Engagement feiert Silberjubiläum: Round Table Rheingau wird 25

Engagement feiert Silberjubiläum: Round Table Rheingau wird 25

Junge Männer zwischen 18 und 40 Jahre sind „altmodisch, uncool, maßlos, besonders“ – alles im positiven Sinn

Das Präsidium im silbernen Jubiläumsjahr: v.l. Stefan Faust (Past-Präsident), Michael Lunkenbein (Sekretär), Robert Prinz (Präsident), Marian Malinowski (Vize-Präsident), Konstantin Decker-Horz (International Relations Officer), Steven Buttlar (Public Relations Officer), Benjamin Dreger (Schatzmeister).

Rheingau. (hhs) — Der weltweite Dachverband der „Männer des runden Tischs“ wurde vor knapp 100 Jahren gegründet. Im Rheingau gibt es die „Round Tabler“ aber erst seit 25 Jahren. Corona bedingt konnte das Silberjubiläum nicht gefeiert werden. Doch für die Mitglieder des Round Table steht ohnehin das Engagement für andere im Vordergrund.

In ihrer Selbstdarstellung geben sich die Round Tabler Attribute wie „altmodisch, uncool, maßlos“ – und provozieren damit kritisches Nachfragen. Die Erläuterung zeigt dann, dass es für sie altmodisch ist, dass sie sich in der Gesellschaft engagieren. Uncool sind sie, weil sie die Sorgen anderer nicht kalt lassen und maßlos, weil sie über nationale Grenzen hinweg Freunde in aller Welt finden wollen. Und besonders sind sie, weil sie eine besondere Gemeinschaft, aber kein elitärer Club sein wollen.

Entstanden ist „RT“, wie die Mitglieder Round Table nennen, aus dem Geist des englischen Clublebens. Getreu ihren Leitworten „Adopt. Adapt. Improve“ übernehmen die Round Tabler Verantwortung für die Allgemeinheit, insbesondere für Menschen in kritischen Lebensphasen. Toleranz, Aufgeschlossenheit und Interesse am Austausch mit anderen zeichnen jeden „Tabler“ aus. Als Ziele des Clubs nennt Rheingau-Präsident Robert Prinz die „Förderung und Vertiefung von Freundschaften, Dienst („Service“) an der Allgemeinheit und den Austausch von beruflichen und privaten Erfahrungen der Mitglieder.“

Diesen Prinzipien haben sich alle Mitglieder des Serviceclubs im Rheingau verschrieben, die sich als „Round Table 163 Rheingau“ im Juni 1995 zusammenfanden. Gründungspräsident war Karl-Heinz Behrens, der Gründungsakt, zu dem zahlreiche Gäste aus dem Tabler-Mutterland England gekommen waren, wurde im Oestrich-Winkeler Weingut Hamm begangen.

Aktuell zählt RT 163 17 Mitglieder, dazu sechs Ehrenmitglieder. Deutschlandweit hat der Serviceclub rund 3.500 Mitglieder, weltweit sind es über 40.000 Mitglieder in 70 Ländern. Eines der Rheingauer Ehrenmitglieder ist der Rüdesheimer Andreas Perscheid, der es in seiner „aktiven“ Zeit bis zum Präsident von Round Table Deutschland brachte.

Von den Rheingauer Gründungsmitgliedern ist heute keiner mehr bei den Round Tablern aktiv – nicht weil, sie kein Interesse an der Sache mehr hätten, sondern weil sie nach Erreichen der Altersgrenze den Club verlassen mussten. Denn auch das ist eine Besonderheit der Round Tabler: Mitglied können nur Männer zwischen 18 und 40 Jahren sein. Damit sollen Verkrustungen und Vereinsmeierei vermieden und permanent neue Ideen in die Clubarbeit einfließen. Doch ganz ohne ihren „Tisch“ müssen auch die Ü40-Tabler nicht leben: Für sie wurde der Begriff „OT’ler“ geschaffen – das sind die „Old Tabler“. Gründungsmitglied bei den RT’lern wie auch später bei den OT’lern ist übrigens der Geisenheimer Joachim Röder.

Genaue Vorstellungen haben die Tabler auch zu ihrer Mitgliederstruktur: „Da uns bei Round Table Pluralität am Tisch ein großes Anliegen ist, sind wir froh, wenn wir möglichst viele Berufsgruppen am Tisch vereinen können“, erklärt Steven Buttlar, der aktuell die Öffentlichkeitsarbeit macht. „Vom Handwerker bis zum Hochschullehrer“ lautet die Bandbreite der Berufe, die sich bei den Round Tablern wiederfinden soll. Im Rheingau – wie sollte es anders sein – ist der Anteil der Winzer überproportional hoch. Doch bei den Round Tablern ist jeder willkommen, der sich nachhaltig sozial engagieren will, betont Buttlar.

