Zahlreiche neue Modelle mit Hybridantrieb

Ford elektrisiert Zahlreiche neue Modelle mit Hybridantrieb

Schon gefahren: Puma, Kuga, Tourneo und Explorer

Der Puma bietet den Einstieg in die Welt der Elektromobilität Hybrid-Antrieb mit 125 PS bzw. 155 PS und großem Kofferraum.

 

Rheingau. (mg) – Die Senkung von Emissionen und des Flottenverbrauchs sind für alle Fahrzeughersteller grundlegende Zukunftsthemen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unter dem Motto „Ford goes Electric“ der Kölner Autohersteller zu Testfahrten seiner neuen Hybridflotte ins bergische Land eingeladen hat. Immerhin investiert Ford weltweit fast 10 Milliarden Euro in die Elektrifizierung der Produktpalette. Allein 18 elektrifizierte Modelle kommen bis Ende 2021 auf den europäischen Markt. Dabei setzt man zunächst sowohl auf Mild-Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Voll-Hybrid-Antrieb, bevor es die reinen Elektroantriebe folgen.

Ford steht also unter Strom und muss sich in einer durch die Corona-Pandemie besonders stark gebeutelten Branche wieder aufrappeln.
Dafür steht zum Beispiel der komplett neu entwickelte Ford Puma, die dritte Generation der SUV-Baureihe Kuga und der brandneue Explorer Plug-in-Hybrid sowie der achtsitzige Tourneo Custom als Vertreter der Nutzfahrzeugsparte.
Ford setzt dabei auf die 48-Volt-Technik sowohl für den Mild-Hybrid, über Plug-in-Hybrid bis hin zum Voll-Hybrid-Modell.
„Ford steht an der Spitze eines wirklichen Wandels. Die Elektrifizierung des Autos wird sich zum Mainstream entwickeln. Unser schnell wachsendes Angebot an Fahrzeugen mit elektrifizierten Antrieben macht es den Käufern immer einfacher, auf das Auto ihrer Wahl umzusteigen“, erklärt Hans Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke GmbH.
Anfang 2020 hat der fortschrittliche Mild-Hybrid-Antrieb (mHEV) im komplett neu entwickelten Ford Puma seine Ford-Premiere gefeiert.
Dabei setzt Ford als Antrieb auf den reibungsoptimierten Dreizylinder-EcoBoost-Turbo-benziner mit 1,0 Liter Hubraum mit 125 bzw. 155 PS. Ein 1,5 Liter großer EcoBlue-Vierzylinder-Diesel mit 88 kW (120 PS) komplettiert das Puma-Motorenprogramm.
Unser Testwagen in der St-Line-Ausstattung wurde von 155 PS angetrieben. Die Kopplung mit dem Elektroantrieb verleiht ihm die Kraft zweier Herzen, was ihm schon in niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment verleiht. Denn der riemengetriebene Starter-Generator steuert im laufenden Betrieb bis zu 50 Nm bei, die daher der Benziner nicht aufbringen muss. Der Puma kommt damit auf ein Gesamtdrehmoment von 240 Newtonmeter. So lässt er sich munter über die engen und kurvigen Straßen im bergischen Land bewegen. Der Kraftstoffverbrauch des Ford Puma wird mit 3,8 bis 5 Liter auf 100 Kilomtern angegeben.
Auf dem Sprung: Puma
Während der Einstieg in die Raubkatze bei etwa 24.000 Euro beginnt, kostete unser Testwagen rund 33.000 Euro. Mit an Bord war dabei auch ein umfangreiches Assistenzsystem. Mit 12 Ultraschallsensoren, drei Radarsystemen und zwei Kameras sorgt auch der neue Puma für größtmögliche Sicherheit. Allerdings ist das warnende Piepsen manchmal auch lästig, zumal nicht auf Anhieb die auslösende Ursache erkennbar ist.
Für einen Schreckmoment sorgte auch der serienmäßige Pre-Collision-Assist mit erweitertem Kamerawinkel. Ein im Kurvenbereich neben der Straße geparktes Fahrzeug löste dabei unvermittelt eine Warnung aus, was eher irritierend wirkt, aber der eingeschränkten Logik der Sensoren geschuldet ist.
Dabei belässt es das System nicht bei einer Warnung. Reagiert der Fahrer nicht, bremst das System automatisch mit voller Bremskraft.
