Globalisierung seit den Griechen

Buchvorstellung
Globalisierung seit den Griechen

Angelos Chaniotis: Die Öffnung der Welt – Eine Globalgeschichte des Hellenismus, 528 Seiten, 38 Illustrationen, schwarz-weiß, wbg Theiss Verlag, ISBN: 978–3–8062–3993–5, Preis: 35 Euro.

Rheingau. (mg) – Ob wir es wollen oder nicht. Das Schlagwort der „Globalisierung“ mag jüngeren Datums sein, doch die Welt ist bereits lange globalisiert. Das zeigt auch das Buch von Angelos Chaniotis. unter dem Titel „Die Öffnung der Welt – Eine Globalgeschickte des Hellenismus“.

Angelos Chaniotis erzählt in seinem Buch die Geschichte des Hellenismus neu und beschreibt ihre weitreichenden Folgen. Dabei eröffnet er erstaunliche Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft.

Er betrachtet dabei ein wahrhaft kosmopolitisches Zeitalter – von Alexander dem Großen (323 v. Chr.) bis zu dem römischen Kaiser Hadrian (138 n. Chr.). Alexander der Große öffnete die Grenzen nach Osten, bis ans Ende der Welt, bis nach Indien. Mit ihm beginnt die Vernetzung großer Teile Europas, Asiens und Nordafrikas.

Globalisierung, Megacities, Multikulturalismus – die Epoche des Hellenismus hat die Weichen für die Moderne gestellt und so die damalige Welt erstmals buchstäblich geöffnet. Der renommierte Althistoriker Angelos Chaniotis macht die kulturellen Verbindungen sichtbar, die mit dem Tod Alexander des Großen einsetzten. Dabei weist er nach, wie sehr der Hellenismus bis in die Zeit des römischen Kaisers Hadrian hineinwirkte und setzt somit eine neue Epochengrenze für die Zeit einer eindrücklichen kulturellen Vielfalt, Vernetzung und einer ungeahnten Modernität.

Alexander der Große hinterließ kein dauerhaftes Weltreich, aber die Voraussetzung für ein Netzwerk von Stadtstaaten, das eine Zeit der Blüte hervorbrachte: die Epoche des Hellenismus mit ihren städtischen Lebensformen, kulturellen Erneuerungen, technologischen Fortschritten und der Angleichung von Sprache, Religion und Institutionen. Auf seiner packenden Reise durch die Regionen des Hellenismus – von Italien und Russland über Äthiopien bis nach Afghanistan – legt der Professor am Institute for Advanced Study in Princeton erstaunliche Parallelen zu unserer Gegenwart der Globalisierung, des Populismus und der sozialen Konflikte offen.

Angereichert mit Geschichten und Anekdoten entsteht so ein facettenreiches und faszinierendes Panorama des Hellenismus. Auf Grundlage von Quellen aus Literatur, Inschriften und archäologischen Funden gibt Chaniotis Einblicke in Alltag, Politik, Kultur und Wissenschaft.

Er gibt dadurch auch eine Fülle von Denkanstößen für den Begriff der Modernität zumal er in der Abfolge der Geschichte auf wiederkehrende Widersprüche trifft das Fortbestehen von Traditionen versus technologische Revolutionen, Rationalität versus Aberglaube, Monarchie versus Volksteilhabe.

Der Autor Angelos Chaniotis hat nach Stationen an der New York University, der Universität Heidelberg und der Universität Oxford seit 2010 eine Professur am Institute for Advanced Study in Princeton inne.

Chaniotis gilt international als einer der Vordenker der Alten Geschichte. Der Grieche hat sich insbesondere auf die hellenistische Geschichte und die griechische Epigraphik spezialisiert. Chaniotis wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Phönix-Orden der griechischen Republik, dem Forschungspreis des Landes Baden-Württemberg und dem Anneliese-Maier-Forschungspreis der Alexander von Humboldt Stiftung.

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Sicher radeln von Assmannshausen bis nach …
11 Wochen 2 Tage
Sicher radeln von Assmannshausen bis nach …
12 Wochen 3 Stunden
Sicher radeln von Assmannshausen bis nach …
12 Wochen 3 Tage
Musik aus der Zeit des Hattenheimer Geigerkönigs
47 Wochen 3 Tage
Fachwerkhaus beschädigt
51 Wochen 1 Tag


X