Man oft the Match als persönlicher WM-Erfolg

Rheingauer feiern Johannes Golla trotz des mäßigen Abschneidens der Deutschen

Als „Player of the Match“ wurde Johannes Golla nach dem WM-Spiel gegen Brasilien ausgezeichnet.

Rheingau. (sf) – Auch wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten nur einen historisch schlechten 12. Platz belegte und schon nach der Zwischenrunde ausgeschieden war, für den Rheingauer Handballstar Johannes Golla bleibt eine besondere Auszeichnung bei dieser WM: Als „Player of the Match“ wurde er nach dem Spiel gegen Brasilien ausgezeichnet und in vielen Schlagzeilen feierte man den „Erbacher Bub“, der in Flensburg Handball spielt.

 

Nach jeder Partie der Handball-Weltmeisterschaft kürt die International Handball Federation (IHF) den „Player of the Match“. Am vergangenen Samstag erhielt mit Johannes Golla erstmals ein deutscher Spieler die Auszeichnung; in den drei Partien vorher ging die Ehrung immer an Akteure des Gegners. Und auch wenn die deutschen Handballer insgesamt so schlecht in Ägypten abschnitten, der persönliche WM-Erfolg von Golla bleibt und die Rheingauer feiern ihren Handballstar dafür. Schließlich war es für Golla und seine Mannschaftskollegen bei dieser Weltmeisterschaft alles andere als leicht: Bevor das Turnier in Ägypten überhaupt begonnen hatte, ging es vor allem darum, wie vertretbar ein Großevent mit 32 Mannschaften aus aller Welt in Zeiten der Pandemie ist. Auch die Beteuerungen, das Hygiene-Konzept sei perfekt organisiert, wurden schnell durch Infektionsfälle in einigen Teams und die Absage des deutschen Spiels gegen Kap Verde entlarvt. Auch bei der deutschen Mannschaft sorgte man sich zunächst hauptsächlich um die Spieler, die aus Sorge um die Gesundheit und die Überlastung der Familie zu Hause nicht mitgereist waren. Dazu gehörten Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler, die beim Champions-League-Sieger THW Kiel und in der Nationalmannschaft einen Mittelblock in der Abwehr bilden, der zu den stärksten der Welt gehört. Zu hören war vom „Kieler Loch“, das dann ausgerechnet Johannes Golla stopfen sollte. Und der 23-Jährige hatte doch gerade erst einen Mittelfußbruch im August und drei Monate Ausfall hinter sich. Er sei es zwar gewohnt, „hin zu gehen, wo es wehtut“, hatte der Kreisläufer des Bundesliga-Tabellenführers SG Flensburg-Handewitt in Interviews erzählt. Bei der MT Melsungen hatte Johannes noch als Abiturient seine Karriere in der Handballbundesliga begonnen und war 2018 nach Flensburg gekommen. Auch erfolgreiche Spiele in der Nationalmannschaft hatte es in jüngster Vergangenheit schon gegeben. Dass bei der WM in Ägypten aber die große Verantwortung als Abwehrchef in der Deckung und als Anspielstation am gegnerischen Kreis bei ihm lag, war für ihn neu.

Und so zahlte bei den knappen Niederlagen gegen Ungarn und Spanien nicht nur Golla, sondern die gesamte neu zusammengestellte Mannschaft Lehrgeld. Beim 31:24 gegen Brasilien konnte sie immerhin noch Selbstbewusstsein für künftige Aufgaben sammeln. Und die Glanzlichter setzte eben Johannes Golla, der in diesem Spiel mit sieben Toren bei sieben Versuchen glänzte. Die brachten ihm dann auch den Titel „Player of the Match“ ein, den Golla jetzt mit nach Hause bringt. Und hier wartet schon das nächste große Abenteuer auf den jungen Mann, der in den kommenden Wochen Vater wird.

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