75 Jahre Bulli
Der Lastesel des Wirtschaftswunders aus Deutschland
Rheingau. (mg) –
Die Bulli-Fangemeinde ist riesengroß. Mittlerweile werden sogar alte VW-Busse aus dem südlichen Afrika als Wrack geborgen und restauriert, um ihnen neues Leben einzuhauchen. Denn die Fahrzeuge sind legendär und haben vor allem in der Nachkriegszeit die Straßen in Deutschland geprägt. Ob als Transporter, mit Pritsche, als Doppelkabiner oder Fensterbus war der „Bulli“, wie ihn seine Fans nennen, gleichermaßen beliebt und vor allem praktisch.
Jetzt liefert ein Buch die Fakten zu seiner 75-jährigen Geschichte, die für die Mobilität einer Gesellschaft von größter Bedeutung war. am 8. März 1950 rollte der erste Volkswagen Typ 2 von den Montagebändern - als T1 oder einfach Bulli machte er schnell eine beispiellose und weltweite Karriere. Seitdem folgten ihm mehr als 12,5 Millionen weitere Fahrzeuge. Mit mittlerweile sieben Generationen ist der Bulli damit das erfolgreichste europäische Nutzfahrzeug aller Zeiten — und hat ein ganzes Segment begründet und bis heute definiert.
Der VW-Bus löste Transportprobleme aller Art; schulterte den Wiederaufbau genauso, wie er das Wirtschaftswunder vorantrieb. In den westlichen Besatzungszonen ebnet der Neubeginn mit dem Jahr 1949 den Weg für den Wiederaufbau und das aufkeimende Wirtschaftswunder. Die oft neu gegründeten Unternehmen entwickeln zusehends Bedarf an Transportmöglichkeiten. Ganz gleich, ob Rohstoffe, Mitarbeiter, Werkzeuge oder Buletten, Bier und Bohnenkaffee - alles muss schnell und zuverlässig zum Tante-Emma-Laden oder auf die Baustelle gebracht werden.
Später brachte er Sinnsuchende nach Goa und Studienräte im Strick-Pullover nach Brokdorf. Er wurde Van-Referenz und Camping-König, Transport-Meister sowieso. Und feierte 2025 sein 75-jahriges Jubiläum. Das Buch von Arne Oerth, Christian Schlüter und Heiko P. Wacker zeichnet den historischen Werdegang in all seinen Facetten nach, wirft natürlich einen Blick auf die aktuelle Generation und wagt auch einen Ausblick in seine Zukunft. Zugleich werden unzählige Fans mit ihrem Bulli porträtiert. Denn sie haben dem Bulli zu seinem Kultstatus verholfen.
Der T1 ist der Urvater des Erfolgs und wird erst 17 Jahre später durch den T2 abgelöst. Auch nach dem Modellwechsel behält der Bulli seine markante Bauweise bei und zeigt sich erst als T3 mit Ecken und Kanten. Er galt als „Ziegelstein aus Hannover“, der sich als T4 quasi neu erfindet und als T5 und T6 seine volle Reife erreicht. Als Campingbus, Multivan oder Caravelle wird er darüber zur Ikone unter den Vans.
Der Bulli ist bis heute das Herz der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge. In den vergangenen mehr als sieben Jahrzehnten hat der Bulli nicht nur die Automobilgeschichte geprägt, sondern auch die Kultur und den Lebensstil vieler Generationen maßgeblich beeinflusst. Jede Generation hat dabei ihre eigenen Geschichten und ihre ganz persönlichen Erinnerungen mit dem Bulli geschaffen, wie das vorliegende Buch zeigt - von den Anfängen durch die bewegte Historie bis in die Gegenwart.



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