Viel bewegt

„Wir haben in den 25 Jahren unseres Bestehens vieles bewegt und tolle Projekte realisiert“, zeigt sich auch der aktuelle Präsident Robert Prinz aus Kiedrich stolz über das Erreichte. Als Beispiel nennt er das „Round Table Kinder- und Jugendcamp in Kaub“. Dieses Camp, das im ehemaligen Freibad in Kaub entstand, wurde in den Jahren 2013/2014 sowie 2014/2015 zweimal hintereinander zum Nationalen Serviceprojekt des Round Table Deutschland gewählt.

„Wir haben hier viel Eigenleistung investiert“, erinnert sich Joachim Röder. „Generell wollen wir mehr durch Arbeitsleistung als durch Scheckbuch-Mentalität überzeugen“, ergänzt Steven Buttlar. Wobei natürlich auch viele Projekte finanziell gefördert werden. So fließt auch weiterhin ein Großteil der Mittel, die der Serviceclub aus seinen gesellschaftlichen Aktionen generiert, in das Kauber Jugendcamp.

Freuen würden sich die Round Tabler daher über fördernde Mitglieder, die sich bereit erklären, für drei oder fünf Jahre jeweils einen Betrag von 60 Euro pro Jahr zu spenden. Als kleine Anerkennung bekommen die ersten 100 „Drei-Jahres-Fördermitglieder“ je eine Flasche Wein aus den VDP.Weingütern Wegeler, Allendorf und Barth geschenkt – womit schon verraten ist, dass mit Felix Wegeler, Max Schönleber und Mark Barth Vertreter dreier renommierter Weinfamilien in den Reihen von Round Table Rheingau vertreten sind. Interessenten dürfen sich gerne per Mail an felix[at]wegeler[dot]ch wenden.

Direkt vor Ort im Rheingau haben die Round Tabler schon vor mehr als zehn Jahren die Initiative „BiKul – Bildung und Kultur für Rheingauer Kinder“ ins Leben gerufen. In diesem Kontext setzt sich Round Table Rheingau dafür ein, möglichst vielen Rheingauer Kindern neue und bewährte Zugänge zu Bildung und Kultur zu ermöglichen. Gefördert werden u.a. Projekte wie die Kinder und Jugendfarm in Oestrich-Winkel, die Leseförderung Rheingau, der Jugendchor Oestrich, das „Besser als Nix!-Festival“ in Geisenheim. Auch der Kinderschutzbund Rheingau erhielt schon Unterstützung.

Tablers’ Cuvée

An Geld kommen die Round Tabler durch unterschiedlichste Aktivitäten, u.a. durch ihr Sommerfest in Josef Laufers „Krug“ oder die beliebte Benefiz Straußwirtschaft im Hattenheimer Alten Rathaus. Eine besonders genussvolle Charity-Aktion ist aktuell die „Tablers’ Cuvée“ – ein Rheingauer Sekt aus dem Keller des RT-Mitglieds Mark Barth vom Hattenheimer VDP.Wein- und Sektgut Barth. Dieser hochwertige Sekt (Riesling und Weißburgunder, handgerüttelt und traditionell in der Flasche vergoren) wird als limitierte Edition für 22,70 Euro verkauft; 10 Euro werden pro verkaufte Flasche gespendet.

„Mit jeder verkauften Flasche unserer Tablers’ Cuvées schicken wir ein bedürftiges Kind für einen Tag in die Ferien ins Round Table Camp nach Kaub. Sektgenuss für ein Kinderlachen – das ist hier unser Motto“, sagt dazu Robert Prinz.

Gleichzeitig ist der Sekt auch eine gute Werbung für den RT Rheingau. Alleine schon das Etikett von der Berliner Designschmiede Ruska Martin Associates ist ein Kunstwerk in sich: Es zeigt ein kleines Kind, das im Regen steht. Ein Mann reicht dem Kind einen Ballon, der das Round Table Logo symbolisiert und das Kind vor dem Regen schützt. Dreht man die Flasche noch ein wenig weiter, sieht man das Kind mit dem Ballon fliegen. „Und genau das ist es, was wir mit unseren Aktionen erreichen möchten“, sagt Prinz, der in Geisenheim als Arzt praktiziert. „Wir wollen Kindern das Fliegen ermöglichen.“

Und Steven Buttlar ergänzt: „Wir haben noch weitere Winzer am Tisch und werden mit Sicherheit in Zukunft neue Editionen der Tablers’ Cuvée entwickeln“. Aber auch sonst haben die RT’ler viele Ideen im Kopf: „Wir sind mit unserer jungen Truppe sehr aktiv und haben noch viel vor,“ kündigt Buttlar weitere Aktionen an – nach Corona dann auch wieder im größeren Rahmen.

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