Der Ford Puma überzeugt auf 4,19 Meter Länge und 1,55 Meter Höhe mit einem tollen Platzangebot auf allen Sitzen und im Kofferraum, der bis zu 456 Liter fasst.
Zugleich ermöglichen die Cross-over-Proportionen des Fahrzeugs eine erhöhte Sitzposition und damit einen guten Rundumblick.
Dritte Generation
Der neue Ford Kuga ist mit drei verschiedenen Hybrid-Optionen lieferbar: als Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid und als Voll-Hybrid-Modell (ab Ende des Jahres bestellbar).
Die Verkaufspreise beginnen bei 26.750 Euro. Für unseren Testwagen mit dem 2,5 Liter Duratec-Motor (PHEV) mit 225 PS-Systemleistung und der höchsten Ausstattungslinie „Vigniale“ sind allerdings stolze 51.000 Euro fällig.
Das Plug-in-Hybrid-System des Kuga setzt sich zusammen aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner, der nach dem Atkinson-Zyklus arbeitet, einem Elektromotor sowie einer Lithium-Ionen-Hochvolt-Batterie mit einer Kapazität von 14,4 Kilowattstunden (kWh). Die durchaus überzeugende Leistung mit kraftvollem Antritt schon in den unteren Drehzahlen wird über ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe auf die Straße gebracht. Der Benziner leistet dabei 112 kW (152 PS) und der E-Antrieb 81 kW (110 PS) und sorgt so für ein Drehmoment von 235 Nm.
Rein elektrisch, und damit lokal emissionsfrei, kann der Kuga Plug-in-Hybrid bis zu 56 Kilometer (WLTP) zurücklegen – er eignet sich daher ideal für Fahrten bei hohem Verkehrsaufkommen oder in Umweltzonen.
Ist die Batterie-Kapazität aufgebraucht, verhält sich ein Plug-in-Hybrid-Antrieb wie ein Voll-Hybrid-Fahrzeug. Das bedeutet, dass sich der Benzinmotor dazuschaltet, es aber noch genug Energiereserven gibt, um elektrisch zu unterstützen.
Vier unterschiedliche EV-Fahrprogramme (EV = Electric Vehicle) stehen zur Wahl. Sie entscheiden darüber, wie und wann die verfügbare Akku-Ladung genutzt oder die Batterie geladen wird. An einer Ladestation oder Wallbox würde das übrigens 3,5 Stunden dauern.
Nur mit Strom angetrieben beschleunigt das Fahrzeug auf maximal 135 km/h. Ansonsten schafft er auch 200 km/h und zeigt eine erfreuliche Spurtstärke beim Überholen. Der kombinierte Normdurchschnittsverbrauch wird mit 1,2 Liter/100 km angegeben, wobei das Fahrzeug 26 Gramm CO2 pro Kilometer emittiert.
Europa-Premiere
Die Markteinführung der ersten Explorer-Generation im Jahre 1990 befeurte den SUV-Trend in Nordamerika. Seitdem hat Ford weltweit insgesamt über acht Millionen Explorer verkauft. Bis heute ist die Explorer- Baureihe damit das meistverkaufte SUV Nordamerikas. Die aktuelle Ford Explorer-Generation wird es nun aber auch in Europa geben – allerdings nur in Ländern mit Rechtsverkehr, nicht also in Großbritannien und Irland.
Explorer als Plug-in-Hybrid ist seit Ende 2019 bestellbar, und wird nun zu den Händlern rollen. Es ist die sechste Generation des Bestsellers, der hier mit einer Systemleistung von 336 kW (457 PS) und einem Drehmoment von 825 Newtonmeter punkten will, wobei er über 40 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann.
Das SUV bietet Platz für sieben Erwachsene und verwöhnt mit luxuriöser Serienausstattung inklusive Ford SYNC 3, FordPass Connect-Modem und B&O Soundsystem. Für die Kraftübertragung sorgt eine entwickelte 10-Gang-Automatik mit intelligentem Allradantrieb und Offroad-Management-System. Der enorme Vortrieb des schweren Autos presst den Fahrer schon ordentlich in die Sitze. Hier zeigt die Kombination aus dem 3,0 Liter großen Ford EcoBoost V6-Benziner und einem Elektromotor Wirkung. Das maximale Drehmoment von 825 Newtonmetern liegt bereits bei 2.500 Umdrehungen pro Minute an. Die Höchstgeschwindigkeit des Explorers beträgt 230 km/h, die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h ist bei Bedarf in 6,0 Sekunden absolviert. Hinter den überzeugenden Beschleunigungswerten bleibt die Fahrwerksabstimmung etwas zurück. Gerade auf kurvigen Landstraßen zeigt sich über die Wankbewegungen der Karosse, dass der Explorer nicht gerade ein Kurvenräuber ist. Dafür kann er aber eine Last von 2,5 Tonnen an den Haken nehmen und souverän ans Ziel bringen.
