Buchvorstellung
Die Pyramiden von Gizeh
Forscher entlocken Bauwerken ihre Geheimnisse

Zahi Hawass / Mark Lehner: Die Pyramiden von Gizeh, Verlag Philipp von Zabern – WBG, 2017, 560 Seiten mit über 400 farbigen Abbildungen, Einführungspreis: 99,95 Euro (ab 1. Februar 129 Euro), ISBN 978–3–8053–5105–8.

Rheingau. (mg) – Sie sind Monumente die schon Generationen von Forschern beschäftigten und deren Vollendung mit einfachsten Mitteln man sich angesichts der Vorgänge um den neuen Berliner Flughafen gar nicht vorstellen kann.

Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den bekanntesten Pyramiden der Welt. Cheops ist für die meisten Menschen ein Begriff.

 

Der berühmte Ägyptologe Zahi Hawass und Mark Lehner, Experte für Pyramidenforschung, arbeiten seit über 40 Jahren auf dem Gizeh-Plateau und haben neben den Pyramiden auch Friedhöfe und Häuser der Arbeiter ausgegraben und dokumentiert. Einen Überblick ihrer jahrzehntelangen Forschung haben sie nun im neuen Standardwerk „Die Pyramiden von Gizeh“ detailliert wiedergegeben.

Die Pyramiden von Gizeh sind untrennbar mit unserer Vorstellung vom „Alten Ägypten“ verbunden. Als einzig noch Erhaltenes der ursprünglichen Sieben Weltwunder beflügeln sie wie kaum ein anderes Bauwerk der Antike bis heute die Fantasie der Menschen.

Mark Lehner, führender Experte in der Pyramidenforschung und Leiter zahlreicher Forschungsprojekte in Gizeh, und Zahi Hawass, einer der berühmtesten Ägyptologen unserer Zeit, liefern auf dem neuesten Forschungsstand und mit über 450 Abbildungen auf 560 Seiten einen Gesamtüberblick über die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Ägyptens.

Ihr Buch umfasst sowohl die Forschungsgeschichte, die religiöse Bedeutung, Bautechniken und Materialien bis zu detaillierten Untersuchungen der einzelnen Pyramiden sowie der anderen Bauten des Gizeh-Plateaus, wie z. B. des Sphinx (in Ägypten mit männlicher Bezeichnung gebräuchlich), der Königinnen- und Beamtengräber und Arbeitersiedlungen.

Die beiden Autoren nehmen den Leser mit auf eine Zeitreise und entschlüsseln dabei Geheimnisse der 4.000 Jahre alten Bauwerke, ohne aber den Anspruch zu erheben, alles zu wissen. Vielmehr stehen ihr Angaben unter dem Vorbehalt wissenschaftlicher Erkenntnisse, die mit Sicherheit noch folgen werden, auch durch neue Forschungsmethoden.

Genau das ist es aber auch, was ein Gesamtwerk so schwierig macht, wie die Autoren selbst bestätigen, weil die Anfänge des Buches gut drei Jahrzehnte zurückreicht. So mussten die unterschiedlichen Kapitel oft geändert, manches aufgrund neuer Erkenntnisse gänzlich umgeschrieben werden. Dabei stand der Titel des Buches schon 1986 fest.

Was 1986 „neu“ gewesen war, war 1996 bereits ein alter Hut, erst recht aber 2006, und bis 2016 hatte sich das Archiv der Autoren komplett verändert und war um ein Vielfaches gewachsen. Die Fülle neuer Gräber und neuer Daten über den Alltag der Pyramidenbauer, ihre tönernen Siegelabdrücke, ihre Bäckereien, Metzgereien und Werkstätten, die Überreste von Pflanzen und Tierknochen – all das ist inzwischen in neuen Archiven versammelt.

Das Buch widmet sich den Menschen in Gizeh ebenso wie der Geografie des ägyptischen Nils wie auch den Anfängen der Begräbnisstätten und deren Entwicklung aus mythischen Grabhügeln früherer Dynastien.

Bereits Griechen und Römer staunten für die Bauwerke in Gizeh, um die sich Mythen ranken, die auch Ansporn waren für zahlreiche Forscher in jüngerer Zeit.

„Wir haben an kalten Januartagen vor Sonnenaufgang auf dem Gizeh-Plateau gestanden, wenn dicke Nebelschleier die Pyramiden umhüllten. Wir haben zugesehen, wie von Osten her das warme Licht der Sonne die Spitzen der Pyramiden langsam aus dem Nebel treten ließ, bis ihre steinernen Fassaden komplett im Tageslicht erstrahlten. Ebenso sollen unsere Arbeit und dieser Bericht über unsere Suche nach der Wahrheit manchen metaphorischen Nebel lüften, der die Pyramiden von Gizeh sowohl in der populären Vorstellung als auch im Reich der Wissenschaft heute noch umgibt“, erklären die beiden Autoren Mark Lehner und Zahi Hawass im Vorwort. Und dem Leser wird klar, welch umfassende Erkenntnissammlung er in Händen hält.

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