trainieren sehr gerne, konnten für ihre Verhältnisse gute Fortschritte erzielen und sogar Gürtelprüfungen im Para-Bereich – ihrem Behinderungsgrad entsprechend – ablegen.“

Während der Verein in den Kinder und Jugendgruppen fast aus allen Nähten platzt, ist die Erwachsenengruppe aufgrund von Ausbildung, Studium, Beruf und Umzügen etwas geschrumpft. So fehlt der Nachwuchs gerade bei den jungen Erwachsenen. „Außerdem wissen viele Menschen in der Region nicht, dass es unseren Verein in Walluf gibt und dass man noch im ‚fortgeschrittenen‘ Alter diesen vielseitigen Sport ausüben kann“, erklärt die Vorsitzende, die selbst mit 34 Jahren mit dem Taekwondo-Training begann, und heute – mit 59 – immer noch als Sportlerin aktiv und topfit ist. „Unser ältestes Mitglied ist 75 Jahre und erfreut sich blühender Gesundheit“, berichtet sie. „Es ist überhaupt kein Problem, noch mit 50 oder älter mit dem Taekwondo-Training zu beginnen. Bei uns wird jeder individuell gefördert, je nach Zielsetzung.“

Um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, sind die besten Einstiegszeiten für Erwachsene montags von 18.30 bis 20 Uhr in der Sporthalle der Walluftalschule oder mittwochs zur selben Uhrzeit im Vereinshaus Oberwalluf. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.taekwondo-walluf.de oder unter der Telefonnummer 06123–71853.

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