Plug-in-Hybrid erreicht gemäß WLTP-Fahrzyklus einen kombinierten Verbrauch von 3,1 Liter/100 km. Das dürfte aber eher ein theoretischer Wert sein. Denn schon bei den Testfahrten zeigte sich die Problematik, dass lange Ladezeiten dazu führen, dass der Wagen bei längeren Strecken oder vermehrtem Einsatz vornehmlich mittels Benzin angetrieben wurde. Und so stieg der Durchschnittsverbrauch rapide auf 12,2 Liter.
Der kombinierte Stromverbrauch des 5,05 Meter langen, 2,28 Meter breiten und 1,78 Meter hohen Fahrzeugs beträgt 20,5 kWh/100 Kilometer.
Tourneo als Stromer mit Range Extender
Am Steuer eines Tourneo Custom PHEV kann man bei vorausschauender Fahrweise das Bremspedal fast vergessen.
Denn für die Energierückgewinnung mittels Rekuperation kann der Fahrer den Grad der Bremsunterstützung des regenerativen Ladesystems beeinflussen. Hierzu wechselt er am Schalthebel zwischen dem „Drive“-„ und dem „Low“-Modus. Im „Low“-Programm rekuperiert das System stärker, sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt – dies ermöglicht eine größere Reichweite im elektrischen Fahrbetrieb.
Als erster Automobilhersteller überhaupt bietet Ford mit dem der achtsitzigen Großraum-Limousine Tourneo Custom ein Fahrzeug in der Ein-Tonnen-Nutzlastklasse an, das über einen innovativen Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV) verfügt. Bis zu 53 Kilometer lassen sich damit rein elektrisch zurücklegen. Damit kann man im Stadtverkehr lokal emissionsfrei fahren.
Dank der Kombination aus Elektroantrieb und dem 1,0 Liter großen Ford EcoBoost-Turbobenziner, der als Range Extender dient, ist eine alltagstaugliche Gesamtreichweite von rund 500 Kilometern möglich. Den Tourneo Custom Plug-in-Hybrid gibt es ab 60.420 Euro (netto). Er steht in Deutschland exklusiv in der hochwertigen Ausstattungsvariante „Titanium“ zur Verfügung.
Der 1,0 Liter große EcoBoost-Dreizylinder lädt bei Bedarf die 13,6 kWh große Lithium-Ionen-Batterie während der Fahrt. Die Vorderräder werden jedoch ausschließlich vom 92,9 kW (126 PS) starken Dreiphasen-Wechselstrom-Synchronmotor angetrieben.
Das ist übrigens der zweite Grund, weshalb der Einsatz der Bremsen kaum nötig ist. Denn die Leistung genügt nur für ein gemächliches Vorankommen. Überholvorgänge wollen gut überlegt sein und benötigen entsprechend viel freien Straßenraum, erst recht voll beladen. Damit wird der Tourneo selbst auf der Autobahn eher zu einem Kandidaten für die rechte Spur. Sein Terrain ist ganz offensichtlich der Personentransport in der City. Dafür bietet er ein großzügiges Platzangebot und Konferenz-Bestuhlung.
Der Akku des Transit Custom PHEV hat eine Anschlussmöglichkeit im vorderen Stoßfänger. An einer Haushaltssteckdose mit 230 Volt Spannung und einer Stromstärke von zehn Ampere kann die Batterie innerhalb von 4,3 Stunden vollständig aufgeladen werden. Mit einem handelsüblichen Typ-2-Ladestecker für Wechselstrom (AC) verkürzt sich diese Zeitspanne auf 2,7 Stunden.
Der Kraftstoffverbrauch des Tourneo Custom Bus wird mit 3,1 Liter auf 100 Kilometern (kombiniert) angegeben.

 




 

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